Institut für Mineralogie und Kristallchemie der Universität Stuttgart

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Fe-Mn-Phosphate als Prospektionshilfe

Bei günstigen Aufschlußverhältnissen ergeben sich aus den Ausbildungsarten des Zonarbaus der Pegmatite und deren Mineralisation erste, ohne großen Aufwand bestimmbare Informationen zur Prospektion. Die Fe-Mn-Phosphate können aufgrund eigener Erfahrungen in vielen Fällen ebenfalls als billige und sehr effiziente und selektive Prospektionshilfe eingesetzt werden. Eine günstige Voraussetzung dafür ist, daß sie fast immer ohne künstliche Aufschlüsse oder Bohrungen zur Verfügung stehen, denn der Quarzkern der Pegmatite, in dessen Nähe die Fe-MnPhosphate vorwiegend auftreten, bleibt bei der Verwitterung und Erosion im allgemeinen erhalten (Abb. 13).

Für ein Projekt in Namibia wurden Fe-Mn-Phosphate aus 60 Vorkommen mit der Elektronenmikrosonde oder naßchemisch analysiert. Die Ergebnisse beweisen nicht nur, daß das Fe/ (Fe+Mn)-Verhältnis ein signifikanter Indikator für den Fraktionierungsgrad der Pegmatite ist, sondern bestätigen auch die Arbeitshypothese des Projekts in Namibia. Es wurde nachgewiesen, daß die Li-Mineralisation mit abnehmendem Fe/ (Fe+Mn)-Verhältnis stark ansteigt. Dieser Trend ist für Petalit besonders deutlich ausgeprägt. Zinnstein kommt dagegen fast ausschließlich in Pegmatiten vor, deren Phosphate ein großes Fe/(Fe+Mn)-Verhältnis besitzen. Für weitere Abbauprodukte, z.B. Beryll, Amblygonit und Lepidolith, erhält man ebenfalls charakteristische Histogramme.

Pegmatit
Abb. 13 : Quarzkern des Pegmatits "Frickes Claim" mit einem Riesenkristall aus Triphylin. Okatjimukuju, Namibia.


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