Institut für Mineralogie und Kristallchemie der Universität Stuttgart

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Marokkoexkursion 2001

7. Exkursionstag: 01. April 2001

Exkursionsbericht von Christian Lipp, Jan Pechold, Ulrich Schuler und Steffen Schweickardt

Der geologische Aufbau der Rehamna

Die älteren Gesteine der Rehamna gehören zum variszisch deformiertem Paläozoikum. Ihre Metamorphose reicht vom anchimetamorphen Bereich bis in die Amphibolitfazies. Das paläozoische Grundgebirge wird von Graniten durchschlagen, deren Alter auf 280 Ma datiert ist. Die Granitintrusionen sind kalkalkalin und von kontaktmetamorphen Aureolen umgeben, in denen Zonen mit Sillimanit, Andalusit und Chlorit ausgehalten werden können. Magmatismus lässt sich außerdem im Devon, in der Trias und im Tertiär nachweisen. In der Trias kam es zur Förderung von Basalten, im Tertiär wurden Basanit und Limburgit zutage gefördert. Heute ist das Paläozoikum weitgehend eingeebnet und von kreidezeitlichen bis quartären Ablagerungen überdeckt. Südlich von Settat befindet sich die Phosphatebene von Marokko. Diese setzt sich im wesentlichen aus den Ablagerungen der Kreidezeit mit den eingeschalteten Phosphoriten zusammen.

Zur Gliederung der Rehamna können drei Zonen unterschieden werden, die durch Störungen voneinander getrennt sind. Die westliche Zone besteht aus schwach metamorphen Schiefern und Kalken, die von Granitkörpern durchsetzt sind. Die mittlere Zone enthält die höchstgradigsten Metamorphite mit entsprechender Deformation. Die östliche Zone ist anchimetamorph.

Im Westen der Rehamna bezeugen Nord-Süd-streichende Strukturen ein „altes Gebirge“ (Zitat T.T.).

7.1. Der Aufschluss von Ouled Slimane (westlich der Straße von Skhour-Marrakech)

N32 25.95

W7 56.95

Oberhalb von Ouled Slimane stehen Mitteldevonische Metakonglomerate an. Deren ehemalige Geröllkomponenten wurden prolat verformt. Der Transport fand in Längsrichtung der Geröllkomponenten statt. In Segregationen findet sich Disthen. Dieses Metakonglomerat läßt sich in drei verschiedenen metamorphen Zonen nachweisen. Die Chlorit-Zone ist biotitfrei und reichte bis 350°C. Im Anschluß folgt die Biotit-Zone. Die höhergradige Disthen-Zone enthält die Mineralphasen Staurolith, Chloritoid, Granat, Biotit, Plagioklas, Quarz und Disthen. Chloritoid ist bis maximal 500 C stabil. Disthen bildet sich ab 5 bis 6 kbar. Das Vorkommen von Disthen, wie im Aufschluß zu beobachten, beschränkt sich auf einen Bereich von ungefähr 250.000 m2. Die Metamorphose verläuft also diskordant zu den stratigraphischen Einheiten in der Region.

7.2. Aufschlüsse östlich der Straße von Skhour-Marrakech (E Ouled Slimane)

N32 23.98

W7 54.99

Fährt man von Ouled Slimane in Richtung Osten, so trifft man einige Kilometer östlich der Straße Skhour-Marrakech auf alterierte Basalte. Diese sind aufgrund der vielen hellen Minerale als leicht „felsisch“ bis dioritisch einzuordnen. Die Plagioklase sind kaolinitisiert. Nachdem Kristallisationsgefüge sind die Basalte subvulkanisch. Sie entstanden durch postorogenen Vulkanismus in der Triaszeit. Die Rahmengesteine der Basalte sind ampibolitfazielle Staurolith-Granat-Schiefer.

N32 23.76

W7 53.77

Nach einigen Kilometern Fahrt durch die Staurolith-Granat-Zone erreichten wir eine Bereich mit einer Vielzahl von pegmatoiden Quarzgängen mit Turmalin und Hämatit. Unterhalb dieser Pegmatitzone soll sich in geringer Tiefe ein Granitkörper befinden.

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