Institut für Mineralogie und Kristallchemie der Universität Stuttgart

Azenbergstr.18, 70174 Stuttgart und Pfaffenwaldring 55, 70569 Stuttgart


Marokkoexkursion 2001

6. Tag: 31. März 2001

6.1. Ceuta/Sebta (Ostküste)

N35.53.08 W5.18.51

In diesem Bereich ist der untere Teil der Filali-Einheiten zu sehen. Diese Migmatite wurden unter granulitfaziellen Bedingungen gebildet und stellen die Ummantelung des tektonisch tiefsten Stockwerkes der Sebtiden des Rifgebirges, der Peridotite, dar. In den dort anstehenden Migmatiten, die fast keine Segregation aufweisen, sind Körper eingeschlossen, die weniger Schichtsilikate enthalten, dafür aber mehr Plagioklase, Kalksilikate und Amphibole. (Probe Nr. 55). Die matte grünlich-graue Farbe könnte auf umgewandelte Pyroxene hindeuten, oder aber auf verwitterte Granate und Biotite.

N35 53.08

W5 18.46

Folgt man dem Strand weiter nach Osten, so treten nach einigen hundert Metern erste granitoide Schmelzen in den Migmatiten auf (Probe 56) (Abb. 19).

           

            Abb.19: Granitoide Schmelze (1) im Migmatit (2)

N35 53.26

W5 17.98

Noch weiter im Osten, kurz vor dem Monte Hacho ist am Strand die Kontaktzone (Abb.21) zwischen den granulitfaziellen Gesteinen der Filali-Einheit und einer Peridotit-Schuppe aufgeschlossen. Diese Zone ist ebenso wie die Kontaktzone bei den Peridotiten von Beni Bouzera unscharf, also stark zerschert und zerrüttet. Die sauren Granulite von Ceuta führen allerdings weniger Granate, besitzen dafür aber mehr eingeschaltete grüne, metabasische Lagen (Probe 57: Metabasit, der amphibolisiert ist). Zonierte Granate (Abb.20) treten in diesen Gesteinen auf.

N35 53.35

W5 17.87

Außerdem treten in der gesamten Mantelschuppe Granate auf, was auf die Größe der Schuppe zurückzuführen ist. Diese Schuppe war kleiner, kühlte somit insgesamt schnell ab und führte zur Erhaltung der Hochdruck-Paragenesen. Dies hatte zur Folge, das die Granate nicht nur in den Randbereichen, wie bei der größeren Schuppe von Beni Bouzera, vorkommen, sondern in der gesamten Schuppe verteilt sind. Spinelle konnten aus den Granaten nicht mehr entstehen, da die Abkühlung zu schnell von statten ging.

            Abb. 20: Zonierte Granate in den Metabasiten der Granulit-Einheit

Abb.21: Kontaktzone am Strand unterhalb des Monte Hacho (1= zerrüttete Kontaktzone, 2= Peridotit, 3= Monte Hacho Einheit)

N35 53.39

W5 17.79

Östlich der zerrütteten Kontaktzone grenzt die Einheit von Monte Hacho an die Peridotite an. Diese Einheit ist das tektonisch tiefste Stockwerk der Sebtiden des Rifgebirges und stellt den kristallinen Sockel der Kruste dar. Die Gneise bestehen aus Feldspäten, die teilweise zu „Augen“ deformiert wurden, Quarz, Biotit und Granate. Sie gingen aus Graniten hervor.

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