Institut für Mineralogie und Kristallchemie der Universität Stuttgart

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Marokkoexkursion 2001

3. Tag: 28. März 2001


Fahrtstrecke von Chefchaouen nach Tetouan

3.1. Aufschluss am Hotel Asma in Chefchaouen


Gliederung der tektonischen Einheiten im nördlichen Teil der Rif-Gebirges. Diese Einheiten des Internen Rif befinden sich insgesamt in der obersten tektonischen Position. Es kann hier unterschieden werden:

obere Position: Gomariden (Ordovizium-Trias)

mittlere Position: dorsale Kalkketten (Trias-Oligozän)

- tiefste Position: Sebtiden (Peridotite, Granulite, Filali-Gneise und -Glimmerschiefer sowie Einheiten von Federico)

auf Terasse großer Block: Kalkrudit Konglomerat, faustgroße Komponenten, vielleicht sogar Dolomit

3.2. Blick auf La cluse de l`Oued Laou

Der Lambeau de Talembote ist eine Schuppe der Ghomariden, die über die dorsalen Kalksteine nach Süden hin überschoben wurde und nun auf den Flysch der Externzone aufliegen. Hier wir deutlich, daß die inneren Einheiten des Rif-Gebirges insgesamt in einer tektonisch hohen Position sind; sie liegen auf den Einheiten der Externzone auf. Der Fluß Qued Laou folgt außerdem einer sinestralen Transversalstörung, die bis ins Pliozän aktiv war.


3.3. Aufschluß an der Kontaktstelle zwischen Einheiten von Tanger und Einheiten von Beni Ida

 

N35 13.72

W5 18.92

Bei den beiden Einheiten handelt es sich um Flyschsedimente, die aber aus etwas unterschiedlichen Sedimentationsbecken stammen und auch unterschiedliche Sedimentationsalter aufweisen. Die Flyschsedimentation setzte in der Oberkreide ein und endete mit beginnender Kollision im Alttertiär (vor allem Oligozän)

 
3.4. Aufschluß 5km westlich Oued Laou



N35 16.01

W5 13.75

Die devonischen Kalke der Ghomariden liegen auf den dorsalen Kalken. Als Überschiebungsbahn dient die Trias.


3.5. Aufschluß 5km östlich Oued Laou, vor Kap Mazari, Küstenstraße Richtung Tetouan

N35 29.61

W5 08.85

Die anstehende Einheit der Ghomariden ist die Aakaili-Einheit. Das hier anstehende Paläozoikum (Silur/Devon) erfuhr während der variszischen und/oder alpinen Deformation nur sehr niedriggradige Metamorphose. Dies belegt das Auftreten von Chlorit und rekristallisierter Hellglimmer (Phyllite) sowie das Fehlen von Biotit (<350°C).

3.6. Aufschluß bei Kap Ras Aakaili in den Gomariden


Der Graben von Martil ist eine präpliozäne Bildung, die sich während der kompressiven Entwicklung des Rif öffnete. Sie ist eine Transformstörung mit dextralem Charakter.

3.7. Aufschluß bei Azla, südöstlich von Tetouan

Die pliozänen/miozänen Sedimente, die hier aufgeschlossen sind, sind durch eine Vielzahl von Abschiebungen gestört, was auf eine postalpine Dehnung im Miozän weist. Es sind extrem reife Sandsteine.


3.8. Aufschluß nördlich von Azla


Graben von Tetouan mit pliozänen Grabenfüllungen. Die pliozänen Schichten sind verkippt, was durch eine beginnende Faltenbildung durch eine Kompression mit Nord – Süd –Streichen zustande gekommen ist.


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