Institut für Mineralogie und Kristallchemie der Universität Stuttgart

Azenbergstr.18, 70174 Stuttgart und Pfaffenwaldring 55, 70569 Stuttgart


Marokkoexkursion 2001

10. Tag:  4. April 2001

Fahrt von Marrakesch nach Süden Richtung Asni in den Hohen Atlas.  Dann weiter in Richtung Taroudannt (Straße P32 in Richtung Agadir).

10.1. Straße Asni - Taroudannt

N31 10.46

W8 05.37

Der Aufschluß liegt im Hochgebirge des Hohen Atlas. In diesem Bereich gab es im Mesozoikum im Verlauf der Öffnung des Atlantiks ein in Richtung Nordost/Südwest streichendes Riftsystem mit mehreren Triple Junctions und später teilweise aufgegebenen Rifts (abandoned rifts). Ab Ende der Trias wurde in diese Riftbecken sedimentiert.

Ab der Oberkreide wurde durch die alpidische Nord-Süd-Konvergenz von Europa und Afrika die im Bereich des Rifts ausgedünnte Kruste deformiert und es kam zur Bildung eines Hochgebirges, des Hohen Atlas.  Gleichzeitig kam es aufgrund der Atlantiköffnung zu einer Transversalverschiebung.  Von der Deformation betroffen waren hauptsächlich die Gesteine der Trias und des Jura.

Im westliches Teil des Hohen Atlas waren die Beckenablagerungen weniger mächtig.  Hier erfaßte die Deformation auch ältere Gesteine, vorwiegend Sand- und Siltsteine des Kabriums.  Südlich von Asni sind außerdem präkambrische Gesteine aufgeschlossen, die teils deformiert, teils nicht deformiert und nicht metamorphisiert sind.

Die Lokalität dieses Aufschlusses befindet sich ungefähr am Südrand des variszischen Gebirges.  Südlich davon fand keine auch die präkambrischen Gesteine betreffenden variszische Deformation mehr statt.

Die vorgefundenen, relativ massigen Grünsteine sind teilweise schwach foliiert.  Sie enthalten Chlorit und sind glimmerreich.  Außerdem kann man Spurenfossilien finden, was darauf deutet, daß sie vulkanosedimentär entstanden sind. Das Sedimentationsalter wird als Kambrium angegeben.

Die auf dem Weg zum Bachbett anstehenden rötlich gefärbten, nicht metamorphen Gesteine sind Sedimente aus der Trias. Es handelt sich hierbei um die Basis der während des Rifts gebildeten Sedimente. Sie sind wenig verfestigt und liegen im Bereich einer Störung.  Solche Vorkommen sind hier im Westen des Hohen Atlas relativ gering mächtig und lagern dem Kambrium auf. Die im Bachbett gefundenen Gerölle sind teils magmatischen, teils metamorphen Ursprungs. Die stammen von den umliegenden Höhen, die im wesentlichen aus Magmatiten und weniger auch Metamorphiten des Prökambriums bestehen. Andesitische Vulkanite mit feinkörniger Matrix, Granite, Diorite und deformierte Gerölle sind zu finden.

Weiterfahrt zurück nach Marrakesch und anschließend über Settat und Casablanca nach Rabat.

Riftsysteme des Atlantiks und des Hohen Atlas und deren strukturelle Entwicklung (nach Stets & Wurster 1982)

Strukturelle Übersichtskarte und schematischer SW/NE-Schnitt durch das Atlasgebirge.

11. Tag:  5. April 2001

Besuch einer geologischen Ausstellung in Rabat, die neben einer kurzen Erklärung über dieEntstehung der Erde und dem Leben auch auf Grundzüge der Geologie wie Störungen, Plattentektonik und Subduktion eingeht.  Außerdem sind einige interessante Fossilien aus dem Atlas zu sehen.

12. Tag:  6. April 2001

Heimflug

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