Institut für Mineralogie und Kristallchemie der Universität Stuttgart

Azenbergstr.18, 70174 Stuttgart und Pfaffenwaldring 55, 70569 Stuttgart


Chile-Exkursion 2002

Berichte zur Chile Exkursion

09.03. 29.03.02

verantwortlich für 09.-13.03.: Charis Bohn, Marissa Hamm, Jenny Lezius
14.-16.03.: Reiner Albert, Lars Epple, Florian Groß
17.03.: Steffen Hetzinger
18.03.: Wolf Semm
19.03.: Martin Schmieder
20.-22.03.: Tristan Sperl, Manuela Stehle, Jörg Steinlöchner
23.-29.03.: Silke Wagner, Tri Tran-Viet

Die Berichte wurden von H.-J. Massonne und A.P. Willner hauptsächlich durch Einfügen der mit einem GARMIN GPS II plus gemessenen Koordinaten der Aufschlüsse ergänzt. Diese beziehen sich auf das Koordinatensystem South America 1969.

 

 

 

Prof. Dr.Hans-Joachim Massonne (Mitte),links daneben: Charis Bohn, Rainer Albert, Jörg Steinlöchner, Jenny Lezius, Steffen Hetzinger, Wolf Semm, Lars Epple (dahinter sitzend), rechts daneben: Marissa Hamm,Manuela Stehle, Tri Tran-Viet, Silke Wagner und dahinter: Florian Groß, Tristan Sperl, Martin Schmieder (dahinter sitzend)

Nicht im Bild: Prof. Dr. Arne P. Willner und Renate Lehmann alsGast

 

"Als Gott seine in sieben Tagen erschaffene Welt betrachtete, stellte er fest, dass noch einiges übriggeblieben war:
Vulkane, Urwälder, Wüsten, Fjorde, Flüsse und Eis.
Er gab den Engeln den Auftrag, all das hinter einem langen Gebirge aufzuschütten.
Das Gebirge waren die Anden und so entstand Chile,
das vielgestaltigste Land der Erde."

 

Chile erstreckt sich zwischen 67 und 75.5 westlicher Länge und 17 und 56 südlicher Breite. Mit seiner gewaltigen Längsausdehnung von 4 329 km ist Chile das längste Land der Erde. Die Ost-West-Ausdehnung ist dagegen verschwindend klein: die breiteste Stelle ist 355 km breit (bei Antofagasta), im Durchschnitt sind es nur 176 km. Die Fläche beträgt 756 626 km2. Unsere Exkursion brachte uns von Santiago aus bis hoch in den Norden, in die Atacama-Wüste.

Unser Flug mit Lufthansa startet ab Stuttgart. Die ersten 30 Minuten bis Frankfurt erwartet uns nicht viel außer ein wenig Seitenwind.

Von Frankfurt aus fliegen wir über Buenos Aires nach Santiago. Gut 13 Stunden verbringen wir in einer Boing B747 400, in einer Flughöhe von knappen 10 000 m und einer Geschwindigkeit von 960 km/h; die Außentemperatur beträgt 34C. Insgesamt 390 Gäste passen in den gut 395 to schweren Koloss.

 

Neben einem wahnsinns Rindergulasch mit Erbsensalat sind 3 unglaubliche Filme (auf linkem grünblauen und rechten gelb-stichigem Monitor) und diverse Radiosender im Unterhaltungsangebot.

 

Ab 5.30 Uhr MEZ finden erste Übergriffe auf die Bordküche, ab 9.30 Uhr MEZ (5.30 Ortszeit) Massenpilgerungen auf die Bordtoilette statt.

Photofluten der aufgehenden Sonne in allen nur denkbaren Positionen gibt es ab 10 Uhr MEZ(6 Uhr OZ)

 

10.05 Uhr MEZ : HUNGER!

Nach einer Stunde Aufenthalt in Buenos Aires ((Flughafen ähnelt Provinz-Ost-Modellbau-Flugplatz) in sehr tropischem Klima geht es in 100 Minuten über die Anden bis Santiago.

 

Jetzt sind Fensterplätze sehr begehrt, besonders für den höchsten Berg der Anden, den Aconcagua (6960 m ).

 

 

Nachdem wir morgens in Santiago gelandet waren, stand uns der restliche Tag zur freien Verfügung. Hier, im Zentrum Chiles leben mit gut 5 Millionen Menschen mehr als ein Drittel aller Chilenen. So fanden sich für uns die verschiedensten Möglichkeiten den Tag zu gestalten. Wir übernachten in der Residencial Alemana.

Blick vom Cerro San Cristobal auf das Zentrum von Santiago de Chile

 

Montag, 11.03.02 (Führung durch Dr. E. Godoy ab Aufschluss 2)

Aufschluss 1
Puente Los Morros am Rio Maipo

Alle geologischen Phänomene, die in Chile zu beobachten sind, sind Elemente eines konvergenten Plattenrandes, der seit dem Kambrium an der Pazifikküste Südamerikas existiert. Sie wechseln lateral und sind in Zeitscheiben übereinander gelagert. Die Entwicklung in Zentralchile unterscheidet sich stark von der im Norden und im Süden.

Vom Standort aus Blick nach Osten auf den aktivenVulkan Tupungato, hier im nördlichen Bereich der südlichen Vulkanzone befindet. Zwischen der Küstenkordillere (Außenbogen W) und der Hauptkordillere (magmatischer Bogen E) liegt das chilenische Längstal, welches das derzeitige Fore-arc-Becken mit geringer Sedimentfüllung darstellt. (ca. 2000 m)

Das Maipo-Tal verläuft nach E in die Hauptkordellere hinein. Das nachfolgende Profil geht durch die westliche Hauptkordillere bis zur chilenisch-argentinischen Grenze.

Der Tupungato (6890 m) ist der nördlichste Vulkan der südlichen Vulkanzone, der auf der argentinischen Seite vergletschert ist. Der Tupungatito ist sein kleinerer Nachbar und war in historischer Zeit aktiv. An diesen Stellen beträgt die Krustenmächtigkeit ungefähr 50 km (vgl. Altiplano: 60-70 km).

 

Aufschluss 2 (an der Hauptstraße S3335.67 W7029.38)
La Obra

Hier ist ein miozäner Granit aufgeschlossen. Er bildet den östlichen Teil der Hauptkordillere. Miozäne Magmen bilden den Beginn des rezenten magmatischen Bogens, der seit dem frühen Mesozoikum sukzessive nach E wanderte.

 

 

 

Aufschluss 3 (etwa 100 m südlich des Abzweigs der Straße zur Brücke über den Rio Maipo nahe La Obra Wand eines kleinen auflässigen Steinbruchs versteckt hinter einem Haus)
Las Vizcachas

(Der Name der Gegend beruht auf einem Tier, das hier besonders häufig vorkommt. Es sind Nagetiere, die einer Mischung von Eichhörnchen und Kaninchen ähneln.)

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