Terpenstoffwechsel
Terpene
sind Verbindungen mit einem auf Isopren (C5) als Grundkörper
basierenden Kohlenstoffgerüst und verfügen dementsprechend
über Methylseitengruppen. Monoterpene stellen die einfachsten
Terpene dar und bestehen aus zwei Isopreneinheiten. Es gibt acyclische
und cyclische Monoterpene. Alle Monoterpene sind mehr oder weniger
angenehm riechende Aromaverbindungen (z. B. Citronellol [Zitrusaroma],
Geraniol [Geranienaroma], Campfer u. v. m. Der typische Geruch vieler
Pflanzen beruht auf dem Vorhandensein von (Mono-)Terpenen. Andere auf
Isopren basierende Verbindungen sind Carotenoide, Steroide, aber auch
Kautschuk (Polyisopren). Citronellol (3,7-dimethyl-6-octen-1-ol) und
Citronellsäure (3,7-dimethyl-2,6-octdiensäure) werden als
Aromastoffe vielen Lebensmitteln zugesetzt. Monoterpene sind
Bestandteil viele Parfüme. Interessanterweise riecht Citronellol
nicht nur angenehm es hat auch ein nützliche Wirkung als
Insektenrepellent und wird z. B. in Form von Bio-Repellents und
Citronell-Kerzen vermarktet. Vor wenigen Jahren wurde entdeckt,
daß Monoterpene wie Geraniol wichtige Effekte auf
Säugetierzellen haben und z. B. den programmierten Zelltod
(Apoptose) in menschlichen Zelllinien (incl. Krebszellinien)
auslösen können. Die dabei eine Rolle spielenden Signalwege
und biochemischen Umformungen von Terpenen sind weitgehend unbekannt.
Offenbar wurde die Wirkung von Monoterpenen auf den
Säugetiermetabolismus bislang unterschätzt. Ein
möglicher Grund dafür könnte in nicht bekannten
Stoffwechselwegen liegen, mit denen Monoterpene umgesetzt werden. In
der Arbeitsgruppe Jendrossek wird daher der Metabolismus von
Monoterpenen in Bakterien (Pseudomonas aeruginosa, Pseudomonas citronellolis)
untersucht. Wichtiger Bestandteil des biochemischen „pathways“ ist der
sog. Atu und Liu pathway (acyclic terpene utilization, Atu; leucine and
isovalerate utilization, Liu).