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Institut für Literaturwissenschaft |
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Friedrich Vischer (1807 - 1887): Der Urvater der Stuttgarter Germanistik
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| Im Jahr 1866 hatte „Vau-Vischer“, der streitbare Schwabe, seinen Platz gefunden: Er las fortan und bis zu seinem Tod am Stuttgarter Polytechnikum. Im Jahr 1869 erhielt er dort einen Lehrstuhl für Ästhetik und Literaturgeschichte – den Lehrstuhl, aus dem nach und nach das heutige Fach Germanistik an der Universität hervorging. Das intellektuelle Erbe Vischers ist vielseitig und reizvoll: Er war Theologe, Philosoph, Politiker, ‚public intellectual‘, Literaturkritiker und -historiker, Zeichner und Schriftsteller in Personalunion. Sein Werk umfasst unter anderem seine umfangreiche, belesene Aesthetik oder Wissenschaft des Schönen (1846-1858), auf die – typisch für Vischer – wenige Jahre später eine grundstürzende und epochemachende Kritik meiner Ästhetik (1866/1873) folgte. Der frühe Vischer steht für ein ästhetisches Denken aus dem Geiste Hegels, der späte für das Gegenteil: für die Forderung nach einer Empirisierung der Ästhetik und ihrer Teilgebiete, für ein neues Interesse an Psychologie, Sprache und Symbolik. Heute folgt die Stuttgarter Germanistik Vischer zwar nicht einfach nach, aber sie lässt sich doch gern von seinem umfassenden, geistig wendigen, der Öffentlichkeit zugewandten und zugleich methodisch anspruchsvollem Denken anregen. |
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