Aktuelles

25. September 2015;

Projektseminar: Sprachpate für Flüchtlinge
(Fabian Dirscherl, Martina Widon, Marcus Willand, Yvonne Zimmermann)

Sprachenzentrum der Universität Stuttgart
Institut für Linguistik/Germanistik
Abteilung Neuere Deutsche Literatur

Die größten Hürden für die Integration von Immigranten sind Sprachbarrieren. Wer die Sprache des Landes, in dem er wohnt, sich ausbilden und arbeiten will, nicht beherrscht, hat keine Chance auf ein eigenständiges Leben. Aus diesem Grund werden Arbeitsimmigranten und erfolgreich Asyl beantragten Flüchtlingen neben den Bedürfnissen des alltäglichen Lebens auch Sprachkurse angeboten. Diesen Bedarf decken Sprachinstitute und Sprachlehrzentren, die auf verschiedenen Niveaus eine große Anzahl an Kursen unterrichten. Gerade für Germanisten und Linguisten erschließt sich hier ein interessantes Arbeitsfeld (das allerdings mit einem Zertifikat im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) ergänzt werden sollte, wie es etwa das Sprachenzentrum unserer Universität mit dem Erweiterungscurriculum DaFLL anbietet). Was ist aber mit den Flüchtlingen, die nicht zuletzt aufgrund ihrer Ausbildung und bisherigen Berufstätigkeit sehr gute Chancen auf eine schnelle berufliche Eingliederung haben, die Bewilligung ihres Asylantrags jedoch wegen der Vielzahl an Flüchtlingen sehr lange auf sich warten lässt?

Dieser Bedarfssituation der aktuellen Lage in Deutschland geschuldet, haben wir für Sie in Zusammenarbeit mit dem Sprachenzentrum ein Projektseminar entwickelt, in welchem Sie sich als Sprachpate für Flüchtlingskleingruppen erproben können. In Absprache mit der Stadt Stuttgart sondieren wir gerade den Bedarf an Sprachpatenschaften und sorgen dafür, dass wir vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem sprachlichen, aber auch kulturellen Integrationsprozess unterstützen. (Das kann auf freiwilliger Basis über den rein akademischen Unterricht hinausgehen ‒ etwa dahingehend, dass nicht nur die sprachlichen Voraussetzungen für Alltagssituationen angeeignet, sondern Flüchtlinge in diesen Alltagssituationen auch begleitet werden.) Welche Sprachkenntnisse ‒ auch im Englischen ‒ hier vorausgesetzt werden können, muss sich erst in der Praxis zeigen.  

Um Sie auf die Anforderungen vorzubereiten, beginnt das Projektseminar mit einem anderthalbtägigen Workshop (Freitagnachmittag/Samstag), der zum einen Ihre interkulturellen Kommunikationskompetenzen trainieren soll (Workshop „Interkultureller Dialog“, 3 Stunden, Elif Polat / Xiao Wang, Sprachenzentrum, Projekt „Tandemlernen“) und Sie zum anderen auf die Sprachpatenschaft selbst vorbereiten wird (Workshop „Sprachpate DaF“, 6 Stunden, Martina Widon, Sprachenzentrum, Abteilung DaF). Bereits hier werden Sie mit den nötigen Unterrichtsmaterialien ausgestattet. Während Sie in den folgenden Wochen ‒ anfangs mit Hilfe der Seminarleiter ‒ Mini-Gruppen von bis zu vier Personen betreuen, werden bei Bedarf das ganze Semester über in regelmäßigen Abständen Besprechungen mit der DaF-Expertin und den begleitenden Dozenten stattfinden. Auf Wunsch können wir auch einen Stammtisch einrichten, bei dem Sie sich mit den anderen unterrichtenden Studierenden absprechen und Erfahrungen austauschen können.

Das Projektseminar ist – nach Verfassens eines zwei- bis dreiseitigen Berichts – im „BA Germanistik HF“, im „BA Linguistik HF“ und im „BA Linguistik Ein-Fach“ als fachaffine Schlüsselqualifikation anrechenbar. Allen anderen Studierenden stellen wir eine Teilnahmebescheinigung aus.  

Termine:

  • Workshop „Interkultureller Dialog“ (Freitag Nachtmittag) + Workshop „Sprachpate DaF“ (Samstag): an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in einer der ersten beiden Semesterwochen
  • Besprechungen: je nach Bedarf, Minimum zwei Mal im Semester.
  • Sprachbegleitung: 1x wöchentlich eine Sitzung im Umfang von ca. 90 Minuten.


Anmeldung
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Per E-Mail melden sich Germanistikstudierende bei Yvonne Zimmermann, Linguistikstudierende bei Fabian Dirscherl bis zum 7.10.2015 an. Bitte nennen Sie uns in der Mail Ihre Matrikelnummer und die Sprachen, die Sie sprechen. Bei großem Andrang entscheidet das Losverfahren über die Teilnahme.