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18. Oktober 2017; Gundula Krüger

Missverstehen – ein interdisziplinärer Workshop“

Inhalt:

Missverständnisse in der Alltagskommunikation lassen sich mit einer Kommunikationstheorie und ihren Modellen erfassen. Doch was ist mit dem Missverstehen von ästhetischen Gebilden, die nicht in einfachen Kommunikationszusammenhängen stehen, sondern sich im Rahmen der Rezeptionsästhetik erfassen lassen? Es käme einem Missverstehen ästhetischen Verstehens gleich, wenn man auch hier auf das Modell der Alltagskommunikation zurückgreifen und z.B. aus der Perspektive der Kognitionswissenschaft von einem Scheitern der Kommunikation sprechen würde. Ein solcher Kategoriensprung provoziert weitere Fragen nach den besonderen Weisen des Missverstehens, die je nach Disziplin erst noch spezifisch zu bestimmen wären.

Mit welchem Kommunikationsmodell könnten die vielfältigen Faktoren und einzelnen Momente, die zu Missverständnissen im Verstehensakt führen können, besser erfasst werden? Handelt es sich hierbei überhaupt immer um Störungen, um ein Scheitern? Missverständnisse können – wie beim Witz, der Ironie oder der metaphorischen Rede – auf intendierten Kategorienfehlern beruhen. Sie können auch – als Ausrede – nur vorgetäuscht sein. Welche Rolle spielen Kontext, Medium, Code, Perspektive, Affekte? Wie lässt sich das Missverstehen im Rahmen von Verstehens- und Sinngebungsprozessen beschreiben, die nicht auf direkter Kommunikation beruhen, wie zum Beispiel im Umgang mit literarischen Texten, historischen Quellen oder Objekten der Kunst?

Anhand exemplarischer Fälle von Missverständnissen und Missverstehen aus den Gegenständen verschiedener Disziplinen wollen wir das Verhältnis von Verstehen, Sinngebungsprozessen und Missverstehen sondieren.

 

Freitag, 12.01.2018, Universität Stuttgart, Keplerstr. 7, Senatssaal

11.00-11.30    
Begrüßung und Eröffnung : Prof. Dr. Matthias Bauer (Univ. Tübingen):

11.30.12.30     
Prof. Dr. Ulrike Cress/ Prof. Dr. Joachim Kimmerle
(IWM Tübingen): 
„Wie gut verstehen Laien die Fragilität wissenschaftlicher Inhalte?“

12.30-14.00   
Mittagspause

14.00-15.00    
Prof. Dr. Renate Dürr
(Uni Tübingen): „Intendierte Missverständnisse: jesuitische Missionare auf der Suche nach Ähnlichkeiten in Religionen und Kulturen der Frühen Neuzeit“

15.00-16.00    
Prof. Dr. Kirsten Dickhaut
(Uni Stuttgart): „Missverstehen als Grundlage der Komödie – Molières ‚l’École des femmes’“

16.00-16.30
Kaffeepause

16.30-17.30
Prof. Dr. Stephan Schwan
(IWM Tübingen): „(Miss-)Verstehen von Text-Bild-Kombinationen“

19.00
gemeinsames Abendessen

 

Samstag, 13.1.2018, Universität Stuttgart, Keplerstr. 17, R. 17.92 

10.00-11.00    
Prof. Dr. Kerstin Thomas
(Univ. Stuttgart): Können Bilder missverstanden werden? Die Kunst und Ihre Betrachter.

11.00-12.00    
PD Dr. habil. Marion Grein
(Uni Mainz): „Das Kommunikationsmodell des Mixed Game Modells (MGM) und Missverständnisse“

12.00-13.30    
Mittagspause

13.30-14.30   
Prof. Dr. Cathleen Kantner (Univ. Stuttgart): Missverstehen- gibt es das? Die Diskussion um die kommunikativen Voraussetzungen transnationaler Öffentlichkeit.

14.30-15.30    
Prof. Dr. Esme Winter-Froemel
(Uni Trier): „Missverstehen, Verdrehen, Reanalysieren – Parameter zur Analyse abweichender Interpretationen“

15.30-16.00   
Kaffeepause

16.00-17.00   
Dr. Anna Kinder (DLA Marbach): Eine Parabolik, zu der der Schlüssel fehlt: Schwierigkeiten des Verstehens bei Kafka.

17.00-17.30   
Abschließende Diskussion

 

Kontakt (Anmeldung bitte bis 10.12.2017): Dr. Marie Wokalek, marie.wokalek@ilw.uni-stuttgart.de

Kontakt: Anmeldung bitte bis 10.12.2017: Dr. Marie Wokalek, marie.wokalek@ilw.uni-stuttgart.de
Links:  Programm für „Missverstehen– Ein interdisziplinärer Workshop“