Geotechnik-Seminar im SS 2013
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Besondere geotechnische Aufgaben beim Umbau der Emscher – Region
Vortrag von Herrn Prof. Dr.-Ing. Dietmar Placzek
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Veranstaltungsdatum: | 13. Mai 2013 16:00 Uhr
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Im Norden des Ruhrgebietes wird derzeit das Jahrhundertprojekt der Umgestaltung einer ganzen
Region realisiert. Es ist die größte Infrastrukturmaßnahme im Land Nordrhein-Westfalen und wird
rund 4,5 Mrd. € kosten. Ziel des Bauherrn, der Emschergenossenschaft, Essen ist es, die immer noch
von der Montan-Industrie geprägte Emscher-Region umzubauen und hierfür das Herzstück, den als
offenen Abwassersammler genutzten Fluss Emscher, sowie seine sämtlichen Nebenläufe naturnah
umzugestalten.
Hierzu ist der Bau von 400 km unterirdisch aufzufahrenden Abwasserkanälen mit Durchmessern
von bis zu 4 m bei Tiefenlagen bis zu rund 40 m erforderlich. Die zu errichtenden Schacht- und
Pumpwerksbaugruben erhalten einen kreisförmigen Grundriss mit Durchmessern bis 50 m bei Tiefen von
über 40 m und wasserdichte Baugrubewände aus Bohrpfählen oder Schlitzwänden. Die Abwasserkanäle
werden im Rohrvortriebsverfahren mit Haltungslängen von bis zu 1.200 m oder in Tübbingbauweise
hergestellt. Erst danach erfolgt die ökologische Umgestaltung mit anspruchsvollen Erd- und
Wasserbauwerken, die bis zum Jahre 2020 abgeschlossen sein soll. Der Vortrag gibt einen Überblick
über die technischen Anforderungen (Berechnung, Bemessung und Konstruktion der Baumaßnahmen), die
Festlegungen im Rahmen der Beobachtungsmethode, die Ausführung und die begleitenden Messungen sowie
erste Erfahrungen bei der Realisierung.
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Verweise:
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