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GESCHICHTE DER MODERNEN ARCHITEKTURTHEORIE (2)
Vorlesung


Dienstags, 09.45 - 11.15 Uhr
1.Termin: Dienstag, 20. 04.2010
Breitscheidstrasse 2a, Hörsaal M 200
Prof. Dr. Gerd de Bruyn

BAUMEISTER SOLNESS| Bühnenarchitektur
Entwurf


Dienstags, 14:00 Uhr
1. Termin: Dienstag, 20.04.2010
K1, Raum 604, 14 Uhr
Prof. Dr. Gerd de Bruyn, Asli Serbest, Mona Mahall, Katja Thorwarth
ASK THE DUST | Literatur und Architektur in L.A.
Seminar
 

Donnerstags, 11:00 Uhr
1.Termin: Donnerstag, 22.04.2010,
K1, Raum 604, 14 Uhr
Prof. Dr. Gerd de Bruyn,

STOREFRONT: DRESSING GALAXIES
Entwurf und Exkursion


Montags, 14:00 Uhr
1.Termin: Dienstag, 20.04.2010,
K1, Igma, 11 Uhr
Prof. Dr. Gerd de Bruyn, Asli Serbest, Mona Mahall, Katja Thorwarth,
Susanne Haubold

STOREFRONT: DRESSING GALAXIES
Seminar zum Entwurf


Blockveranstaltung
1. Termin: Dienstag, 20.04.2010,
K1, Igma, 11 Uhr
Prof. Dr. Gerd de Bruyn, Mona Mahall

VOM GRÜNEN STÄDTEBAU
oder wie kommt der Baum in die Stadt?
Seminar


Dienstags, 9:00 Uhr
1.Termin: Dienstag, 20.04.2010,
K1, Raum 604, 9 Uhr
Prof. Wolfgang Schwinge, Ferdinand Ludwig


Diese für Hörer aller Fachbereiche offene Lehrveranstaltung gehört zum
Pflichtprogramm der Architektur-studentInnen des vierten Semesters. In diesem Sommer widmen wir uns den kulturellen Folgen der Industriellen Revolution: der Zivilisationskritik, der Großstadtfeindschaft und der Programmatik der modernen und postmodernen Architektur, die wir aus wichtigen Texten von Otto Wagner, Frank Lloyd Wright, Adolf Loos, Le Corbusier, Hugo Häring, Robert Venturi, Rem Koolhaas und Peter Eisenman herauslesen.


Henrik Ibsens „Baumeister Solness“ (1892) ist das berühmteste Theaterstück, dessen Hauptperson ein Architekt ist. Spannend ist, wie das Bild dieses Architekten gezeichnet wird: Harvard Solness hat‘s weit gebracht, er ist ein erfolgreicher und über Leichen gehender „Selfmade Man“, der als Architekt und Mensch Bestehendes niederreißt, um Neues bauen zu können. Junge Menschen ziehen ihn an und gleichzeitig hat er Angst vor ihrer Kraft und Kreativität. Er fürchtet von der kommenden Generation entthront zu werden. Ibsens Stück verbindet Generationskonflikt und Künstlerdrama: Solness Lebensziel ist die
Selbstverwirklichung und Umsetzung großer Visionen, die brüchig werden, als
er mit der jungen Hilde konfrontiert wird. Das Wiedersehen mit ihr wirft den
alten Baumeister aus der Bahn und bringt ihn sogar um.

Wir werden uns mit Ibsens schonungsloser Beschreibung unseres Berufsstandes auseinandersetzen und unser eigenes Berufsbild kritisch hinterfragen. Dabei wird sich zeigen, dass der Architekt in diesem Drama als Sinnbild für die moderne Leistungsgesellschaft schlechthin steht, die der Autor als eine inhumane Produktionsmaschine von Einsamkeit, Neid, Eifersucht und blindem Ehrgeiz bloßstellt.

Den Entwurf begleiten seminaristische Erörterungen zur Dramaturgie des
Stückes, zu Peter Zadeks Neutextfassung seiner legendären Münchner Inszenierung von 1983, die das Stück einmal mehr in die Gegenwart holte.
Natürlich werden wir uns ein Theater aussuchen, das gerade den Baumeister
Solness im Programm hat, um dort gemeinsam eine Aufführung zu besuchen. Der bedeutende Dramaturg Michael Huthmann wird zum Vortrag eingeladen und wir werden wie immer Bühnenbildner zur Mitarbeit in den Rundgängen auffordern.



DIn diesem Seminar unternehmen wir etwas Außergewöhnliches: Wir lesen das Meisterwerk des bedeutendsten kalifornischen Schriftstellers – John Fantes Roman „Ich - Arturo Bandini“ (im Original: Ask the Dust, zuletzt verfilmt mit Colin Farrell und Salma Hayek, Produzent: Tom Cruise, 2006) – und konfrontieren es den kalifornischen Meisterarchitekturen Rudolf Schindlers und Richard Neutras, die beide Schüler von Adolf Loos und Mitarbeiter von Frank Lloyd Wright waren. John Fante schrieb Ask the Dust 1939 und verlegte auch die Handlung seines Romans ins gleiche Jahr. Schauplatz ist Los Angeles, seine Menschen, Straßen und Häuser. Doch nicht die Viertel der Begüterten, sondern die heruntergekommenen Gegenden in Downtown. Arturo Bandini, ein kiffender Wilhelm Meister, lebt in einem schäbigen Hotel am Hang und weiß so gar nichts von den Villen, die an anderen Hängen lehnen, eben dort, wo die reichen Leute wohnen. Für sie entwarfen Schindler und Neutra die denkbar elegantesten Bungalows.

Wir wollen zwei außerordentlich stilbildende Werkkomplexe aufeinander beziehen: Fantes umgangssprachliche Texte, die die Popliteratur inspirierten, und Neutras Architektur, die den modernen Bungalow- und Case-Study-House-Styl prägte. Wir fragen uns: Warum haben modernes Schreiben und modernes Bauen nichts miteinander zu tun? Weshalb heroisierte Fante die Armut, während Schindler und Neutra den Reichtum feierten? Handelt es sich hier um pure Gegensätze oder um komplementäre Phänomene, die ohne Unterschied von einer Filmindustrie aufgesaugt wurden, die sich John Fante als Drehbuchautor und das mondäne ’Haus am Hang’ für so berühmte Streifen wie Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“ zunutze zu machen wusste?


Es geht um die Wiederaneignung der Ladenfront und des Schaufensters als architektonisches Thema. Friedrich Kiesler, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Andy Warhol, FAT haben das Schaufenster für ihre künstlerisch-architektonischen Interessen benutzt und als Schlüsselfigur der Moderne verstanden. Uns geht es darum, das Schaufenster als architektonisches Feld zu behandeln, auf dem wir nicht nur spazieren gehen wie Walter Benjamins Flâneur im 19. Jahrhundert in Paris. Wir begreifen das Schaufenster vielmehr als einen strategischen Spiel-Raum, in dem Entwerfen zur Aneignung des öffentlichen Raumes werden kann.
Der Entwurf fluktuiert zwischen Mode, Markt und Monopoly. Deshalb machen wir eine Exkursion nach Istanbul, der ältesten Handelsstadt der Welt. Der Stadt, in der sich Schaufenster in allen Strassen finden, in Schlossalleen genauso wie in Badstrassen. Istanbul ist nicht Paris, das immer das Zentrum der Mode gewesen ist. Istanbul setzt weder ein stilistisches noch ein thematisches Limit. Wir werden diese Stadt durchstöbern wie einen Kleiderschrank, einen Fundus, ein Minenfeld.
Zuvor, jedoch, beschäftigen wir uns mit konzeptionellen Fragen, wie sie Kiesler stellt in seinem Buch Contemporary Art applied to the Store and its Display, wie sie bei Walter Benjamin und Lyman Frank Baum auftauchen.

Der Entwurf wird im Breuninger – Schaufenster am Marktplatz in Stuttgart realisiert.

Der Entwurf ist Voraussetzung für eine Teilnahme an der Exkursion. Das Seminar ist Voraussetzung für den Entwurf.
Maximale Teilnehmerzahl: 12



Es geht um die Wiederaneignung der Ladenfront und des Schaufensters als architektonisches Thema. Friedrich Kiesler, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Andy Warhol, FAT haben das Schaufenster für ihre künstlerisch-architektonischen Interessen benutzt und als Schlüsselfigur der Moderne verstanden. Uns geht es darum, das Schaufenster als architektonisches Feld zu behandeln, auf dem wir nicht nur spazieren gehen wie Walter Benjamins Flâneur im 19. Jahrhundert in Paris. Wir begreifen das Schaufenster vielmehr als einen strategischen Spiel-Raum, in dem Entwerfen zur Aneignung des öffentlichen Raumes werden kann.
In diesem Sinn untersuchen wir Ideen des österreichisch-amerikanischen Architekten Friedrich Kiesler, der die Synthese von Malerei, Bildhauerei und Architektur als Galaxies bezeichnete. Wir lesen Walter Benjamin und Lyman Frank Baum, die Mode als ein gesellschaftliches Phänomen betrachten. Als Objekt des Begehrens, das uns durch ein Schaufenster gegenüber tritt. Wir diskutieren, zusammen mit Asli Serbest, Katja Thorwart und Susanne Haubold, Möglichkeiten und Strategien architektonischer Intervention und Umsetzung.


Architektur und Städtebau surfen aktuell auf einer „neuen grünen Welle“.
Zwar hat das Grün in der ersehnten Versöhnung von Natur und Stadt durch die gesamte Geschichte des modernen Städtebaus immer schon eine zentrale Rolle gespielt; vor dem Hintergrund der anhaltenden Umweltdebatte – Klimawandel, Feinstaubbelastung .... – kommt kein nationales und kein internationales Projekt, kein Rendering und kein Plan ohne das Versprechen besonderer „grüner Qualitäten“ aus.

Dabei tauchen in letzter Zeit auch neue grüne Bautypologien auf, wie beispielsweise die „vertikalen Gärten“ oder auch die am Igma entwickelte Baubotanik, die neue Möglichkeiten der Entwicklung von Grünräumen im städtebaulichen Kontext eröffnen. Ausgehend von aktuellen Tendenzen und Projekten machen wir uns auf eine Spurensuche des „grünen Städtebaus“. Wir fragen danach, welchen Visionen, welchen Utopien er gefolgt ist, welche seiner Leitbilder heute noch gelten und unsere Planungspraxis prägen und welche gescheitert sind, mit welchen Argumenten „das Grün in der Stadt“ begründet wurde und welche davon bis heute gültig sind.

Die Teilnahme an dem Seminar „Waterscapes“ (ILPÖ) wird nahegelegt. Zusammen mit dem ILPÖ ist eine Exkursion u. a. nach Zürich in Planung, wo wir realisierten Projekten und Konzepte kennenlernen werden.

Das Seminar ist offen für Studentinnen und Studenten der Oberstufe. Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache sind mit Verweis auf das notwendige Literaturstudium Voraussetzung.

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