Stehende Seile

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Stefan Hecht

 

Stehende Seile Prüfstand für Zerreissversuche 
Prüfstand für Zerreißversuche

Neben den laufenden Seilen gibt es in der Praxis auch Seile, die überwiegend durch schwellende Zugkräfte belastet werden. Solche Seile finden sich hauptsächlich im Bereich der Architektur wie bspw. Trag- oder Abspannseile von Brücken, Stadien oder modernen Gewerbebauten. Auch Tragseile von Kabelkranen und Seilbahnen werden vorwiegend schwellend belastet.

Bei Draht- aber auch bei Faserseilen kommt es dabei zu wechselnden Verformungen der Seilstruktur und insbesondere bei Drahtseilen zu einem Spannungskollektiv aus Biege- und Torsionsspannungen sowie weiteren, s.g. sekundären Spannungen und Pressungen.

Um für diese Art der Belastung die Lebensdauer zu bestimmen bzw. eine wirtschaftliche Betriebszeit für Seil und Endverbindung zu gewährleisten, sind Zugschwellversuche notwendig.Hierbei wird das Seil, ausgehend von einer unveränderlichen Mittellast, mit einer bestimmten Kraftamplitude zyklisch belastet. Durch diese Versuche werden bspw. unterschiedliche Verkehrslasten oder Windlasten simuliert. Die Ergebnisse der Versuche werden schließlich verwendet, um Aussagen über den Zeitpunkt des Seilwechsels, der s.g. Ablegereife, zu treffen und fließen letztlich in die anwendungsabhängige Dimensionierung mit ein.

 

Stehende Seile Prümaschine Zug/Schwell 
Prüfmaschinen für Zug-
und Zugschwellversuche
Eine weitere Art der Seilprüfung sind Bruchlast- oder Zerreißversuche. Hierbei wird das Seil bei kontinuierlichem Anstieg der Prüfkraft bis zum kompletten Versagen getestet. Die so ermittelte Bruchkraft ist insbesondere für die sichere Dimensionierung von Seilen ein wichtiger Kennwert.
 
Für die statischen oder dynamischen Zug- bzw. Zugschwellversuche stehen am IFT Prüfmaschinen für Wechselbelastungen bis 800kN und für Zugkräfte bis 2500kN zur Verfügung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, im Dauerversuch Dehnungs- bzw. Kriechmessungen an Seilen durchzuführen sowie mittels Dehnungsmessstreifen Verformungen an den Seilendverbindungen aufzuzeichnen. Zudem können die Seile während des Versuchs mit dem nicht zerstörenden, magnetinduktiven Prüfverfahren überwacht werden.