Forschungsförderung und NS-Verfolgungserfahrung
Forschungsförderung und NS-Verfolgungserfahrung
Datum: 7. Mai 2013 17:30
Ort: Campus Stadtmitte, Keplerstr. 17, Hörsaal 17.17
Dialogo-Vortrag
Dr. Karin Orth, Universität Freiburg
"Forschungsförderung und NS-Verfolgungserfahrung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die jüdischen/”nichtarischen” Wissenschaftler (1920-1960)"
Das Forschungsvorhaben analysiert erstmals systematisch den Umgang der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit jüdischen bzw. als „nichtarisch“ oder „jüdisch versippt“ klassifizierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen von 1920 bis in die 1960er Jahre. Drei Untersuchungskomplexe stehen im Mittelpunkt: Erstens wird gefragt nach den Inklusion in das wissenschaftliche Feld gewährenden bzw. auf Exklusion aus dem deutschen Wissenschaftssystem zielenden Maßnahmen der DFG gegenüber Wissenschaftlern, die aus rassistischen Gründen als unerwünscht galten. Zweitens werden die Biografien der betroffenen Forscher selbst rekonstruiert und analysiert. Welche beruflichen Positionen hatten die seit 1933 entlassenen Gelehrten eingenommen und in welchen wissenschaftspolitischen Gremien hatten sie sich engagiert, welche Auswirkungen hatte die nationalsozialistische Vertreibungspolitik auf ihre beruflichen Werdegänge und ihre wissenschaftliche Tätigkeit? Der dritte Teil der Studie untersucht, ob die vertriebenen Wissenschaftler nach Kriegsende nach Deutschland zurückkehrten und welche Vergangenheits-politik in der 1949 wiedergegründeten Forschungsgemeinschaft vorherrschte.
