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Schnellimbisse in Pompeji? > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > >
 
  buchtipp   Unter dem Vesuv    
 

  Prof. Wolfram Ressel (rechts) gratuliert dem neuen Ehrendoktor Reint de Boer
  Unter dem Vesuv

Prof. Wolfram Ressel (rechts) gratuliert dem neuen Ehrendoktor Reint de Boer

Wer hätte das gedacht? Schon die Bewohner des alten Pompeji schätzten Fast Food, auch wenn sie es zweifellos nicht so nannten. Immerhin gab es 80 Schnellimbisse für eine Bevölkerung von 20.000 Menschen. Nahmen sich die Menschen schon damals keine Zeit zum Essen? Prof. Holger Sonnabend vom Historischen Institut der Uni Stuttgart liefert dafür in seinem Buch „Unter dem Vesuv – Alltag in Pompeji“ die Erklärung: Die Stadt war nach dem Erdbeben im Jahr 62 nach Christus immer noch eine große Baustelle und eine Stadt im Wandel. Handwerker und Bauarbeiter konnten es sich vom Zeitaufwand nicht leisten, zuhause oder in einer Gaststätte eine Mittagspause einzulegen. Da waren Schnellimbisse und Garküchen mit ihren preiswerten Angeboten hilfreich. Und auch die aufstrebenden Jungunternehmer der Stadt gingen lieber ihren Geschäften nach, als sich tagsüber Zeit zum Essen zu nehmen. Doch im Jahr 79 bedeckte der Vesuv Pompeji mit einer dicken Schicht aus Asche und Vulkangestein, brachte alles Leben zum Stillstand und ermöglichte der Nachwelt Einblicke, die sonst verborgen geblieben wären. Holger Sonnabend lässt in seinem vergnüglich zu lesenden Buch das Alltagsleben in Pompeji lebendig werden. Das reicht vom Wohnen in Villen und Mietskasernen über Sport und Freizeit zwischen Arena und Rotli.htmlilieu bis zum Leben mit den Göttern.

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Holger Sonnabend: Unter dem Vesuv – Alltag in Pompeji, Primus Verlag 2007, ISBN: 978-3-89678-340-0, Euro 16,90.

 

 

 

KURZ BERICHTET > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > >

  buchtipp Ja wo laufen sie denn?

  Prof. Wolfram Ressel (rechts) gratuliert dem neuen Ehrendoktor Reint de Boer
  trittspuren in Schneefeldern

Zaghafte Fußstapfen oder breite Trampelpfade – welche Markierungen Mensch und Tier auf ihren täglichen und nicht alltäglichen Wegen hinterlassen, illustriert die Publikation „Laufspuren“ von Prof. Klaus Humpert, Emeritus des Städtebau-Instituts. In eindrucksvollen Fotos, Texten und Graphiken analysiert der Autor die Trittspuren in Schneefeldern oder auf Wanderwegen, fragt nach den Gesetzmäßigkeiten von Wegentscheidungen und Navigation und verdeutlicht die Dramatik „verlorener Wege“. Auf dem Stuttgarter Uni-Campus dokumentierte der Wissenschaftler vom KII aus, wie die Studierenden einen scharfen Haken um ein Blumenbeet schlagen, um jeden Meter zum Eingang des Kollegiengebäudes zu sparen. Durch die ständige Begehung des kürzesten Weges haben die Passanten hier im Winter sogar eine Eisplatte erzeugt.

Klaus Humpert: Laufspuren, Edition esefeld & traub, ISBN 978-3-9809887-1-1, 47 Euro.

Prof. Wolfram Ressel (rechts) gratuliert dem neuen Ehrendoktor Reint de Boer
 

 

 

 

Pilgertagebuch in neuhochdeutscher Übersetzung > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > >
 
  buchtipp Rom – Jerusalem – Santiago   
 

Im November 1496 brach der Ritter Arnold von Harff zu einer abenteuerlichen Weltreise auf, die ihn zu den großen Pilgerzielen der Christenheit nach Rom, Jerusalem und Santiago führe. Sein Pilgertagebuch stellt ein einzigartiges kulturgeschichtliches Zeugnis dar, das ein farbiges Bild von Italien, der Welt des Islam, von Palästina und den Besonderheiten des spätmittelalterlichen Pilgerwesens zeichnet. Prof. Folker Reichert, Inhaber des Lehrstuhls Mittlere Geschichte am Historischen Institut der Uni, legte den Reisebericht gemeinsam mit Prof. Brall-Tuchel, Düsseldorf, nun erstmals in neuhochdeutscher Übersetzung vor und machte ihn als kommentierte Leseausgabe einem breiteren Publikum zugänglich.

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Helmut Brall-Tuchel, Folker Reichert: Rom – Jerusalem – Santiago, Böhlau Verlag 2007, ISBN 978-3-412-20026-8, Euro 29,90.

  

 

 

 

Wertstromdesign > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > >
 
  buchtipp   Der Weg zur schlanken Fabrik    
 

Zur Optimierung der Produktion wurde in den letzten Jahren mit zunehmendem Erfolg das Instrument „Wertstromdesign“ eingesetzt. Zu verstehen sind darunter alle Aktivitäten, die notwendig sind, um ein Produkt vom Rohmaterial bis in die Hände des Kunden zu bringen. In seinem Buch „Wertstromdesign – Der Weg zur schlanken Fabrik“ beschreibt Dr. Klaus Erlach vom Fraunhofer Institut Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) ausführlich und anwendbar die Methode, die durch ihre kompakte Visualisierung der gesamten Produktion einmalig ist. Beispiele aus der Praxis ergänzen und veranschaulichen die Anwendung von Wertstromdesign. Das Buch ist für Fachkräfte aus den Bereichen Produktion, Logistik, Arbeitsvorbereitung, Produktionsplanung und –steuerung geschrieben, dürfte aber auch für Maschinenbau-Studierende mit dem Schwerpunkt Produktionsmanagement informativ sein.

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Erlach, Klaus: Wertstromdesign, Springer Verlag 2007, Reihe VDI-Buch, ISBN 978-3-540-37178-6, Euro 59,95.

 

 

 

Dritte Ausgabe des Themenhefts Forschung > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > >
 
  buchtipp   Facettenreicher Leichtbau    
 

Das facettenreiche Forschungsfeld des Leichtbaus steht im Mittelpunkt der dritten Ausgabe des Themenhefts Forschung. Nach der Systembiologie und der Photonik stellt das Heft damit erneut eine breite und ausgewiesene Profillinie der Universität Stuttgart vor, die sich über bestehende Fach- und Organisationsgrenzen hinweg ausgebildet hat.

   Leichtbau ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Methoden, Materialien, Produkten und Anwendungsgebieten, die von der Grundlagenforschung bis in die industrielle Praxis reichen. Von den vielfältigen Bereichen des jungen und zukunftsträchtigen Forschungsgebiets gibt das Heft eine spannende Auswahl in ausführlichen Beiträgen wieder. Es sind besonders die Faserverbundstoffe, deren Einsatz in Natur und Technik dargestellt wird und die alle Bereiche des Verkehrs von der Luftfahrt bis zu modernen Fahrzeugkonzepten beeinflussen. Der stoffliche Leichtbau kennt noch weitere Materialien, die dem jeweiligen Anwendungszweck entsprechend maßgeschneidert werden können. Und schließlich bestimmen die Möglichkeiten modernen Leichtbaus auch die Architektur und das Bauwesen und reformieren dabei auch den Prozess des Entwerfens in diesen Bereichen.

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Das Themenheft Forschung kann in begrenzter Anzahl über das Dezernat Akademische und Selbstverwaltungsangelegenheiten der Universität Stuttgart angefordert werden, Fax 0711/685-82291, e-mail: dezernat1@verwaltung.uni-stuttgart.de.

 

 

 

Flucht, Vertreibung und Ostgebiete > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > >
 
  buchtipp   Die Deutung des Verlusts    
 

Flucht und Vertreibung der Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße stehen im Mittelpunkt der Dissertation von Christian Lotz  am Historischen Institut der Uni. Die Studie erörtert erstmals zusammenhängend die erinnerungspolitischen Kontroversen der 1950-er und 1960-er Jahr in der Bundesrepublik und in der DDR. Sie lässt den Schlagabtausch im Kampf um die Deutungshoheit lebendig werden und zeigt, wie sich die Kräfteverhältnisse im Laufe der Nachkriegzeit verschoben haben. Im Mittelpunkt stehen die Positionen, die von Landsmannschaften, evangelischen Kirchengemeinschaften und der Helmut-von-Gerlach-Gesellschaft in die Debatten eingebracht wurden. Die Spannweite der Wertungen reicht von einer Verurteilung der Vertreibung als Unrecht bis zu ihrer Rechfertigung als Folge des Krieges. Dabei wird deutlich, dass die Kontrahenten immer nur solche Ausschnitte hervorgehoben haben, die ihrer Argumentation dienlich waren.

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Christian Lotz: Die Deutung des Verlusts, Böhlau Verlag 2007, ISBN 978-3-412-15806-4, 320 Seiten, Euro 37,90.

 

 

 

Kostensenkung durch Ressourceneffizienz > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > > >
 
  buchtipp   Fitnesstraining für die Produktion    

Wie können neue, variantenreiche Produkte auf vorhandenen Anlagen möglichst günstig produziert werden? Dieses Problems haben sich Wissenschaftler des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) angenommen. Sie entwickelten ein neues Regelungsinstrument, das Kostensenkungen um etwa 40 Prozent bringen soll. Die Ergebnisse des als „synchronisierte Produktion“ beschriebenen Ansatzes sind jetzt in Buchform erschienen.*)

 

Kernstück des Reglers ist ein standardisierter Prozess, der Daten der Produktionsplanung und der Nachkalkulation, so zum Beispiel Aufträge, Liefer- und Wartungszeiten oder Personalpläne, auswertet. Der Regler setzt am gegenwärtigen Produktionssystem an und simuliert Verbesserungsmaßnahmen wie Neuinvestitionen, Umrüstungen oder Personaländerungen. Dabei bewertet der Regler verschiedene Szenarien und wählt das für das Gesamtsystem effizienteste und damit kostengünstigste Szenario aus. Nachdem die ausgewählten Maßnahmen umgesetzt sind, geht das geänderte Produktionssystem als Basis für neue Simulationen in den Regler ein. Durch die kontinuierliche Überprüfung soll das Produktionssystem trotz unterschiedlicher Aufträge, Bauteile oder Durchlaufzeiten immer am optimalen Betriebspunkt gefahren werden.

   Eine wichtige Vorrausetzung für das Funktionieren des Reglers ist der Blick auf das Gesamtsystem. „Viele Optimierungsmaßnahmen zielen auf die Verbesserung eines Teilsystems, also zum Beispiel einer Anlage oder eines Fertigungsschrittes. Es nutzt jedoch gesamtwirtschaftlich nichts, an einer Stelle kürzere Durchlaufzeiten zu erzielen, wenn die zügige Weiterverarbeitung nicht gewährleistet ist oder andere Produkte deshalb warten müssen“, kritisiert Dr. Jörg Niemann, Gruppenleiter am IFF, die bisher gängigen Verfahren. Der am IFF entwickelte Ansatz der synchronisierten Produktion macht es möglich, auch bei zahlreichen Produktvarianten und veränderlichen Kundenwünschen die Produktion schnell und kostengünstig anzupassen. Kostenintensive Neuinvestitionen oder Lieferverzögerungen aufgrund mangelnder Auslastung oder zu hoher Durchlaufzeiten gehören damit der Vergangenheit an. „Der Regler ist auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen sofort einsetzbar, da er Daten aus der inzwischen gängigen digitalen Planung integriert. Damit führt er den Gedanken der Digitalen Fabrik konsequent fort“, betont Prof. Engelbert Westkämper, Leiter des IFF und des Fraunhofer IPA. Auf diese Weise kann auch bei kurzlebigen Produkten die Lebensdauer einer Fabrik erheblich verlängert werden. Der größte Vorteil liegt freilich in der Kostensenkung: Bei den bisherigen Anwendungen des Reglers kam es zu Einsparungen von rund 40 Prozent. uk

*) Niemann, Jörg: Eine Methodik zum dynamischen Life Cycle Controlling von Produktionssystemen. Heimsheim: Jost Jetter Verlag, 2007. ISBN(10) 3-939890-13-8

KONTAKT

 
                                                                

Jörg Niemann
Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb
Tel. 0711/970-1165
Fax 0711/970-1220
e-mail: jon@iff.uni-stuttgart.de      


   

 

 

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  buchtipp   Mythos Hindenburg    
 

Im Rahmen der Hindenburg-Forschung am Historischen Institut, Abteilung Neuere Geschichte, entstand auch die jetzt erschienene Dissertation von Jesko von Hoegen. In seiner Publikation „Der Held von Tannenberg“ beleuchtet er die zweite Karriere Hindenburgs nach dem Ende seiner militärischen Laufbahn.

   Mit der Schlacht von Tannenberg im Jahr 1914 und damit der Rettung Ostpreußens vor einer russischen Besatzung begann der Mythos um den Preußischen General und späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Als „Held von Tannenberg“ galt Hindenburg den Deutschen fortan als Retter aus einer Krise; er wurde zur nationalen Symbol- und Identifikationsfigur. Der Mythos sollte Kriegsniederlage und Revolution überdauern und wurde zu einem entscheidenden Faktor im politischen Kräftefeld der Weimarer Republik. Im „Dritten Reich“ entfaltete er eine systemstabilisierende Wirkung als Schutzschild der national-sozialistischen Gleichschaltungspraxis. Von Hoegen kommt zu dem Ergebnis, dass der Mythos kein Produkt einer staatlich gelenkten Propaganda war, sondern aus Dankbarkeit gegenüber dem „Befreier Ostpreußens“ in der Bevölkerung entstand. Er deutet den Hindenburg-Mythos als Spiegel der Befindlichkeit der deutschen Gesellschaft, ihrer Werte, Vorstellungen und Sehnsüchte.

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Jesko von Hoegen: Der Held von Tanneberg, Böhlau Verlag 2007, ISBN 978-3-412-17006-6, Euro 54,90.

 

 

 

 

 

 

 

 
last change: 20.12.07 / yj
Pressestelle der Universität Stuttgart