Die Universität Stuttgart definiert sich als Forschungsuniversität
und will innerhalb von zehn Jahren eine der weltweit führenden Forschungsuniversitäten
werden. Wie im Hinblick auf dieses Ziel das zurückliegende Geschäftsjahr
verlaufen ist, erläuterte Rektor Prof. Wolfram Ressel am 10. Dezember
in seinem Rechenschaftsbericht vor dem Öffentlichen Senat. Im Berichtsjahr
wurden wesentliche Aufgaben im Bereich Forschung und Technologie umgesetzt.
So wurde der Prozess der Schärfung des Forschungsprofils und der Neustrukturierung
der Universität abgeschlossen und im Rahmen des Struktur- und Entwicklungsplans
2008 bis 2012 vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
bewilligt. Der Rektor berichtete von verschiedenen Initiativen zur internen
und regionalen Vernetzung: Mit der Einrichtung des Stuttgart Research Centre
of Simulation Technology 2007 sowie der Gründung des Automotive Simulation
Center Stuttgart 2008 sind erste interdisziplinäre Forschungszentren
entstanden und gemeinsam mit der Universität Tübingen gründete
die Uni Stuttgart das Interuniversitäre Zentrum für Medizinische
Technologien (IZST). Die Entwicklung weiterer Maßnahmen bildet eine
zentrale Aufgabe der kommenden Legislaturperiode, konkret in Planung ist
der Aufbau eines Photonik-Zentrums.
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Bei den Drittmitteln hält die Uni Stuttgart ihren Platz an der Spitze: 135 Millionen Euro wurden eingenommen. Stärkster Drittmittelgeber ist die Industrie (39,2 Prozent), gefolgt von der Bundesförderung (23,4 Prozent) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG (10,5 Prozent). Erstmals sind im Gesamthaushalt 2007 der Uni in Höhe von 372,9 Millionen Euro auch die Studiengebühren enthalten. „Ein beachtlicher Batzen Geld“, sagte Wolfram Ressel angesichts der 12,9 Millionen Euro, „die zielorientiert in der Lehre eingesetzt werden.“ |
Auch auf den doppelten Abiturjahrgang 2012 bereitet sich die Uni gezielt vor. Es stehen insgesamt 126 neue Studienplätze bereit und ab dem Wintersemester 2009/10 zwei neue Studiengänge – Medizintechnik und Erneuerbare Energien – mit je 50 Plätzen. „Gut angenommen“, so Ressel „werden die berufsbegleitenden Master-Online-Kurse Bauphysik und Logistikmanagement, die ergänzt werden sollen um die Masterkurse für Alternsmanagement- und Beratung, Nano- und Optoelektronik und Akustik.“
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Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Uni Stuttgart, Dr. Karin Thöne, konnte in ihrem letzten Jahresbericht vor dem Öffentlichen Senat auf viele erfolgreiche Projekte hinweisen. „Mit 14 Professorinnen und zwei Juniorprofessorinnen steht die Uni Stuttgart im Vergleich zu anderen Hochschulen in Deutschland allerdings ziemlich schlecht da“, bedauerte Karin Thöne. Nur bei den Habilitationen hat die Uni Stuttgart mit einem Frauenanteil von 33,3 Prozent den Bundesdurchschnitt (24,3 Prozent) überflügelt. Da die DFG ihre Mittelvergabe in Zukunft von einem „vernünftigen Genderkonzept“ und dessen Umsetzung abhängig machen wird, soll an der Uni Stuttgart ein Gender-Beirat eingerichtet werden, der ein nachhaltiges Gesamtkonzept mit Einzelmaßnahmen für die verschiedenen Zielgruppen erarbeitet, erklärte Dr. Gabriele Hardtmann (Bild), die seit August 2008 das Amt der Gleichstellungsbeauftragten inne hat. |


Studienanfänger im Hauptfach vom Sommersemester und Wintersemester
2008 ohne Promotions- und Zeitstudierende.
Stand: 14.11.2008, Abt. Berichtswesen; *
neuer Studiengang, ** ausgesetzt
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Der Trend bei den Studentenzahlen zeigt
nach oben und die Kernfächer der Universität Stuttgart, insbesondere in den Ingenieurwissenschaften,
sind bestens ausgelastet. Insgesamt sind in diesem Semester 19.879 Studierende
eingeschrieben, davon 6.579 Frauen (Vorjahr 6.486) und 4.481 Studierende
aus dem Ausland (Vorjahr 4.672). Im Vorjahr verzeichnete die Statistik
insgesamt 19.702 Studierende. 3.875 Ersteinschreiber haben sich für
die Universität Stuttgart entschieden (Vorjahr 3.277). Ein Bündel
von Maßnahmen – darunter die verpflichtende elektronische
Bewerbung, die vorgezogene Zulassung unmittelbar nach Bewerbungsschluss
sowie Personalverstärkung – haben zur Optimierung und Beschleunigung
beigetragen. „Mit dem neuen Verfahren hat die Uni Stuttgart einen
enormen Sprung nach vorne gemacht“, so die Bilanz von Uni-Rektor
Wolfram Ressel, der sich besonders freut, dass auch die Vorgaben des
landeseigenen Ausbauprogramms 2012 erfüllt werden konnten. „Wir
sind insgesamt sehr zufrieden“, betont er. www.uni-stuttgart.de/ueberblick/bilder_zahlen/statistik/studierende.html |
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Das Rennteam der Universität Stuttgart war im letzten
Jahr mit seinem selbstentwickelten Rennboliden bei den Formula Student-
Wettbewerben sehr erfolgreich. Die Krönung gelang beim letzten Rennen
der Saison im November im australischen Melbourne. Dort errangen die
Stuttgarter Studierenden den Weltmeistertitel. Deshalb wurde den Nachwuchskonstrukteuren
und -rennfahrern am 15. Januar die Ehre zuteil, im Stuttgarter Rathaus
von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster empfangen zu werden.
Dieser war begeistert von der Leistung der Studierenden. Er betonte,
dass dieser Erfolg ein weiteres Zeichen für die Exzellenz der Universität
Stuttgart sei und wünschte dem Team viel Erfolg für die folgenden
Wettbewerbe. Auch in diesem Jahr baut das aus 35 Studierenden bestehende
Rennteam einen neuen Boliden in eigener Regie, wie es die Regeln für
den internationalen Konstruktionswettbewerb Formula Student vorsehen.
Am 6. Mai ist das Roll-Out für den neuen Rennwagen F0711-4 geplant,
mit dem die Studierenden dann zunächst bei den Wettbewerben im Juli
in Großbritannien und im August auf dem Hockenheim Ring starten
wollen. Hier mussten sie im letzten Jahr die einzige Niederlage hinnehmen.
Die Ziele für die kommende Saison fasst der Student und Teammitglied
Moritz Baber bündig zusammen: „Fertig werden, ankommen, gewinnen.“ www.rennteam-stuttgart.de/ |
interviews
mit klugen köpfen
Viele bekannte Forscher sind in Baden-Württemberg aktiv. Um deren Wissen
und Erfahrung zu dokumentieren, stellte Prof. Klaus Hentschel, Leiter der Abteilung
für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik, die Seminaraufgabe,
Interviews mit einigen der wichtigen Akteure zu führen. Nach gründlicher
Vorbereitung zogen die Studierenden mit Fragenkatalog und Aufnahmegerät
los, um „oral history“ zu betreiben. So entstanden einmalige, zeitgeschichtliche
Dokumente. Zu den Befragten zählt beispielsweise Prof. Gerhard Heimerl,
emeritierter Leiter des Instituts für Eisenbahn und Verkehrswesen der Uni
Stuttgart und maßgeblicher Planer des Projekts Stuttgart 21. Der ehemalige
CDU-Bundestagsabgeordnete Prof. Paul Laufs war längjähriges Mitglied
in der Reaktor-Sicherheitskommission und berichtet von den technischen Besonderheiten
der Atomkraft und von ihren Befürwortern und Gegnern. Adolf Frank, Techniker
und langjähriger Leiter der Raketenprüfstände des Deutschen Zentrums
für Luft- und Raumfahrt, erzählt von der Pionierstimmung, die während
der 1960er Jahre in seinem Arbeitsbereich herrschte. Alle Schrift- und Tondokumente
sind im Universitätsarchiv einzusehen. Einige Transskriptionen sind online
abrufbar.
www.uni-stuttgart.de/hi/gnt/hentschel/interviews.htm
kontakt:
Prof. Klaus Henschel, Historisches Institut, Abt. GNT, Tel. 0711/685-82313,
e-mail: klaus.hentschel@po.hi.uni-stuttgart.de
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Glasfasern als Lichtleiter sind offenbar
keine Erfindung der letzten Jahrzehnte. Schwämme, die entwicklungsbiologisch ältesten,
mehrzelligen Tiere, sind in der Lage, mit Hilfe von amorphen Silikatstrukturen
Licht weiterzuleiten. Marinen Zoologen der Uni Stuttgart und des Leibniz-Instituts
an der Uni Kiel ist im Rahmen des Forschungsprojekts BIOTECmarin erstmalig
der Nachweis gelungen, dass die Silikat-Skelettelemente des marinen Schwammes
Tethya aurantium Umgebungslicht in das Innere des lebenden Schwammes
weiterleiten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden Ende Oktober
2009 in der Zeitschrift Journal of Experimental Marine Biology and Ecology
unter dem Titel „Light inside sponges” veröffentlicht. http://dx.doi.org/10.1016/j.jembe.2008.06.036 kontakt: Prof. Franz Brümmer, Biologisches Institut, Abteilung Zoologie, Tel. 0711/685-65083, e-mail: franz.bruemmer@bio.uni-stuttgart.de |
Jahr der Astronomie
Die Uni Stuttgart ist mit zahlreichen Veranstaltungen am internationalen
Jahr der Astronomie 2009 beteiligt. Gemeinsam mit der Uni Tübingen
und der Kepler-Gesellschaft findet am 20. März ein Festakt statt.
Das Deutsche SOFIA Institut und weitere Institute der Uni planen Ausstellungen,
Vorträge, unter anderem im Rahmen der Kinderuni, und den festlichen
Abschluss des Jahres am 27. November mit einem Vortrag des Astronauten
Thomas Reiter. Das Internationale Zentrum für Kultur- und Technikforschung
der Uni lädt zur Ringvorlesung „Kepler und das Weltbild des
modernen Menschen“ in Kooperation mit der Stadtbücherei Stuttgart.
Den Eröffnungsvortrag wird Prof. Hans-Peter Röser, Leiter des
Instituts für Raumfahrtsysteme, am 27. April um 19.00 Uhr in der Stadtbücherei
halten.
www.astronomie-bw.de/iya2009.htm
.Forschungsexpedition Deutschland
Nach dem Jahr der Geisteswissenschaft 2007 und dem der Mathematik 2008 steht
das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit
weiteren Partnern organisierte Wissenschaftsjahr 2009 unter dem Motto „Forschungsexpedition
Deutschland“. Damit soll die Wissenschaft angeregt werden, die Öffentlichkeit
an ihre Themen, Fragestellungen und Erkenntnisse heranzuführen. Dies
ist auch Ziel des Tages der Wissenschaft an der Universität Stuttgart,
der in diesem Jahr am 27. Juni unter dem Motto „Zukunft entdecken“ stattfinden
wird.
www.forschungsexpedition.de
Expedition Zukunft
Im Rahmen der Aktivitäten zum 60-jährigen
Bestehen der Bundesrepublik wird in diesem Jahr ein Wissenschaftszug durch
Deutschland touren und seine mobile Ausstellung „Expedition Zukunft“ präsentieren.
Auch in Stuttgart ist ein Haltepunkt geplant. Das Institut für IT-Services
der Uni Stuttgart wird im Wagen Nr. 5 des Zuges eine Software vorstellen,
die zeigt, wie aus Informationen in einem Wiki Netzwerke erzeugt, visualisiert
und berechnet werden.
http://www.expedition-zukunft.org/
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Die German University in Cairo (GUC)
war 2003 als weltweit erste privat finanzierte deutsche Auslandsuniversität, die sich
an deutschen Standards und Lehrinhalten orientiert, eröffnet worden.
Bei der Feier an der Universität Stuttgart zum fünfjährigen
Bestehen der GUC am 15. Dezember des vergangenen Jahres lobte der baden-württembergische
Wissenschaftsminister Prof. Peter Frankenberg den persönlichen Einsatz
der an der Gründung der GUC beteiligten Personen: „Es ist
erstaunlich, wie schnell und architektonisch gelungen der Campus errichtet
wurde.“ Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster
würdigte den Aufbau der GUC. Die beiden Patenuniversitäten
Stuttgart und Ulm, das Bundesforschungsministerium, der Stifterverband
für die Deutsche Wissenschaft und das Land Baden-Württemberg
haben die GUC in den letzten Jahren gemeinsam aufgebaut und weiterentwickelt.
Heute sind dort rund 6.500 Studierende eingeschrieben. Im Rahmen der
Feier unterzeichneten Wissenschaftsminister Frankenberg, der Vorsitzende
des Aufsichtsrats der GUC Ashraf Mansour, Rektor Wolfram Ressel und Prof.
Ebeling, der Präsident der Universität Ulm, ein neues Abkommen
für eine Zusammenarbeit über die nächsten fünf Jahre. www.guc.uni-stuttgart.de/ |
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wie
funktioniert radio?
Studierende der Stuttgarter und Ludwigsburger Hochschulen, die das Medium
Radio praxisnah kennenlernen möchten, können an den mehrmals jährlich
stattfindenden, achtwöchigen Ausbildungsrunden beim HochschulRadio Stuttgart
(HoRadS) teilnehmen. Getragen von der Uni Stuttgart und weiteren Stuttgarter
und Ludwigsburger Hochschulen und der Landesanstalt für Kommunikation
machen bei HoRadS Studierende für Studierende Radio. Nachrichten aus Hochschule
und Wissenschaft, sozialpolitische Themen und unbequeme Fragen gehören
hier ebenso zum Programm wie Kinotipps und Veranstaltungshinweise. HoRadS sendet über
Antenne auf der UKW-Frequenz 99,2 MHz und im Kabel auf 102,1 MHz sowie im Internet.
www.horads.de.

Der
KunstKreisRektoramt der Universität Stuttgart lädt zur Ausstellung „Lampenfieber“ mit
Bildern von Richard Feuchter. Der überwiegend in den Bereichen Malerei,
Bühnenbildmalerei und Illustration tätige Künstler zeigt
unter anderem seine meist großformatigen Acrylbilder. Außergewöhnliche
figurative Motive und originelle Themen mit Situationskomik zeichnen die
Bilder des bei Backnang lebenden Künstlers aus. Die Ausstellung läuft
bis zum 30. April.
Mo bis Fr, 8.00 bis 18.00 Uhr
Uni-Bereich Stadtmitte, Keplerstr. 7, 2. OG
zuletzt gehört
Miami Vice und Linguistik
Die Linguistin Constanze Zürn hat sich im Rahmen ihrer im letzen Jahr an
der Uni Stuttgart abgeschlossenen Magisterarbeit mit nachgestellten Adjektiven
beschäftigt. Benutzt werden meist englische Adjektive, aber auch deutsche
wie die Worte pur (Adrenalin pur) und satt (Schnee satt) sind möglich. Das
Nachstellen von Adjektiven ist weder im Englischen noch im Deutschen üblich.
Warum gibt es dann dieses Phänomen? „Zusammen wird so ein neues, komplexes
Wort, ein sogenanntes Kompositum, gebildet, das dadurch eine spezielle Bedeutung
erhält“, erklärt die Linguistin. „Pures Adrenalin“ meint
beispielsweise reines Adrenalin, „Adrenalin pur“ beschreibt etwas
als sehr aufregend. Mit einer kleinen Umstellung kann also etwas ganz Neues ausgedrückt
werden. Wer sagt, an jedem Abend war „Miami Vice live“, hat scheinbar
spannende Abende, wie in dem Film, erlebt.
Herausgegeben im Auftrag des Rektorats der Universität
Stuttgart
Konzept und Gestaltung: Dr. Ulrich Engler
Redaktion: Birgit Vennemann, Ursula Zitzler, Christa Feifel
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart
Tel. 0711/685-82122, Fax 0711/685-82188
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Druck: Schwäbische Druckerei GmbH, Stuttgart
ISSN 1618-5676 (Print)
ISSN 1611-0471 (Internet)
www.uni-stuttgart.de/aktuelles/news
Letzte Änderung 21.01.2009 (ws)