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 science  01/2002 März 
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inhalt science 01/ 2002

der schwamm, der aus dem aquarium kam

Der im Zoo geborene Nachwuchs einer aussterbenden Art ist immer eine kleine Sensation. Daß an diesem geschützten Ort sogar Tiere leben können, von denen wir bislang noch gar nichts wußten, hat jetzt wieder einmal ein Fund in der Stuttgarter Wilhelma gezeigt. Dr. Michael Nickel und Prof. Dr. Franz Brümmer

vom Biologischen Institut der Universität Stuttgart beziehen seit vielen Jahren das Meerwasser für ihre biologischen Forschungsarbeiten aus der Wilhelma. Zufällig entdeckten sie dabei vor einigen Monaten eine neue Schwammart, Tethya wilhelma, wie der Winzling heute nach bestandener zoologischer Kartierung genannt werden darf. Die Entdeckung im Stuttgarter Aquarium wurde zu einem medialen Ereignis, sogar russische Medien haben inzwischen über den kleinen Schwamm berichtet. Doch die Erforschung von Schwämmen ist bei weitem kein wissenschaftlicher Selbstzweck.

Tethya wilhelma ist eine fragile Schönheit und darüber hinaus auch eine sportliche Erscheinung. Mit bis zu vier Millimetern in der Stunde kommt Tethya voran; das ist enorm, denn Schwämme verharren meist lebenslang an einem Ort, weshalb sie oftmals als Steine oder Pflanzen mißdeutet wurden. Warum Tethya es so eilig hat, wird am Biologischen Institut der Universität Stuttgart erforscht. Sedimentablagerungen in ihren Heimatgewässern, den flachen Lagunen pazifischer Korallenriffe könnten sie dazu veranlaßt haben, vermuten Nickel und Brümmer in den Stuttgarter Beiträgen zur Naturkunde (Ser. A, Nr. 631, 2001). Der Wilhelma-Schwamm besitzt anders als der wohlbekannte Badeschwamm kein faseriges Skelett und er ist auch viel kleiner, nur ein bis vier Zentimeter im Durchmesser. Der Körper der Wilhelma Art ist weiß, vermutlich bedingt durch das lichtarme Aquarienleben; wenn sich Algen an der Oberfläche absetzen, schimmert Tethya auch grünlich.

Was aber machen Stuttgarter Biologen mit dem Meerwasser aus der Wilhelma und warum interessiert man sich in Schwaben überhaupt für die Schwämme aus dem Pazifik? Seit Jahrhunderten wurden allein die morphologischen Eigenschaften der vielporigen Schwämme als Badeutensilien genutzt. Schwämme besitzen jedoch darüber hinaus außerordentliche Fähigkeiten als biologische Produzenten hochwirksamer pharmazeutischer Stoffe, wie Latrunculin, das gegen Tumore und Viren eingesetzt werden kann. Auch ein Medikament gegen das Herpesvirus wird aus Schwämmen gewonnen, ebenso wie Avarol, das einmal gegen Aids helfen soll. Eine breite wirtschaftliche Nutzung würde jedoch in kürzester Zeit zur Zerstörung der weltweiten Schwammpopulationen führen. Deshalb werden gegenwärtig intensiv die Lebensbedingungen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Kultivierung von Schwämmen untersucht.

http://www.uni-stuttgart.de/bio/zoologie

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kompetenzzentrum biotecmarin

Zur schonenden und nachhaltigen Nutzung der Rohstoffquelle Schwamm wurde das Kompetenzzentrum BIOTECmarin gegründet, an dem neben der Uni Stuttgart die Universitäten Mainz, Düsseldorf, Kiel und Würzburg sowie ein Ingenieurbüro aus Mannheim und die Meeresbiologische Station in Rovinj (Kroatien) beteiligt sind. Rund vier Millionen Euro kommen vom Bundesforschungsministerium - etwa 800.000 fließen an die Universität Stuttgart. Auch das Land Baden-Württemberg und die Universität Stuttgart unterstützen die Forschungsarbeiten. Geplant ist die Gründung einer Verwertungsgesellschaft (BIOTECmarin GmbH i.G.).
http://www.biotecmarin.de/
 

Prof. Dr. Franz Brümmer, Dr. Michael Nickel, Tel. 0711/ 685 50 83
franz.bruemmer@po.uni-stuttgart.de
, michael.nickel@po.uni-stuttgart.de

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damit der orgel nicht die luft ausgeht

Man muß nicht sofort auf den Organisten schießen, wenn der Ton mal schräg von der Empore klingt. Missklänge entstehen oft, wenn der Luftdruck im Atemapparat der Königin der Instrumente schwankt oder gar schwingt. Orgelbauer arbeiten seit fünf Jahrhunderten daran, diese Unregelmäßigkeiten zu vermeiden, doch bis heute gibt es nur empirische Regeln für die Abstimmung. Helfen soll nun ein elektronisches Werkzeug, das unter der Federführung von Judit Angster von der Universität Stuttgart entwickelt wurde. Sie stammt aus einer Orgelbauerfamilie und hat als Physikerin intensiv über akustische Orgelforschung gearbeitet. Eine Cooperative Research Action for Technology (CRAFT) der EU, an der das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, die Fachhochschule Ostfriesland und die Universität Edinburgh beteiligt waren, wurde Ende des vergangenen Jahres erfolgreich abgeschlossen. Deutschland ist auf dem Gebiet des Orgelbaus weltweit führend. Rund 200 Orgelbaufirmen gibt es bundesweit, davon haben etwa 50 ihren Sitz in Baden-Württemberg. Mit dem gesammelten Erfahrungsschatz der Orgelbautradition und präzisen akustischen Messungen entwickelten die Wissenschaftler eine Software, mit der alte Instrumente verbessert und neue Windsysteme punktgenau geplant werden können. Auch die Stuttgarter Stiftskirche soll demnächst eine neue Orgel mit 77 Registern und 5109 Pfeifen erhalten. Bei der Entwicklung des Instrumentes durch die Leonberger Firma Mühleisen kommt die Stuttgarter Software bereits zum Einsatz.

Dr. Judit Angster, Tel. 0711/ 970 34 05
angster@ibp.fraunhofer.de

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daten aus dem krankenwagen

In naher Zukunft könnten nach einem Verkehrsunfall die ersten Untersuchungsdaten bereits im Krankenhaus analysiert werden, wenn der Patient im Rettungswagen noch unterwegs ist. Das Rechenzentrum der Universität Stuttgart, das Universitätsklinikum Tübingen, das Ericsson Nomadic Lab, Helsinki, und Ericsson Telebit, Aarhus, haben auf der IST-Jahreskonferenz in Düsseldorf mit großem Erfolg das Konzept eines Guardian Angel Systems vorgestellt: Ein "simulierter Krankenwagen" mit einem "Unfall" des Tübinger Patientensimulators lieferte Vitaldaten und Video zu dem "Schutzengel"-Ärzteteam in Düsseldorf. Diese Demonstration basierte auf Halbzeitergebnissen des EU geförderten Projekts 6Winit - "IPv6 Wireless Internet Initiative". Noch in diesem Jahr soll das System auch auf dem Stuttgarter Campus im Rahmen des IST-Vorhabens MobyDick gezeigt werden.
http://www.ist-mobydick.org

Paul Christ, Tel. 0711/ 685 25 15
christ@rus.uni-stuttgart.de

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metacomputing - grid

Der unbändige Durst nach Rechenleistung erfordert ständig leistungsstärkere Computer und neue Lösungen im Bereich des Hochleistungsrechnens. Für sehr große Rechenleistungen bietet sich der simultane Einsatz von Großrechnern an, auch GRID-Computing oder Metacomputing genannt. Das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) ist seit mehreren Jahren aktiv an der Entwicklung von Software für GRID-Computer beteiligt. Mit dem Pittsburgh Supercomputing Center (PSC), dem Manchester Supercomputing Centre (CSAR), dem Japan Atomic Energy Research Institute (JAERI) sowie dem Tsukuba Advanced Computing Center (TACC) aus Japan wurden weltweit verteilte Versuche mit großem Erfolg durchgeführt, wie beispielsweise der Wiedereintritt der geplanten Rettungskapsel der Internationalen Raumstation ISS. Am HLRS wurde im Jahr 2000 als erster Einrichtung in Deutschland ein eigenes GRID-Computing Zentrum gegründet. Auf dem 5. HLRS Metacomputing Workshop vom 27. bis 29. Mai diesen Jahres werden die aktuellen Ergebnisse der zahlreichen internationalen Projekte präsentiert.
http://www.hlrs.de/research/grids/

Dr. Michael Resch, Edgar Gabriel
Tel. 0711/ 685 5801, -5834
gabriel@hlrs.de
,
resch@hlrs.de

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kurz notiert

UNIVERSITÄT STUTTGART AUF DER CEBIT

Die Universitäten Stuttgart, Heidelberg, Hohenheim, Tübingen und Ulm hielten auch in diesem Jahr das Fähnlein der baden-württembergischen Universitäten auf dem Gemeinschaftsstand des Landes in Hannover hoch. Da das Wissenschaftsministerium die finanzielle Förderung von Messebeteiligungen seit diesem Jahr eingestellt hat, konnten von der Uni Stuttgart nur zwei Exponate aus den Bereichen der Virtual Reality und der Energiesysteme gezeigt werden. Und wie es im nächsten Jahr weitergehen wird, ist bei allen Beteiligten noch offen ...

 

TEMPO! - DIE BESCHLEUNIGTE WELT

Die Körber-Stiftung startete am 1. April die Ausschreibung zum 4. Deutschen Studienpreis unter dem Thema "Tempo! - Die beschleunigte Welt." Studierende aller Fachrichtungen sind eingeladen, eigene Forschungen hierzu durchzuführen und ihre Ergebnisse bis zum 31. Oktober 2002 einzureichen. Den Teilnehmern winken Preise im Gesamtwert von 250.000 Euro. Interessierte können die Wettbewerbsunterlagen bei der Körber-Stiftung anfordern (Tel. 040/72 50-30 57) oder einen E-Mail-Newsletter mit Informationen zum Thema abonnieren.
http://www.studienpreis.de

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holzbearbeitung parallelkinematisch dynamisch

Seitdem die ersten parallelkinematischen Werkzeugmaschinen auf der IMTS 1994 in Chicago vorgestellt wurden, beschäftigen sich Forschungsinstitute und Unternehmen des Werkzeugmaschinenbaus mit der Entwicklung neuer Maschinenkonzepte. Gegenüber dem kartesischen Standardaufbau führen geringere bewegte Massen und parallel angeordnete Antriebe bei Parallelkinematiken zu hohen Geschwindigkeiten und hohen Beschleunigungen. Das Institut für Werkzeugmaschinen (IfW) hat in enger Zusammenarbeit mit namhaften Industrieunternehmen einen l-förmigen Kinematikaufbau entwickelt und optimiert und in eine seriennahe Werkzeug- maschine überführt. Die Anordnung der bewegten Komponenten entspricht von oben betrachtet einem griechischen Lambda. Der in der Abbildung dargestellte geknickte Hauptarm mit seiner Arbeitsspindel unter der gelben Abzugshaube stellt den langen Schenkel des Lambda Symbols dar. Die in dem Vordergrund der Abbildung dargestellten Lineardirektantriebe und die zwei parallel auf der Führungsbahn bewegten Fachwerkschlitten bilden die Grundlage für die hohe Dynamik. Die Skizze zeigt die Schwenkbewegung mit den möglichen Endpositionen des Hauptarms. Durch die Parallelkinematik konnte gegenüber einer vergleichbaren kartesischen Werkzeugmaschine die Geschwindigkeit und Beschleunigung der relevanten Hauptachsen um fast 100 Prozent gesteigert werden. Die sechs Meter lange und zwei Meter breite Maschine ist mit einer Hochleistungs-Bearbeitungsspindel ausgerüstet und wird am Institut für Werkzeugmaschinen derzeit für Versuche zur Optimierung der Hochleistungszerspanung von Holz eingesetzt.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Heisel, Dipl.-Ing. Walther Maier, Tel. 0711/ 121 38 60, - 2791,
heisel@po.uni-stuttgart.de
,
walther.maier@po.uni-stuttgart.de

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klapperfreies getriebe

Jeder Fahrer verzieht schmerzhaft das Gesicht, wenn aus der Richtung des Getriebes unschöne Geräusche laut werden. Diese entstehen oft durch Drehungleichförmigkeiten und Schwingungen sogenannter Losteile. Im Leerlauf werden sie als "Klappern", während des Betriebs als "Rasseln" bezeichnet. Hauptauslöser sind meist Motor oder Gelenkwelle. Zur Reduzierung der Klapper- und Rasselgeräusche wurde am Institut für Maschinenelemente bereits intensiv geforscht. Jetzt möchte man ein Fahrzeuggetriebe entwickeln, das die Entstehung der Geräusche sogar grundsätzlich verhindert. Dazu sollen alle Festräder des Getriebes von ihren Getriebewellen entkoppelt werden, um nicht mehr in rotatorische Schwingungen versetzt werden zu können. Zur Entkopplung der Festräder müssen allerdings neue Schaltmechanismen gesucht, konstruiert und erprobt werden.

Dipl.-Ing. Walther Maier, Tel. 0711/ 685 61 76
stockmeier@ima.uni-stuttgart.de

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medialität und modell

Dem Triumphzug der modernen Informationstechnologien mit sachlichen Analysen und einer selbstreflexiven Theoriebildung zu begegnen, ist eine vordringliche Aufgabe heutiger Kulturwissenschaften. Als Center für Advanced Studies wird das seitherige Zentrum für Kulturwissenschaften und Kulturtheorie in Zukunft Fragen der Kultur- und Technikforschung zusammenführen. Den Auftakt machte in Zusammenarbeit mit der Akademie Schloss Solitude ein internationales Kolloquium zum Thema "Medialität und Modell". Medien sind technische wie kulturelle Phänomene gleichermaßen. Folgerichtig überkreuzten sich die Fragestellungen zur Technizität moderner Kultur mit den Themen zur Kulturalität moderner Technik. Was aber ist ein Medium? Heute scheint alles zur Kultur und alle Kultur zum Medium geworden zu sein. Medien bringen oft erst hervor, was sie "eigentlich" vermitteln und entziehen sich selbst der Aufmerksamkeit . Wahrnehmbar werden sie oft erst unter Bedingungen der Intermedialität: wenn ein Medium zur Bühne und zum Modell des anderen wird. Am Ende überwog die Skepsis gegenüber der analytischen Kraft des Medialitätsbegriffs, der zum wohlfeilen kulturwissenschaftlichen Passepartout zu werden droht.

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dienstleistungsentwicklung

Dienstleistungsorientierte Unternehmen müssen konsequent auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ausgerichtet sein. An der Universität Stuttgart haben sich das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) und der Lehrstuhl für Planung (LfP) des Betriebswirtschaftlichen Instituts intensiv mit dieser Frage beschäftigt. Die Ergebnisse liegen in der Studie »Vom Kunden zur Dienstleistung - Fallstudien zur kundenorientierten Dienstleistungsentwicklung in deutschen Unternehmen« vor, an der das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und das Institut für Wirtschaftsinformatik (IWi) der Universität des Saarlandes beteiligt waren. Die Studie liefert die ersten empirischen Befunde über die kundenorientierte Dienstleistungsentwicklung in Deutschland. Ein weiterer Schwerpunkt an der Universität Stuttgart im Bereich des Service Engineering ist die Konstruktionsmethodik, zu der neben dem IAT das Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik (IAS) und das Institut für Maschinenkonstruktion und Getriebebau (IMK) forschen.

Dipl.-Kfm. Peter Schreiner, Tel. 0711/ 970 51 21
Peter.Schreiner@iao.fhg.de

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zur geschichte der organisierten kriminalität

Formen der organisierten Kriminalität gelten heute als gravierende Herausforderungen der staatlichen Rechtsordnung und stehen im Blickpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Am Historischen Institut der Universität Stuttgart ist eine Studie entstanden, die sich mit der organisierten Kriminalität vergangener Jahrhunderte befaßt. Eine große Rolle spielten die vagierenden Kriminellen, die "Jauner" (nicht: Gauner!) die als Heimatlose über die Straßen zogen und mit einem Gemisch aus Gelegenheitsarbeit und Kriminalität - meist Markt- oder Einbruchsdiebstahl - versuchten, ihre kärgliches Dasein zu fristen. Ein ausgedehntes Umfeld von Gastwirten, Hehlern und Unterkunftgebern reichte weit in die sogenannte "ehrbare" Gesellschaft hinein, oft bis in den Kreis der Beamten, die durch Wegsehen und Dulden oder gar aktive Mitarbeit ihr Gehalt aufzubessern suchten. Die Kriminalität war in den seltensten Fällen im Form fest strukturierter Banden organisiert, vielmehr handelte es sich meist um ein Netz kleiner und kleinster Gruppen. Straßenräuber und die gefürchteten Posträuber, deren Überfälle in den Jahrzehnten um 1750 eine besondere Intensität erreichten, nahmen eine Sonderstellung ein. Fälscher- und Betrugs-Sammlergruppen zogen jährlich namentlich von Fürth aus, das einen weithin bekannten Ruf als Heimat derartiger Gruppen hatte. Es verwundert nicht, dass, modern gesprochen, Arbeitslosigkeit und desolateste materielle Verhältnisse meist der Nährboden für Kriminalität waren. Die staatlichen Maßnahmen waren durch die extreme territoriale Zersplitterung Südwestdeutschlands stark behindert. Insbesondere kleine Territorien mit wenig ausgeprägter Staatlichkeit waren bevorzugte Aufenthaltsgebiete der Jauner. Dabei wird deutlich, was den modernen Staat überhaupt ausmachte - denn die Gewährleistung innerer Sicherheit und der Anspruch, abweichendes Verhalten zu definieren und zu ahnden, ist und bleibt zentrale Aufgabe und Ziel des Staates. Zwar gab es mit der Peinlichen Halsgerichtsordnung von 1532 theoretisch ein einheitliches Verfahrensrecht, doch war die Praxis in den Territorien höchst unterschiedlich. Württemberg als Territorium mit hoch entwickelter Staatlichkeit erfüllte auch nach heutigen Maßstäben weithin rechtsstaatliche Normen: Die Folter wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts abgeschafft, die Todesstrafe kaum noch verhängt. Die zuletzt oftmals positiv dargestellte damalige territoriale Zerstückelung sollte vor diesem Hintergrund neu überdacht werden.

Gerhard Fritz: Untersuchungen zur öffentlichen Sicherheit in Südwestdeutschland, vornehmlich in Württemberg, vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zum Ende des Alten Reiches. Organisierte Kriminalität, staatliche Polizeimaßnahmen, Recht und Rechtspflege. Habil. Stuttgart 2001.

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neues aus der zukunft

Aletis - developed bei TWT

Als modernes Fahrzeug für den Freizeitbereich könnte dieser Funroader der jungen Stuttgarter Firma TWT Furore machen. Das im Auftrag eines griechischen Fahrzeugherstellers und in Zusammenarbeit mit der Designerschmide Pininfarina entstandene Fahrzeug wurde auf der Internationalen Automobilausstellung im vergangenen Jahr äußerst positiv aufgenommen. Ob der sportliche "Aletis" in der nächsten Zeit auf den Straßen zu sehen sein wird, wollen die Auftraggeber jetzt entscheiden. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte des Neuhausener Unternehmens 1986 im Vaihinger Technologiezentrum, in dem auch heute junge Existenzgründer aus der Universität Stuttgart erste Gehversuche in die Selbständigkeit machen. "Technisch wissenschaftlicher Transfer", kurz TWT, heißt die Firma seit damals; einer ihrer Gründer, Dimitris Vartziotis, hatte unter anderem bei Professor John Argyris am damaligen Institut für Statik und Dynamik studiert. Bis heute kommt ein nicht unwesentlicher Teil der über einhundert Mitarbeiter aus den Instituten des Maschinenbaus, der Mathematik, der Physik und der Verfahrenstechnik, der Kybernetik und der Informatik der Universität Stuttgart.

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Impressum

Herausgeben im Auftrag des Rektorats der Universität Stuttgart
Konzeption und Redaktion: Dr. Ulrich Engler
Mitarbeit: Christa Feifel
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Keplerstr. 7, 70174 Stuttgart
Tel. 0711/121-2176, -2155, Fax 0711/121-2188
e-mail: presse@uni-stuttgart.de
Druck: Schwäbische Druckerei GmbH, Stuttgart
ISSN: 1618-5668

Redaktionsschluß der nächsten Ausgabe
15.
April 2002

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Letzte Änderung: 11. April 2002 (gh)