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Uni Stuttgart lässt sich zur familiengerechten Universität zertifizieren

Die Universität Stuttgart hat sich zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie zu fördern. Das von der Hertie-Stiftung initiierte audit familiengerechte hochschule (fgh) der berufundfamilie gGmbH bietet hierfür ein adäquates Managementinstrument, um eine familiengerechte Gestaltung der Studien- und Arbeitsbedingungen an der Universität zu etablieren.

Mit der Auditierung macht sich die Universität Stuttgart mit den Beschäftigten und Studierenden auf den Weg, eine familienbewußtere Hochschulkultur zu gestalten, die Vielfalt und Chancengleichheit fördert und wertschätzt. Bereits seit einigen Jahren wird an der Universität ein immer breiteres Spektrum an Unterstützungsangeboten für Studierende und Beschäftigte mit Familienpflichten aufgebaut. Mit Verabschiedung des Genderkonzepts hat der Senat beschlossen, sich zertifizieren zu lassen, wobei die Mitwirkung aller gefragt ist. Der Anfang dazu wurde beim Strategieworkshop am 29. Februar 2012 gemacht. Die 31 Mitwirkenden kamen dabei aus allen Bereichen der Universität: anwesend waren neben Rektor Prof. Wolfram Ressel und Kanzlerin Dr. Bettina Buhlmann, die Leitung der Dezernate der zentralen Verwaltung und der Stabsstellen, ferner Dekane und Vertretungen aus den Fakultäten und Instituten, die Vertreterinnen für Gleichstellung und Chancengleichheit, der Personalrat und Studierende.

„Uns als Universitätsleitung“, so Rektor Prof. Ressel in seiner Begrüßungsrede, „ist das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Studium mit Familienaufgaben ein besonderes Anliegen. Die Kanzlerin und ich sind uns einig: Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Studium mit Familie sind eine Investition in die Zukunft. Wir sind überzeugt, dass wir damit die Arbeits- und Studierzufriedenheit erhöhen und die Attraktivität der Universität als Arbeitgeber steigern können. Im nationalen und internationalen Wettbewerb um Talente in Wissenschaft und Forschung ist dies ein deutlicher Wettbewerbsvorteil.“

Die geplanten Maßnahmen haben vielfältige Auswirkungen:

  • Flexible Arbeits- und Studienregelungen sorgen für höhere Zufriedenheit bei den Beschäftigten und Studierenden, was wiederum das Betriebsklima positiv beeinflusst.
  • Sie fördern die Gleichstellung von Männern und Frauen.
  • Sie erhöhen die Chancen für Mütter, bald wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren bzw. das Studium fortzusetzen.
  • Sie bewirken eine Reduzierung der Fehlzeiten.
  • Die Attraktivität der Hochschule als Arbeitgeber und Studienort wird gesteigert.
  • Die Fluktuation bei Führungskräften in Verwaltung und Wissenschaft wird reduziert.


Der Auditor Dr. Georg Barzel lobte das bisherige Engagement der Universität bei der Bereitstellung von vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen und der Bündelung der Aktivitäten mit dem neu eingerichteten Service “Uni & Familie“ im Gleichstellungsreferat.

„Das heißt aber nicht, dass wir uns auf dem bisher geschaffenen ausruhen möchten“, so Dr. Bettina Schmidt, Verantwortliche für den Service Uni & Familie. Die Einrichtung des uniweiten Service sowie dem Auditierungsprozess sieht sie als ein klares Bekenntnis und Signal der Hochschulleitung und der Universitäts-Mitglieder, weitere Schritte für mehr familienbewußtes Engagement in Angriff zu nehmen.


Kanzlerin begeistert über die Mitwirkung der Mitwirkenden

Rückblickend auf den Strategieworkshop zeigte sich Frau Dr. Bettina Buhlmann, Kanzlerin der Universität, angesichts der regen Teilnahme aller Eingeladenen sehr angetan vom grundsätzlichen Interesse und Engagement für diese Thematik. Beeindruckt war sie ebenfalls von der Offenheit der Teilnehmer, über persönliche Erlebnisse hinsichtlich Vereinbarkeit von Beruf bzw. Studium und Familie zu berichten.

„Sehr gefallen hat mir, neben konkreten Anliegen der Mitwirkenden, wie dem Ausbau der Kinderbetreuung, auch der Wunsch, eine Kultur des Miteinanders hier an der Universität zu schaffen, die von einem Verständnis für die Belange von Beschäftigten und Studierenden mit familiären Aufgaben geprägt ist. Bei diesem ’Geben und Nehmen’ kann die Universität einen Rahmen bieten, der durch Initiative und Eigenverantwortlichkeit von den Universitätsmitgliedern genutzt werden kann“, so die Kanzlerin in ihrem Fazit.
 

Wie geht es weiter?
Am 25. und 26. April 2012 finden drei Auditierungsworkshops statt, mit dem Ziel, bestehende Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie durch konkrete Angebote weiter zu entwickeln und zu optimieren.


Einige konkrete Fragenstellungen für die Auditierungsworkshops werden voraussichtlich sein
:

  • Wie schaffen wir eine Willkommenskultur für Studierende mit Kind, für Nachwuchswissenschaftler/innen, Dual Career Couples, für Beschäftigte in Technik und Verwaltung, um Beruf, Karriere und Kind besser mit einander zu vereinbaren?
  • Wie können wir Beschäftigte und Studierende, die plötzlich mit einem Krankheits- und Pflegefall in der Familie konfrontiert werden, in Zukunft besser unterstützen?
  • Wie informieren wir über unterstützende Maßnahmen?
  • Wie können Führungskräfte dabei unterstützt werden, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, die unterschiedlichen Bedürfnisse, Interessen und Perspektiven aller im Blick haben, ohne dass dabei wichtige Aufgaben zu kurz kommen? Da an den Workshops Studierende und Beschäftigte aus Wissenschaft, Technik und Verwaltung und aus allen Bereichen mitwirken, stellt sich für jede und jeden die Frage, „Welche Maßnahmen könnten in meinem Aufgabengebiet, meinem Institut oder meiner Abteilung umgesetzt werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Studium mit Familie zu verbessern?


Universität geht Selbstverpflichtung ein

Die Ergebnisse der Auditierungsworkshops werden in einem Maßnahmenkatalog zusammengefasst, die von der Universitätsleitung unterschrieben und veröffentlicht werden. Mit der Unterzeichnung geht die Universität eine Selbstverpflichtung ein, die Maßnahmen in den kommenden drei Jahren umzusetzen.

Die große Herausforderung wird dabei sein, eine Haltung dem Thema gegenüber zu entwickeln bei dem alle Beteiligten – Betroffene, Vorgesetzte sowie Kolleginnen und Kollegen – gemeinsam nach Lösungen suchen, die berechtigten Interessen aller in Einklang zu bringen. Dies gilt ebenso für die Vereinbarkeit von Studium und Familie.

 


Kontakt:
Dr. Bettina Schmidt, Projektleitung „audit familiengerechte hochschule“, Service Uni & Familie
Tel:. 0711-685-84037
E-Mail