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ZEISS Research Award für Prof. Jörg Wrachtrup

Nr. 104 vom 28. Dezember 2015

Erneute hochrangige Auszeichnung für Stuttgarter Physiker

Prof. Jörg Wrachtrup, der Leiter des 3. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart, sowie Prof. Fedor Jelezko (Universität Ulm) sind die Gewinner des renommierten ZEISS Research Award 2016. Sie wurden für ihre herausragenden Arbeiten zur Quantentechnologie basierend auf der Wechselwirkung von Licht mit Elektronenspins in Diamant ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgt im Rahmen des ZEISS Symposiums, das erstmals am 23. Juni 2016 im ZEISS Forum in Oberkochen stattfindet.

Prof. Jörg Wrachtrup, Universität Stuttgart, Foto: David Ausserhofer / Privat

Der ZEISS Research Award wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit einem Preisgeld von nun 40.000 Euro dotiert. Die ausgewählten Kandidaten haben bereits herausragende Leistungen im Bereich der Optik oder Photonik demonstriert. Sie sind noch in der Forschung aktiv und ihre Arbeiten besitzen ein hohes Potential für weitere Erkenntnisse und praktische Anwendungen.

Im Mittelpunkt der Forschung von Jörg. Wrachtrup stehen Diamanten. Statt sich jedoch für deren Wert als Schmuckstein zu interessieren, nutzt er sie als Baustein für neuartige Computer. Wrachtrup baut dafür gezielt Fremdatome in das Diamantgitter ein. Diese verleihen den ansonsten farblosen Steinen einen bestimmten Farbton. Schon bei Schmucksteinen machen diese Farben die Diamanten besonders wertvoll. Für Wrachtrup haben die Fremdatome jedoch einen besonderen Wert. Der Diamant schirmt sie nämlich besonders gut von störenden Umgebungseinflüssen ab. Dadurch sind ihre Quantenzustände, für deren Beobachtung normalerweise besonders aufwendige Apparaturen notwendig sind, selbst unter Umgebungsbedingungen beobachtbar. Diese lassen sich dann nutzen, um Informationen besonders schnell bearbeiten oder abhörsicher übertragen zu können. Jüngst haben Wrachtrup und seine Arbeitsgruppe entdeckt, dass sich mit diesen Diamanten noch ganz andere Sachen machen lassen. Den Wissenschaftlern ist nämlich der Nachweis gelungen, dass sich mit Diamanten Sensoren bauen lassen, die wegweisende Anwendungen, zum Beispiel in der Medizintechnik für die Tumordiagnostik oder als Navigationshilfe für selbstfahrende Autos versprechen. Jüngst hat der Wissenschaftsrat dazu Gelder für den Bau eines Forschungszentrums an der Universität Stuttgart bewilligt, in dem Wrachtrup und Kollegen diese Erfindung in die Anwendung überführen wollen.  

Fünf Auszeichnungen in fünf Jahren
Jörg Wrachtrup, geboren 1961 in Herford, leitet seit Januar 2000 das 3. Physikalische Institut der Universität Stuttgar und ist seit 2011 Fellow des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung. Der ZEISS Reserach Award ist für den renomierten Wissenschaftler bereits die fünfte herausragende Auszeichnung binnen fünf Jahren: 2011 erhielt er einen ERC Advanced Investigator Grant des europäischen Forschungsrats, knapp ein Jahr später folgte der als „deutscher Nobelpreis“ gehandelte Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemenschaft. 2014 wurde ihm der Bruker Prize der Royal Society of Chemistry zuerkannt; im gleichen Jahr würdigten ihn die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Max-Plank-Gesellschaft mit dem Max-Plank-Forschungspreis, einem der höchst dotierten Wissenschaftspreise in Deutschland .

Fedor Jelezko, heute Leiter des Instituts für Quantenoptik der Universität Ulm, forschte bis 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am 3. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart gemeinsam mit Wrachtrup. Beide Wissenschaftler sind bis heute in verschiedenen Kooperationen verbunden, so zum Beispiel im Rahmen des transregionalen Sonderforschungsbereichs Control of Quantum Correlations in Tailored Matter SFB/TRR 21.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jörg Wrachtrup, Universität Stuttgart, 3. Physikalische Institut Tel. 0711/685-65278 E-Mail: j.wrachtrup (at) physik.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu, Universität Stuttgart, Abt. Hochschulkommunikation, Tel. 0711/685-82176, E-Mail: andrea.mayer-grenu (at) hkom.uni-stuttgart.de

 

Abteilung Hochschulkommunikation

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