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Weniger Unfälle mit Fußgängern

Nr. 15 vom 20. Februar 2013

E-Mobilität: Nicht nur ökologisch, sondern auch besonders sicher

Fußgängerunfälle sind im deutschen Straßenverkehr die zweithäufigste Unfallart mit Todesfolge. Dieses Problem wird in Zukunft durch geräuscharme Elektrofahrzeuge noch verschärft. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Kinder. Solche Unfälle zu vermeiden ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts an den Instituten für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen (IVK) sowie für Straßen- und Verkehrswesen (ISV) der Universität Stuttgart, die in Kooperation mit der ZF Friedrichshafen AG und der Adam Opel AG neue Fahrerassistenzsysteme für Elektrofahrzeuge untersuchen. Das Forschungsvorhaben mit dem Namen ZuSE (Zuverlässigkeit und Sicherheit von Elektrofahrzeugen), das am 01.01.2013 gestartet ist, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme "Energieeffiziente und sichere Elektromobilität" STROM 2 über eine Laufzeit von drei Jahren mit rund zwei Millionen Euro gefördert, davon fließen 1,6 Millionen Euro an die Uni Stuttgart. Die Elektromobilität ist einer der Förderschwerpunkte der Hightech-Strategie der deutschen Bundesregierung.

Schnelle Reaktion auf unerwartetes Fußgängerverhalten ist eines der Ziele im Projekt ZuSE. (Foto: ZF Friedrichshafen)

Elektrofahrzeuge sind grundlegend anders konzipiert als Autos mit konventionellen Verbrennungsmotoren. Die hohe Integration von Antriebstechnologie, Lenkung und Bremsen erlaubt es, schneller und in höherem Maße automatisiert in das Fahrverhalten einzugreifen. Genau diese Besonderheiten machen sich die Projektpartner zunutze: Sie entwickeln mit Hilfe von Simulationen Sicherheitssysteme zur Vermeidung von Unfällen und zur Stabilisierung des Fahrverhaltens, die anschließend unter realitätsnahen Bedingungen erprobt werden. Insbesondere für Elektrofahrzeuge der kleinen und kompakten Klassen versprechen sich die Wissenschaftler ein Niveau der Fahrsicherheit, das bei konventionellen Fahrzeugen nur in der gehobenen Preisklasse erreichbar ist, wie etwa eine Fußgängererkennung mit automatischem Bremsen und Ausweichen. Da der Sicherheitsgewinn für vergleichbar geringe Zusatzkosten zu haben ist, macht er Elektrofahrzeuge für den Kunden attraktiver und trägt dazu bei, die Elektromobilität in Deutschland weiter voran zu bringen. Ein weiteres Projektziel ist die Erhöhung der Zuverlässigkeit von Elektrofahrzeugen. Hier geht es insbesondere um die Beherrschung spezifischer neuer Risiken, wie beispielsweise das Versagen von Komponenten des Elektroantriebs.

Eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der sicherheitsrelevanten Fahrzeugsysteme kommt der Nutzung des Stuttgarter Fahrsimulators der Universität Stuttgart zu. Diese europaweit einzigartige Forschungsinfrastruktur ermöglicht den Test sicherheitsrelevanter Fahrzeugsysteme in kritischen Verkehrssituationen mit „Normalfahrern“, was im Realverkehr nur sehr eingeschränkt möglich ist. Hierdurch kann die Wirksamkeit von unfallvermeidenden Fahrzeugsystemen effizient und realitätsnah bewertet und abgesichert werden. Der Stuttgarter Fahrsimulator soll im Rahmen des Projekts erweitert werden, um die fahrdynamischen, akustischen und haptischen Besonderheiten von Elektrofahrzeugen detailliert abbilden zu können. Dabei werden auch die Einflüsse von Straße und Verkehr berücksichtigt.


Weitere Informationen:
Prof. Hans-Christian Reuss, Universität Stuttgart, Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen, Tel.: ++49 711 685-68501, E-Mail: hans-christian.reuss[at] ivk.uni-stuttgart.de
Andrea Mayer-Grenu, Universität Stuttgart, Abt. Hochschulkommunikation, Tel. 0711/685-82176,
E-Mail: andrea.mayer-grenu [at] hkom.uni-stuttgart.de

 


 


Abteilung Hochschulkommunikation

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