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SOFIA – Erster Testflug der fliegenden
Sternwarte erfolgreich absolviert
Am Donnerstag, den
26. April 2007, um 10.00 Uhr Ortszeit war es endlich soweit: SOFIA, das
Stratosphären Observatorium Für Infrarot-Astronomie
– ein Gemeinschaftsprojekt der National Aeronautics and Space
Administration (NASA) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt
(DLR) – startete in Waco (Texas, USA) zu seinem ersten Testflug nach dem
Umbau. Deutsche wie amerikanische Ingenieure, Wissenschaftler und
Manager waren erleichtert und sichtlich stolz, hatten sie doch seit
Wochen diesem Augenblick entgegengefiebert und auf Hochtouren dafür
gearbeitet. Für knapp zwei Stunden zog die fliegende Sternwarte ihre
Schleifen in einer Flughöhe von etwa 4.000 Metern am strahlend blauen
texanischen Himmel. An der Universität Stuttgart, wo das Deutsche SOFIA
Institut (DSI) angesiedelt ist, hatte man den erfolgreichen Erstflug mit
Spannung erwartet. „Dieser erste Flug von SOFIA bringt uns der
wissenschaftlichen Nutzung der Sternwarte einen Riesenschritt näher“,
betont Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart. „SOFIA
und das in Deutschland entwickelte Teleskop haben den ersten Testflug
gut überstanden“, freut sich Prof. Hans-Peter Röser, Leiter des DSI und
des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart. Die
Stuttgarter Ingenieure und Astronomen unterstützen und koordinieren die
Vorbereitung und Durchführung der wissenschaftlichen Flüge mit SOFIA auf
deutscher Seite. Im Jahr 2009, dem Internationalen Jahr der Astronomie,
wird SOFIA möglicherweise das erste Mal auch auf dem Stuttgarter
Flughafen landen, der einer der SOFIA Projektpartner aus der Region ist.
Auch Prof.
Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, sieht in diesem
erfolgreichen Erstflug von SOFIA einen der wichtigsten Meilensteine
dieses amerikanisch-deutschen Projektes der Infrarot-Astronomie. „Nun
kann die anschließende Testphase und der erste wissenschaftliche Einsatz
der fliegenden Sternwarte mit größerer Planungssicherheit angegangen
werden“.
Öffnung in Außenwand der Boeing
SOFIA ist eine
umgebaute und mit einem Hightech-Teleskop ausgestattete Boeing 747SP.
Das Teleskop war im Auftrag des DLR unter Federführung der deutschen
Firmen MT-Mechatronics und Kayser-Threde entwickelt und hergestellt
worden. Der Umbau der früheren Passagiermaschine wurde von der Firma
L3-Communi-cations in Waco (Texas) vorgenommen. Hierzu wurde eine vier
Mal sechs Meter große Öffnung in die Außenwand der Boeing geschnitten.
„Diese dramatischen Veränderungen an der Struktur des Flugzeugs und die
sich anschließende Integration des 2,7 m durchmessenden Teleskops waren
eine Herausforderung für alle Beteiligten“, betont Dr. Dietmar
Lilienthal, SOFIA Projektleiter des DLR.
Gespickt mit Messinstrumenten
Aus
Sicherheitsgründen befanden sich während des ersten Testflugs von SOFIA
neben den beiden NASA Piloten Gordon Fullerton und Bill Brockett
nur drei Flugingenieure der NASA an Bord. Allerdings war das Flugzeug
gespickt mit diversen Messinstrumenten und Sensoren, die das Verhalten
und die Belastungen der Maschine während der verschiedenen Flugmanöver
für eine spätere, detaillierte Analyse aufzeichneten. Auch das Verhalten
und der Einfluss des 17 Tonnen schweren Teleskops wurden während des
Fluges mit Sensoren überwacht. In den nächsten Monaten werden am NASA
Dryden Flight Research Center in Südkalifornien weitere Testflüge mit
SOFIA durchgeführt.
Astronomische Revolution mit zwei
deutschen Instrumenten
Mit der fliegenden
Sternwarte SOFIA wollen deutsche und amerikanische Astronomen ab 2009
Infrarotbeobachtungen durchführen. Deutsche Wissenschaftler entwickelten
zwei der neun
Instrumente der ersten Generation. FIFILS (Far-Infrared
Field-Imaging Line Spectrometer) wurde unter
der Federführung von Dr. Albrecht Poglitsch vom Max-Planck Institut
(MPI) für extraterrestrische Physik in Garching gebaut,
um zum Beispiel Galaxien besonders
hoher Leuchtkraft, die jedoch nur im Infraroten freigesetzt wird, auf
Sternentstehung und schwarze Löcher zu untersuchen.
Mit GREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz
Frequencies), entwickelt unter der Leitung von Dr. Rolf Güsten vom
Max-Planck-Institut für Radioastronomie und seinen Kollegen der
Universität zu Köln, des MPI für Sonnensystemforschung, Lindau, und des
DLR Instituts für Planetenforschung, Berlin, können Astronomen die
innersten Bereiche von Sternentstehungsgebieten untersuchen und somit
Zeugen einer Sterngeburt werden. „Die Daten der beiden deutschen
Instrumente werden unsere Vorstellungen über die Zusammensetzung des
interstellaren Mediums und die Prozesse der Sternentstehung in unserem
Kosmos erheblich erweitern“, verspricht Prof. Jürgen Stutzki von der
Universität zu Köln, der zurzeit Sprecher der an SOFIA beteiligten
Wissenschaftlergemeinschaft ist.
Weitere
Informationen bei Prof. Hans-Peter Röser (Tel. 0711/685-62375;
e-mail:
roeser@dsi.uni-stuttgart.de) oder unter
www.dsi.uni-stuttgart.de.
Bildmaterial ist
unter
www.irs.uni-stuttgart.de/aktuelles/index.html zu finden.
DLR Kontakt:
Vanadis Weber
(Tel. 02203/601-3068;
e-mail:
Vanadis.Weber@dlr.de) oder
www.dlr.de
Fachliches
Projektmanagement:
Dr. Dietmar
Lilienthal (Tel. 0228/447-504;e-mail:
Dietmar.Lilienthal@dlr.de) oder
http://www.eid2.dlr.de/rd/fachprog/extraterrestrik/Sofia/SOFIA_ge.html
SOFIA ist ein Gemeinschaftsprojekt des
Deutschen Zentrums für
Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der
National Aeronautics
and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des
DLR mit Mitteln des Bundes
(BMWi), des
Landes
Baden-Württemberg und der
Universität Stuttgart
durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf
deutscher Seite vom
Deutschen SOFIA
Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf
amerikanischer Seite von der
Universities Space
Research Association (USRA).
Die Entwicklung der
deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der
Max-Planck-Gesellschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
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