Tag der
offenen Tür am 3. Juli – Von neuesten Solarzellen und
Photovoltaik-Jacken bis zu Faserverbundwerkstoffen für die
Flugzeug- und Automobilindustrie - Studienberatung – Wettbewerbe
– Sommerfest und Alumnitag - Einladung zum Presserundgang
Wissenschaft und Forschung stehen in diesem
Jahr – dem Jahr des 175-jährigen Bestehens der Universität
Stuttgart und gleichzeitig dem bundesweiten Jahr der Technik -
besonders im Blickfeld der Öffentlichkeit. Und wie ausgeprägt das
Interesse an verständlich dargebotener Wissenschaft ist, hat die
Publikumsresonanz auf die gerade zu Ende gegangenen Highlights
der Physik in Stuttgart gezeigt. Doch in diesem Jahr gibt es eine
Vielzahl von Möglichkeiten, Einblick in die Werkstätten der
Wissenschaft zu erhalten. Nächste Gelegenheit in der Region
Stuttgart ist der Tag der offenen Tür der Universität Stuttgart am
Samstag, den 3. Juli. Von 9.00 bis 15.00 Uhr sind die Institute an
den Standorten Stadtmitte und Vaihingen für Gäste geöffnet. Die
Stuttgarter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler informieren
über die neuesten Forschungsergebnisse und stehen bereit, die
Fragen von Besuchern aller Altersgruppen zu beantworten. Herzlich
eingeladen sind auch Familien, für die vor allem die zahlreichen
Mitmachangebote von Interesse sein dürften – das reicht vom
Versuch, alte Handschriften zu lesen, über ein multimediales
Literaturquiz oder die Steuerung einer Modelleisenbahn via
Internet bis zu Parcours für Menschen aller Altersgruppen rund um
Mikrochips oder Experimentiermöglichkeiten für Kinder ab dem
Vorschulalter bei den Chemikern. Schülerinnen und Schüler können
sich an diesem Tag über Studienfächer ihres Interesses informieren
und schon mal die Uni-Atmosphäre kennenlernen.
Alumnae und Alumni können diesen Tag
nutzen, um ihre frühere Ausbildungsstätte zu besuchen.
I. Mobile Energie aus
Photovoltaik-Jacken und die neuesten Solarzellen
Ort: Vaihingen, Pfaffenwaldring 47, 1.
Stock, „Goldfischbar“ ; Zeit: 11.00 Uhr
Erste
Station des Presserundgangs ist das Institut für Physikalische
Elektronik (ipe). Dieses Institut spielt in der weltweiten
Liga der Photovoltaikforschung weit vorne mit.
Wirkungsgradweltrekorde bei Solarzellen unterschiedlicher
Technologien – allein vier werden im ipe bearbeitet - sind
dort keine Seltenheit. So halten die Wissenschaft-lerinnen und
Wissenschaftler des ipe den Weltrekord für
Transfer-Solarzellen aus einkristallinen Silizium-Dünnschichten
mit 16,6 Prozent sowie den Europarekord für Solarzellen aus
Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) mit 17,8 Prozent. Solche
CIGS-Solarzellen, deren Technologie am ipe entwickelt
wurde, produziert die Firma Würth Solar in Marbach bei Stuttgart.
Aus der Arbeit der Stuttgarter Forscher – die 48 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter kommen übrigens aus 16 Nationen – zeigen wir
zunächst Anwendungen: eine Jeansjacke der Marke Bogner Jeans mit
einer „Solarsteckdose“, die mobile Kleingeräte wie Handy, MP3-
oder CD-Player mit Strom versorgt, sowie den Prototyp einer
Warnjacke der Firma Tempex aus dem Bereich der
Arbeitsschutzbekleidung, deren Warnleuchten von flexiblen
Solarzellen mit Energie versorgt werden. Diese beiden Prototypen
wurden im Rahmen des Projekts „Solartex“ entwickelt, das vom
Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg aus Mitteln
der Landesstiftung unterstützt wird.
Bei
ausreichend Sonne werden aber nicht nur ein Solarflugzeug und das
Solarzellenmodell von den „Highlights der Physik“ die Zuschauer
begeistern, sondern die Netzeinspeisung von Photovoltaik-Strom
wird auch ganz praktisch verdeutlichen, wie der augenblickliche
Boom bei Solaranlagen Arbeitsplätze schaffen kann.
Doch von
den Anwendungen zurück zur Material- und Halbleiterentwicklung:
Die Forscher stellen unter anderem ihre Arbeiten zum Transfer
ultradünner Silizium-Schichten vor, zu flexiblen Solarzellen auf
Plastikfolien sowie zu CIGS-Zellen für die Raumfahrt. Als
Gesprächspartner stehen der Institutsleiter Prof. Jürgen H.
Werner, die Gruppenleiter Gerhard Bilger, Jürgen Köhler,
Hans-Werner Schock und Markus Schubert sowie zahlreiche
Mitarbeiter zur Verfügung.
Und nachdem
fast alles am ipe in irgendeiner Weise mit Solartechnik zu
tun hat, werden die Forscher den Gästen auch dieses Jahr wieder „Solar-Milkshakes“
anbieten, bei denen sie sich von einer Führung durch die
Dünnschichtlabors des Instituts erholen können.
II.
Immer leichter und umweltfreundlicher: Faserverbundwerkstoffe für
Flugzeug- und Automobilindustrie
Ort:
Vaihingen, Institut für Flugzeugbau, Pfaffenwaldring 31, Halle im
Erdgeschoss; Zeit: 12.00 Uhr
Zweite
Station unseres Presserundgangs ist das Institut für Flugzeugbau.
Dort informiert Institutschef Prof. Klaus Drechsler über die
neuesten Entwicklungen bei Faserverbundwerkstoffen. Diese
Werkstoffe aus faserverstärkten Kunststoffen sind neben
Aluminiumlegierungen zu den wichtigsten Strukturwerkstoffen für
den Flugzeugbau geworden. Die neuen Werkstoffe tragen dazu bei,
dass die „Riesen der Lüfte“ wie beispielsweise der Airbus A 300
immer leichter werden, was sowohl die Kosten senkt als auch der
Umwelt zugute kommt. Und auch für die Automobilindustrie sind
diese von Interesse. Der Trick bei dieser Art von Werkstoffen ist,
dass die Forscher alte Kulturtechniken wie Flechten, Stricken oder
Nähen mit neuen Entwicklungen wie „trockenen“ Faserhalbzeugen oder
Harzinjektionstechniken oder Faltwaben als Basis für
Sandwichstrukturen kombinieren. Arbeitsfelder im Bereich
Faserverbundwerkstoffe am Institut für Flugzeugbau sind neben
neuen Verstärkungsstrukturen aus der Textiltechnik und neuartigen
Imprägnierverfahren der Einsatz der Finiten-Elemente-Methode unter
anderem für Tests in der Bruchmechanik oder zur Crash-Simulation
sowie Methoden der zerstörungsfreien Prüfung. Die rund 30
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts arbeiten
außerdem auf den Feldern Flugzeugbau- und -entwurf sowie
Windenergie. Auf dem Campus in Vaihingen wird übrigens im
Verfügungsgebäude der Universität ein neues Verbundfasertechnikum
mit weltweit einmaliger Ausstattung eingerichtet, in dem die
Stuttgarter Forscher und ihre Kooperationspartner aus der
Industrie hervorragende Arbeitsbedingungen für ihre neuen
Entwicklungen finden werden. Das Technikum wird im Oktober der
Öffentlichkeit vorgestellt.
Wir bitten
um Anmeldung zum Presserundgang unter Fax 0711/121-2188 oder
e-mail:
presse@uni-stuttgart.de.
III. Wissenschaft und Kunst –
Sommerfest
Dies sind nur zwei Arbeitsfelder
aus dem breiten Spektrum der Stuttgarter Forschung. Sie sind
herzlich eingeladen, auch in weitere Institute oder Labors
hineinzuschauen. Ebenfalls am Tag der offenen Tür vorgestellt wird
ein Projekt zum Jubiläumsjahr der Universität: In Zusammenarbeit
mit Schülerinnen und Schülern der Jörg-Ratgeb-Schule in
Stuttgart-Neugereut haben Wissenschaftler des Instituts für
Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft ein
Kunstprojekt „Mit Abfall gestalten" oder auch „KUNSTWertstoff"
erarbeitet. Die Plastiken, Installationen und Kunstspiele aus
Abfallstoffen sind auf dem Freigelände auf dem Campus in Vaihingen
zwischen Pfaffenwaldring 9 und 7 zu sehen. Eröffnet wird die
Ausstellung um 11.00 Uhr. Im Uni-Bereich Stadtmitte informiert
unter anderem das Institut für Fördertechnik und Logistik über das
Neueste aus Entsorgungswirtschaft und Logistik, gibt die Fakultät
Architektur und Stadtplanung Einblick in ihre Arbeit, zeigen die
Umformtechniker, wie die spanlose Formgebung von Metallen
funktioniert. Und wer eine Pause braucht, findet von 12.00 bis
16.00 Uhr beim Sommerfest in Vaihingen mit sportlichen
Präsentationen, Musik und kulinarischen Genüssen aus aller Welt
dazu Gelegenheit. Das Programm ist unter
www.uni-stuttgart.de/tag verfügbar.
IV. Alumni-Tag
mit öffentlicher Podiumsdiskussion „Wege in die Zukunft“
Absolventinnen und Absolventen
können den Tag der offenen Tür nutzen, um ihrer „alten“
Universität einen Besuch abzustatten. Das Alumni-Netzwerk der
Universität, „alumnius“, und die Vereinigung von Freunden
der Universität Stuttgart haben alle Alumni sowie Freunde und
Förderer der Universität zu einem vielseitigen
Veranstaltungsprogramm eingeladen. Nach der Begrüßung durch
Uni-Rektor Prof. Dieter Fritsch um 11.00 Uhr im Informatik-Neubau
in Vaihingen (Universitätsstr. 38, Hörsaal 38.01) haben Ehemalige
Gelegenheit, ihre früheren Institute und Fakultäten zu besuchen.
Um 16.30 Uhr wird im Rahmen eines Empfangs im Uni-Bereich
Stadtmitte (Keplerstraße 7, Senatssaal) der „Preis der Freunde“ an
den wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen. Aus Anlass des
175-jährigen Jubiläums der Universität Stuttgart hat die
Vereinigung von Freunden die Dotierung für die Preise auf je 5.000
Euro für Dissertationen und je 1.000 Euro für Abschlussarbeiten
erhöht. Die Dissertationspreise gehen an die Architektin Kerstin
Renz für ihre Arbeit über den Industriearchitekten und Unternehmer
Philipp Jakob Manz (1861 – 1936) sowie an den Informatiker Martin
Kraus und den Physiker Piet O. Schmidt. Preise für ihre
Abschlussarbeiten erhalten Roland Haehnel (Architektur), Jennifer
Niessner (Bau- und Umweltingenieurwissenschaften), Stefan
Rüdenauer (Chemie), Alexandra Denner (Geo- und Biowissenschaften),
Andreas Gutscher (Elektro- und Informationstechnik), Diane Lauffer
(Luft- und Raumfahrttechnik), Karsten Weiß (Maschinenbau), Helmut
Linde (Mathematik) sowie die Historikerin Sandra Kostner.
Ein Höhepunkt des Tages ist die
öffentliche Podiumsdiskussion ab 18.00 Uhr im Uni-Bereich
Stadtmitte (Keplerstr. 17, Hörsaal 17.01). Hier diskutieren
Trumpf-Chef Prof. Berthold Leibinger und der Deutschland-Chef von
Hewlett Packard, Jörg Menno Harms, mit Uni-Rektor Prof. Dieter
Fritsch, dem Vorsitzenden der Freundesvereinigung, Dr. Claus
Dieter Hoffmann, Uni-Kanzler Joachim Schwarze, dem
Politikwissenschaftler Prof. Oscar W. Gabriel und dem Studenten
Franz Bozsak über „Wege in die Zukunft: Visionen und Modelle für
die Universität Stuttgart". Für die Moderation sorgt Wolfgang
Niess vom SWR, der selbst Alumnus der Universität Stuttgart ist.
Anschließend wird im Mensagarten die Möglichkeit geboten, mit
Ehemaligen, Studierenden, Freunden und Förderern alte und neue
Kontakte zu pflegen und gemeinsam zu feiern. Weitere Informationen
zum Alumni-Tag sind zu finden unter
www.uni-stuttgart.de/alumni/175jahre/.