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Internationales
Symposium Stuttgarter Anglisten und Amerikanisten:
Modernisierungserfahrungen
in der postkolonialen Literatur
Konflikt oder
Chance? Technologische Entwicklungen können als Wegbereiter von
Modernisierungsprozessen im gesellschaftlichen Bereich wirken. Dies wird
jedoch meist als eine Form der Fremdbestimmung erfahren. Wie vor allem
literarische Autoren mit einem nicht westlichen kulturellen Hintergrund
die Konfrontationen mit modernen Technologien verarbeiten und
darstellen, ist Gegenstand einer wissenschaftlichen Tagung an der
Universität Stuttgart. Die Abteilungen Amerikanistik und Neuere
Englische Literatur der Universität Stuttgart veranstalten vom 17. bis
zum 20. Juli ein Internationales Symposium zum Thema "Postcolonial
Representations of Modernization, Technology and Cultural Conflict".
Die Veranstaltung beginnt mit einem Grußwort des Leiters des
Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung, Prof. Georg
Maag, und einer Einführung durch den Dekan der
Philosophisch-Historischen Fakultät und Organisator der Veranstaltung,
Prof. Walter Göbel. Den Eröffnungsvortrag zu der von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie dem Zentrum für Kultur- und
Technikforschung der Universität Stuttgart geförderten Tagung hält
Benita Parry von der University of Warwick zum Thema "Some Remarks
on Peripheral Modernities".
Zeit: 17. Juli,
19.00 Uhr
Ort: Universität
Stuttgart, Senatssaal, Rektoramt, Keplerstr. 7
Alle weiteren
Veranstaltungen finden im Konferenzzentrum Hohenheim in der
Paracelsusstraße 91 statt. Studierende und Interessierte sind zu dieser
Tagung herzlich eingeladen. Die Konferenzsprache ist englisch.
Gegenstand des
Symposiums sind die Fundstellen und Niederschläge von
Modernisierungserfahrungen in den Literaturen so genannter
postkolonialer Kulturen, also weit gehend in der englischsprachigen Welt
außerhalb Großbritanniens und den USA. Technologische Revolutionen und
neue Formen von Imperialismen werden häufig als eng verzahnte
Phänomene innerhalb eines generellen Prozesses der Globalisierung unter
westlicher Vorherrschaft dargestellt. So wird in zahlreichen
literarischen Zeugnissen der Bau von Straßen und Brücken oder die
Ankunft von Flugzeugen immer wieder als gewaltsames Eindringen der
Anderen dargestellt und dabei das vor allem zerstörerische Potential
betont, wie etwa in dem Roman "The Rape of Shavi" der
nigerianischen Autorin Buchi Emecheta.
Gegenüber derart
vereinheitlichenden Interpretationen von Modernisierungsprozessen
verspricht jedoch gerade die Literatur eine Schärfung des Blicks für
die lokal verschiedenen Erfahrungen und Gestaltungen kulturellen
Wandels. Tatsächlich haben die Konflikte zwischen westlichen und
traditionellen Kulturen in den postkolonialen Literaturen vielfältigen
Ausdruck gefunden. Jenseits ihrer verdinglichenden Momente scheinen
dabei auch die positiven Möglichkeiten von so genannten
Modernisierungsschüben auf, wie die in ihnen verborgenen, nicht
eingelösten Träume von symmetrischem Austausch. Damit verbindet sich
der Anspruch einer Neubewertung von Technik- und
Modernitätsvorstellungen aus Sicht der postkolonialen Kulturen. Im
Wechselspiel verschiedener Menschenbilder mit den Möglichkeiten
technischer Innovationen sind ganz unterschiedliche Strategien der
Bedürfnisinterpretation und Daseinsbewältigung nachzuweisen.
Bei dem
Stuttgarter Symposium werden renommierte Vertreterinnen und Vertreter
der Postcolonial Studies vortragen wie Ian Baucom ("Township
Modernism"), Elleke Boehmer ("Ships, Trains and
Transnationalism: Resistant Identities at the Crossroads of Modernity"),
Laura Chrisman ("Technological Modernity and Nationalism").
Zudem findet eine Kooperation mit dem von Graham Huggan geleiteten
DFG-Graduiertenkolleg Postcolonial Studies (München) zum Thema
"Technology, Development and the 'Third World'" statt.
Weitere
Informationen zu Programm, Tagungsort und Anmeldung im Internet unter:
www.uni-stuttgart.de/amerik/postcolonial.
Kontakt:
Prof. Walter Göbel, Abteilung Amerikanistik, Tel. 0711/121-3104
Walter.Goebel@po.uni-stuttgart.de
Dr. Saskia Schabio
saskia.schabio@po.uni-stuttgart.de
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Keplerstraße 7 70174 Stuttgart Tel. (0711) 121-2297, -2176, -2155; Telefax 121-2188 e-mail: presse@uni-stuttgart.de
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