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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 24/2003 vom 07.05.2003

 

Hochschulabend mit Podiumsdiskussion:

Gibt es eine Zukunft ohne Chemie?

Im Rahmen des aktuellen Jahres der Chemie laden die Universitäten Stuttgart und Hohenheim am Mittwoch, den 14. Mai zu einem gemeinsamen Hochschulabend ein. Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion geht es um die Frage "Gibt es eine Zukunft ohne Chemie?". Mit aktuellen Beispielen - von Brennstoffzellen über körperverträgliche Implantate aus Metall, Kunststoff oder Hochleistungskeramik bis zu Flüssigkristallbildschirmen, Leuchtdioden oder Computerchemie wird Prof. Stephen Hashmi vom Institut für Organische Chemie der Universität Stuttgart die Gäste auf die Bedeutung dieser naturwissenschaftlichen Basisdisziplin in Gegenwart und Zukunft einstimmen. Anschließend diskutieren unter der Moderation von Prof. Ortwin Renn von der Akademie für Technikfolgenabschätzung Wissenschaftsminister Prof. Peter Frankenberg, die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Dr. Antje Vogel-Sperl, der Vorstandsvorsitzende der BASF, Dr. Jürgen Hambrecht, Prof. Henning Hopf von der TU Braunschweig und Prof. Martin Jansen vom Stuttgarter Max-Planck-Institut für Festkörperforschung. Dazu sind nicht nur Mitarbeiter und Studierende beider Universitäten, sondern alle Interessierten herzlich willkommen.

Zeit: Mittwoch, 14. Mai, 18.00 Uhr

Ort: Universitätsbereich Stadtmitte, Keplerstraße 17, Hörsaal 17.01

Bei der Podiumsdiskussion geht es unter anderem um das Verhältnis von Chemie und Natürlichkeit: Im allgemeinen Sprachgebrauch steht Chemie für alle Stoffe, die künstlich und lebensfeindlich sind; stimmt dieses Bild, das die Chemie als Gegensatz zur Natur sieht? Unter dem Aspekt Chemie des Lebens wird diskutiert, was die chemische Wissenschaft noch zur Aufklärung (und Steuerung?) der in lebenden Organismen ablaufenden Prozesse beitragen soll. Chemie als Voraussetzung menschlicher Kultur und Zivilisation - hier wird nach Produkten der Chemie gefragt, auf die wir künftig vermehrt angewiesen sind oder die wir nicht missen möchten. Bedeutet nachhaltiges Wirtschaften in einer Welt mit wachsender Bevölkerung und knapper werdenden Ressourcen weniger, mehr oder andere Chemie? Unter welchen Voraussetzungen und Randbedingungen soll die weitere Entwicklung dieser Disziplin ablaufen? Und: welche Bedeutung hat Chemie für den Forschungsstandort Stuttgart, für Baden-Württemberg, für Deutschland?

Informationen zu den Podiumsteilnehmern

Professor Dr. Ortwin Renn

  • Studium der Volkswirtschaftslehre und der Soziologie an der Universität Köln, Zusatzstudium der Journalistik am Institut für Publizistik in Rodenkirchen. 1978 Examen zum Dipl.-Volkswirt
  • 1980 Promotion in Sozialpsychologie
  • 1978 bis 1986 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich
  • 1986 bis 1992 Professor für Umweltwissenschaften an der Clark University, Worcester, Mass., USA
  • 1992 bis 1993 Gastprofessor an der Abteilung Umweltwissenschaften der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich
  • Seit 1994 Inhaber des Lehrstuhls für Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart
  • Seit 1992 Leiter des Bereichs "Technik, Gesellschaft, Umwelt-ökonomie" an der Akademie für Technikfolgenabschätzung; 1999 bis 2001 Sprecher des Vorstandes, seit 2001 Leitender Direktor
  • Verantwortlich für das Themenfeld "Bedingungen einer Nachhaltigen Entwicklung" und das Arbeitsgebiet "Kommunikation und diskursive Verständigung"
  • Professor Dr. Peter Frankenberg

    • Seit 13.06.2001 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg
    • Studium der Geschichte, Geographie und Geologie an der Universität Bonn und von 1972 bis 1976 Botanik
    • 1976 Promotion zum Dr. rer. nat.; 1982 Habilitation an der Math. Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn
    • Dem Ruf zum Professor für Physische Geographie an der Katholischen Universität Eichstädt folgte 1986 die Berufung auf den Lehrstuhl für Physische Geographie und Länderkunde am Geographischen Institut der Universität Mannheim
    • Nach Stationen als Dekan und als Prorektor wurde Prof. Frankenberg 1994 Rektor der Universität Mannheim
    • Neben seiner Tätigkeit als Rektor und als Vizepräsident für Forschung der Hochschulrektorenkonferenz war Prof. Frankenberg Mitglied in zahlreichen in- und ausländischen Kommissionen zur Hochschulentwicklung. Darüber hinaus brachte er sein Fachwissen in Beiräten, Aufsichtsräten und Kuratorien ein. Hierfür wurde ihm neben der 1996 verliehenen Ehrendoktorwürde der Universität für Wirtschaft und Finanzen St. Petersburg auch der Titel eines Honorary Fellowships der University of Wales, Swansea, und die Ehrensenatorwürde der Fachhochschule für Technik und Gestaltung Mannheim zuteil.
    • Das hochschulpolitische Credo des Ministers lautet "Mehr Qualität in Studium, Lehre und Forschung durch mehr Wettbewerb der Hochschulen und gestaltende Autonomie". Zu diesem Zweck will Prof. Frankenberg vor allem die Auswahl von Studierenden durch die Hochschulen in breitem Maße einführen. Durch die Weiterführung der Hochschulreform in Baden-Württemberg kann das Hochschulland nach seiner Überzeugung auch seine Position auf den internationalen Bildungsmärkten weiter verbessern.

    Dr. Antje Vogel-Sperl, MdB

    • Promovierte Chemikerin
    • Seit 1997 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen; Mitarbeit im Orts- und Kreisvorstand
    • Seit 1999 Mitglied des Landesvorstands von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg
    • Seit 1999 Kreisrätin im Rems-Murr-Kreis
    • Seit 2000 Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Ökologie
    • Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit des Bundestages
    • Stellv. Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
    • Stellv. Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Soziale Sicherung
    • Stellv. Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
    • Stellv. Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

    Dr. Jürgen Hambrecht

    • 1986 Studium der Chemie an der Universität Tübingen
    • 1975 Promotion in Organischer Chemie, Universität Tübingen
    • 1976 Eintritt in die "BASF AG" Ludwigshafen
    • 1985 Leiter für Forschung und Einkauf der Tochtergesellschaft "BASF Lacke und Farben AG", Münster
    • 1990 Leiter des Unternehmensbereichs Technische Kunststoffe, Ludwigshafen
    • 1995 Wechsel nach Hongkong, Leitung des BASF-Länderbereichs Ostasien
    • 1997 ordentliches Mitglied des Vorstands
    • Seither ist er im Konzern u.a. für die Bereiche Anorganische Chemie und Petrochemikalien sowie für die Regionalbereiche Südostasien und Ostasien zuständig.
    • Ab Mai 2003 wird Hambrecht als Nachfolger von Jürgen Friedrich Strube den Vorstandsvorsitz der "BASF AG" in Ludwigshafen übernehmen.

    Prof. Dr. Henning Hopf

    • Studium der Chemie an der Universität Göttingen
    • 1963 Vordiplom Chemie, Universität Göttingen und 1965 Master of Science, Univ. of Wisconsin, Madison, Wis., USA
    • 1967 Promotion zum Doctor of Philosophy an der University of Wisconsin, Madison, Wis., USA
    • 1972 Habilitation an der Universität Karlsruhe
    • 1975 bis 1978 C3-Professor, Universität Würzburg
    • Seit 1978 ordentlicher Professor am Institut für Organische Chemie der Technischen Universität Braunschweig
    • Inhaber vieler wissenschaftlicher Auszeichnungen im In- und Ausland
    • Herausgeber und Mitherausgeber einer Reihe internationaler Chemiezeitschriften (Editor European J. Org. Chemistry (1998 bis 2000))
    • Seit 1995 Stellvertr. Vorsitzender der Kommission für Ethikfragen des wiss. Publizierens der Gesellschaft Deutscher Chemiker
    • 1994 bis 2000 Vorsitzender des Beirats Abfallbeseitigung durch Hochtemperaturreaktionen der Bezirksregierung Braunschweig
    • Mitbegründer des Instituts für Ökologische Chemie der Technischen Universität Braunschweig
    • Mitbegründer des Zentrums für Abfallforschung der Technischen Universität Braunschweig

    Prof. Dr. Martin Jansen

    • Chemiestudium an der Justus-Liebig-Universität Gießen
    • 1973 Promotion an der Universität Gießen
    • 1978 Habilitation für das Fach Anorganische Chemie
    • 1981 Lehrstuhl B für Anorganische Chemie der Universität Hannover
    • 1987 Professor (C4) an der Universität Bonn
    • Seit 1998 Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart
    • Herausgeber bzw. Mitherausgeber verschiedener wissenschaftlicher Zeitschriften
    • Inhaber verschiedener Preise und Auszeichnungen

    Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm im Jahr der Chemie

    in Stuttgart siehe unter www.jahr-der-chemie-stuttgart.de sowie bei Prof. Dr. Jens Christoffers am Institut für Organische Chemie der Universität Stuttgart unter Tel. 0711/685-4283, Fax 0711/685-4269, e-mail: jchr@po.uni-stuttgart.de, bei Prof. Dr. Peter Menzel am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften und Informatik der Universität Hohenheim unter Tel. 0711/459-3458, e-mail: menzel@uni-hohenheim.de

     


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