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Neuer
Sonderforschungsbereich gibt Orientierung
für digitale Weltmodelle
Am 1. Januar 2003
startet an der Universität Stuttgart der von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Sonderforschungsbereich (SFB)
"Umgebungsmodelle für mobile kontextbezogene Systeme" (Nexus).
Der zunächst für vier Jahre bewilligte SFB integriert neben einem
starken Informatikschwerpunkt auch Forscher aus anderen Disziplinen, wie
der Photogrammetrie, Technikphilosophie, Elektrotechnik und
Fertigungstechnik. Mit einem Fördervolumen von rund sechs Millionen Euro
in der ersten Periode stellt er einen europaweit einzigartigen Schwerpunkt
in den Zukunftstechnologien "Pervasive" und "Ubiquitous
Computing" dar, vergleichbar nur mit fünf großen Leitprojekten in
den USA. Sprecher des SFBs ist Prof. Dr. Kurt Rothermel vom Institut für
Parallele und Verteilte Systeme.
Der mit den heutigen
Informationssystemen wie dem WWW assoziierte "Cyberspace" wird
sich in der näheren Zukunft drastisch wandeln. Der Fortschritt in der
Miniaturisierung von Computern und die rasante Entwicklung der
Sensortechnologie wird dazu führen, dass zunehmend Alltagsgegenstände
Informationen über ihren Zustand und die Umgebung erfassen. Benutzer
werden sich nicht länger ausschließlich in der realen Welt bewegen,
sondern in einer Symbiose aus realer Welt und den digitalen
Informationsräumen. Der zukünftige "Cyberspace" wird zu einer
neuen, durch reale und digitale Artefakte ergänzten, Wirklichkeit.
Die
Anwendungsfelder, die im SFB untersucht werden, sind weitgespannt:
Existierende Technologien wie Navigationssysteme in Fahrzeugen oder Handys
gehören ebenso dazu wie neue Entwicklungen, etwa Brillen mit
eingeblendetem Bildschirm oder in die Kleidung integrierte Anzeigen.
Produktionsprozesse werden möglich, in denen Werkstücke und
Verbrauchsmaterialen sich in einer "Smart Factory" selbst
organisieren und zu einem verbesserten Produktionsablauf führen.
Navigationssysteme für sehbehinderte Menschen können aufgrund der
Informationen des digitalen Weltmodells Hindernisse, den Zustand von
Ampeln oder Gruppen anderer Menschen erkennen und Hinweise für die
Wegwahl geben.
Das
Ziel des neu eingerichteten SFBs besteht in der Erforschung von Konzepten
und Methoden für die Erstellung, Nutzung, Aktualisierung und
Ausgestaltung solcher digitalen Weltmodelle. Die technischen Aspekte
werden ergänzt durch Fragestellungen zur Informationssicherheit und
gesellschaftlichen Akzeptanz.
Der
Sonderforschungsbereich geht aus einer Forschergruppe an der Universität
Stuttgart hervor, die vom Institut für Photogrammetrie (Prof. Fritsch),
dem Institut für Kommunikationsnetze und Rechnersysteme (Prof. Kühn) und
dem Institut für Parallele und Verteilte Systeme (Prof. Rothermel, Prof.
Mitschang) gebildet wurde. In drei Jahren erfolgreicher Forschung stellte
sich heraus, dass eine Ausweitung des Projekts auf weitere Bereiche
notwendig ist, um das Forschungsgebiet im internationalen Vergleich
adäquat zu besetzen. Die hierfür notwendige Größe hat zu der Bildung
eines interdisziplinären Sonderforschungsbereichs geführt.
Die Forschergruppe
hat bereits neben einer großen Zahl von Veröffentlichungen in
internationalen Zeitschriften und Konferenzen auch einen Prototyp der
"Nexus"-Plattform als Demonstrator entwickelt. Die
Praxisrelevanz der erarbeiteten Ergebnisse wurde der Öffentlichkeit auf
Messen wie der CeBIT und in Kurzberichten in Zeitschriften wie Bild der
Wissenschaft oder Focus vorgestellt.
http://www.nexus.uni-stuttgart.de/
Kontakt
Prof. Dr. rer. nat.
Dr. h.c. Kurt Rothermel
Universität Stuttgart
IPVS, Breitwiesenstr. 20-22
D-70565 Stuttgart
e-mail: Kurt.Rothermel@informatik.uni-stuttgart.de
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Keplerstraße 7 70174 Stuttgart Tel. (0711) 121-2297, -2176, -2155; Telefax 121-2188 e-mail: presse@uni-stuttgart.de
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