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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 78/1999 vom 8.10.1999

 

Internationale Konferenz:

Treibhausemissionen der Landwirtschaft

Auf einer Internationalen Tagung, die vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart vom 13. bis zum 15. Oktober veranstaltet wird, sollen der Beitrag der Landwirtschaft an der Produktion von Treibhausgasen erörtert werden. Das Thema der Tagung lautet: Biogenic emissions of greenhouse gases caused by arable and animal agriculture - processes, inventories, mitigation. Die Tagung wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission durchgeführt. Sie findet im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts statt, an dem Institute aus zehn Ländern beteiligt sind. Es werden rund 150 Teilnehmer aus aller Welt erwartet, darunter führende europäische und amerikanische Klimaforscher.

Die Landwirtschaft verursacht überproportional zu ihrem Beitrag am Bruttosozialprodukt Treibhausgasemissionen, unter anderem ca. 30 Prozent der gesamten Methan-Emissionen (CH4 ) und 50 Prozent der gesamten N20-Emissionen (Lachgas) in Baden-Württemberg. Im Unterschied zu industriellen Quellen stammen Methan und Lachgas in der Landwirtschaft meist von Mikroorganismen, denen die Produktion dieser Gase an sich nicht "verboten" werden kann, so daß die Emissionen nur bedingt durch ein entsprechendes Management vermindert werden können. Zieht man alle denkbaren Möglichkeiten in Betracht, so lassen sich diese biogenen Emissionen um ca. 20-30 Prozent reduzieren, wobei allerdings zum Teil hohe Kosten und Ertragseinbußen in Kauf genommen werden müßten. Eine weitere oder kostengünstigere Reduzierung setzt ein verändertes Verbraucherverhalten hin zu einer proteinärmeren Ernährung voraus. Wollen die BRD und die Europäische Union ihre in Kyoto und intern vereinbarten Klimaschutzziele erreichen, so muß auch die Landwirtschaft ihren Teil beitragen.

Nach dem Untertitel "Prozesse, Inventare, Minderung" gliedert sich die Konferenz in drei Teile. Im ersten geht es um Ursachen und Quellen der Emissionen sowie um Fortschritte in der Meßtechnik zur Erfassung dieser Gase. Der zweite Teil ist der Quantifizierung von Emissionen auf verschiedenen Ebenen - vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zu Europa oder China - gewidmet. Schließlich sollen Minderungsmaßnahmen und die Möglichkeiten, CO2 in der Landwirtschaft zu binden, aufgezeigt und analysiert werden. In der abschließenden Podiumsdiskussion erörtern Vertreter aus Politik, Verwaltung, Forschung und Nichtregierungsorganisationen, welche konkreten politischen Konsequenzen und Handlungsforderungen aus den gewonnenen Erkenntnissen gezogen werden sollten. Teilnehmer der Podiumsdiskussion sind: M. Lückemeyer, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (D); R. Meier, niederländisches Umweitministerium (NL); U. Dämmgen, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (D); D. Schulz, Umweltbundesamt (D); J. Zeddies, Institut für Landwirtschaftiche Betriebslehre, Universität Hohenheim (D); R. Linkohr, Mitglied des Europaparlaments (D); D. voin Münchhauesen, World Wildlife Fund (D); die Leitung der Podiumsdiskussion hat A. Mosier, US Departement of Agriculture (USA):

Ort: Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Strasse 19, 70174 Stuttgart

Beginn: 13.10.1999, 13.00 Uhr

 

Kontakt:
Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Dipl.-Geoökol. Annette Freibauer
Tel. 0711/7806140
Fax 0711/7806177
e-mail: af@ier.uni-stuttgart.de

Programm und weitere Infos unter:

http://www.ier.uni-stuttgart.de/top/veranst/

 

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