Auf einer Internationalen Tagung, die vom Institut für
Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität
Stuttgart vom 13. bis zum 15. Oktober veranstaltet wird, sollen der
Beitrag der Landwirtschaft an der Produktion von Treibhausgasen erörtert
werden. Das Thema der Tagung lautet: Biogenic emissions of greenhouse
gases caused by arable and animal agriculture - processes, inventories,
mitigation. Die Tagung wird mit finanzieller Unterstützung der
Europäischen Kommission durchgeführt. Sie findet im Rahmen eines
europäischen Forschungsprojekts statt, an dem Institute aus zehn Ländern
beteiligt sind. Es werden rund 150 Teilnehmer aus aller Welt erwartet,
darunter führende europäische und amerikanische Klimaforscher.
Die Landwirtschaft verursacht überproportional zu ihrem Beitrag am
Bruttosozialprodukt Treibhausgasemissionen, unter anderem ca. 30 Prozent
der gesamten Methan-Emissionen (CH4 ) und 50 Prozent der
gesamten N20-Emissionen (Lachgas) in Baden-Württemberg. Im
Unterschied zu industriellen Quellen stammen Methan und Lachgas in der
Landwirtschaft meist von Mikroorganismen, denen die Produktion dieser Gase
an sich nicht "verboten" werden kann, so daß die Emissionen nur
bedingt durch ein entsprechendes Management vermindert werden können.
Zieht man alle denkbaren Möglichkeiten in Betracht, so lassen sich diese
biogenen Emissionen um ca. 20-30 Prozent reduzieren, wobei allerdings zum
Teil hohe Kosten und Ertragseinbußen in Kauf genommen werden müßten.
Eine weitere oder kostengünstigere Reduzierung setzt ein verändertes
Verbraucherverhalten hin zu einer proteinärmeren Ernährung voraus.
Wollen die BRD und die Europäische Union ihre in Kyoto und intern
vereinbarten Klimaschutzziele erreichen, so muß auch die Landwirtschaft
ihren Teil beitragen.
Nach dem Untertitel "Prozesse, Inventare, Minderung" gliedert
sich die Konferenz in drei Teile. Im ersten geht es um Ursachen und
Quellen der Emissionen sowie um Fortschritte in der Meßtechnik zur
Erfassung dieser Gase. Der zweite Teil ist der Quantifizierung von
Emissionen auf verschiedenen Ebenen - vom landwirtschaftlichen Betrieb bis
zu Europa oder China - gewidmet. Schließlich sollen Minderungsmaßnahmen
und die Möglichkeiten, CO2 in der Landwirtschaft zu binden,
aufgezeigt und analysiert werden. In der abschließenden Podiumsdiskussion
erörtern Vertreter aus Politik, Verwaltung, Forschung und
Nichtregierungsorganisationen, welche konkreten politischen Konsequenzen
und Handlungsforderungen aus den gewonnenen Erkenntnissen gezogen werden
sollten. Teilnehmer der Podiumsdiskussion sind: M. Lückemeyer,
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (D); R.
Meier, niederländisches Umweitministerium (NL); U. Dämmgen,
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (D); D. Schulz,
Umweltbundesamt (D); J. Zeddies, Institut für Landwirtschaftiche
Betriebslehre, Universität Hohenheim (D); R. Linkohr, Mitglied des
Europaparlaments (D); D. voin Münchhauesen, World Wildlife Fund (D); die
Leitung der Podiumsdiskussion hat A. Mosier, US Departement of Agriculture
(USA):
Ort: Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Strasse 19, 70174 Stuttgart
Beginn: 13.10.1999, 13.00 Uhr
Kontakt:
Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Dipl.-Geoökol. Annette Freibauer
Tel. 0711/7806140
Fax 0711/7806177
e-mail: af@ier.uni-stuttgart.de