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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 75/1999 vom 30.9.1999

 
 

International Conference on Multified Problems:

Mehrfeldprobleme in der Kontinuumsmechanik

Der Sonderforschungsbereich 404 der Universität Stuttgart "Mehrfeldprobleme in der Kontinuumsmechanik" richtet vom 6. bis 8. Oktober 1999 die internationale Tagung "International Conference on Multifield Problems" aus. Zu der Konferenz, die auf dem Vaihinger Campus im Pfaffenwaldring 57 stattfindet, werden rund 100 Teilnehmer aus Deutschland und Europa erwartet. Mit seinen ingenieurwissenschaftlich, mathematisch und physikalisch ausgerichteten Projekten weist der SFB 404 in Deutschland ein einzigartiges Profil auf./b>

Die Simulation komplexer ingenieurwissenschaftlicher Probleme beinhaltet häufig eine Interaktion oder Kopplung individueller Phänomene, welche traditionell aus verschiedenen Bereichen der angewandten Mathematik und Mechanik stammen. Typische Beispiele für diese sogenannten Mehrfeldprobleme sind die thermomechanische Analyse von Festkörpern, die Vorhersage von Massetransport und Phasenübergängen in Mischungen, die Analyse von Sedimentationsprozessen, die Simulation von Mehrkörpersystemen sowie Flüssigkeits-Struktur-Interaktion.

Viele der genannten Anwendungen sind charakterisiert durch Längenskalen auf verschiedenen Ebenen. Eine Verbindung zwischen diesen Skalen wird hergestellt durch Anwendung von Homogenisierungsmethoden, die ein Konzept für Mikro-Makro-Übergänge darstellen. Sie beeinflussen sowohl die Modellierung als auch die numerische Simulation. Mehrfeldprobleme sind oft sehr komplex und benötigen äußerst sorgfältige Untersuchungen hinsichtlich Effizienz und Zuverlässigkeit der verwendeten Methoden und Algorithmen. Dies erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ingenieuren mit Mathematikern.

Die Wechselwirkungen zwischen Mathematik und Anwendungen in der Ingenieur-Praxis lassen sich beispielhaft am Teilprojekt "Sedimentation mit Kompression" darstellen. Sedimentationsprozesse werden in vielen Anwendungen der Aufbereitungs- und Umwelttechnik eingesetzt, in denen eine Suspension aus einer Flüssigkeit und Feststoffpartikeln in klare Flüssigkeit und ein konzentriertes Sediment zu trennen ist.

Solche Eindicker werden zum Beispiel im chilenischen Kupferbergbau eingesetzt. Für die Regelung und wirtschaftliche Auslegung der Eindicker ist aufgrund der großen Zeitskala die Entwicklung, Analysis und numerische Lösung mathematischer Modelle zur Simulation von Sedimentationsprozessen unabdingbar. Dazu wurde eine allgemeine phänomenologische Theorie entwickelt, die von der Beschreibung der Suspension als Überlagerung zweier kontinuierlicher Medien, Feststoff und Flüssigkeit, und den jeweiligen Masse- und Impulsbilanzen, die durch Impulsaustauschterme gekoppelt sind, ausgeht. Durch Simulation kann der Prozeß nun so gesteuert werden, daß plötzlich auftretende katastrophale Totalentleerungen oder das Verschmutzen des Eindickers durch Überlaufen in Zukunft vermieden werden.

Kontakt:

Prof. Dr. Wolfgang Wendland (Sprecher des SFB 404) Tel: 0771/685 5524, Fax: 685 5599, e-mail: wendland@mathematik.uni-stuttgart.de

Prof. Dr. Werner Schiehlen (Sprecher des SFB 404) Tel: 0771/685 6389, Fax: 685 6400, e-mail: wos@mechb.uni-stuttgart.de

Paul Richardson (Verwalter des SFB 404) Tel: 0771/685 5554, Fax: 685 5599, e-mail: mehrfeld@mathematik.uni-stuttgart.de

Dr. Werner Kolbe (Geschaeftsfuehrer des SFB 404) Tel: 0771/685 5527, fax: 685 5599; e-mail: kolbe@mathematik.uni-stuttgart.de

Tagungstelefon: Tel: 0771/685 4611

 

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