Mehrere Institute der Universität Stuttgart machen mit beim von der
Stadt Stuttgart innerhalb des Festivals zur Sonnenfinsternis
veranstalteten Wissenschaftsjahrmarkts auf dem Stuttgarter Karlsplatz. Vom
10. bis zum 13. August geben dort die Stuttgarter Uni-Institute gemeinsam
mit anderen Forschungseinrichtungen und Institutionen Einblick in
Forschungsarbeiten und Studiengänge rund um die Themen Sonne, Weltraum
und Solarenergie. Insgesamt beteiligen sich 32 Institutionen aus ganz
Deutschland.
Das Spektrum der präsentierten Arbeiten reicht von solarthermischen
Anlagen zur Stromproduktion wie etwa Aufwindkraftwerken oder
Anlagen zur thermischen Solarenergienutzung wie Solarkollektoren bis zu
solarthermischen Speichern, Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und
Heizungsunterstützung oder photovoltaischen
Dünnschichtsolar-Modulen. Wer Lust hat, Erfahrungen als Pilot eines
Airbus oder eines Cargolifters zu sammeln, kann dies in der Flugsimulationsanlage
des Instituts für Flugmechanik und Flugregelung tun. Die Fakultät Luft-
und Raumfahrttechnik präsentiert das erfolgreiche Solarflugzeug Icaré
2; der weltweit erste, eigenstartfähige Solarsegler mit 25 Metern
Spannweite und 7 Metern Länge hat unter anderem 1996 den Ulmer
Berblinger-Preis gewonnen. Wer - zumindest gedanklich - etwas näher an
die Sonne möchte, hat dazu am Stand des Instituts für Raumfahrtsysteme
und der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt Gelegenheit: Dort
wird ein zwei Meter großes, originalgetreues Modell der
Internationalen Raumstation ISS gezeigt, das mit Solarzellen,
blinkenden Positionslichtern und Roboterarmen ausgestattet ist. Wie in der
Realität können die Solarzellen dem Sonnenstand nachgeführt werden.
Uni-Mitarbeiter informieren über Aufbau und Nutzung der Station und über
Astronautenauswahl und -ernährung.
Wieder eine andere Perspektive können die Besucher am Stand des Studiengangs
Geodäsie und Geoinformatik einnehmen. Unter dem Thema "Geodäsie
und Navigation gestern und heute" werden Techniken der
Positionsbestimmung dargestellt. Dabei werden zum einen die
klassischen Meßmethoden wie Astronomische Ortsbestimmung durch Stern-
bzw. Sonnenbeobachtung, zum anderen die heutigen Möglichkeiten der
Messungen mit Hilfe künstlicher Himmelskörper, also Satelliten,
einschließlich vieler Anwendungen präsentiert. Der aktuelle Stand in
Geodäsie und Geoinformatik wird mit Schwerpunktthemen beispielhaft
dokumentiert: Darunter "CHAMP", eine deutsche Satellitenmission
für die geophysikalische und geometrische Erfassung der Erde, ein
Reiseassistenzsytem als Anwendung der Verkehrstelematik,
3D-Geländeerfassung mit flugzeuggestützten Laser-Scannern, virtuelle
Stadtmodelle für die 3D-Computeranimation oder digitale Karten zur
Darstellung und Verwertung von Geodaten.
Wie die Schwingungen eines Chaospendels und die Modellierung von
Fahrzeugen, Maschinen und Turbinen funktionieren, erfahren die Besucher am
Stand des Instituts B für Mechanik. Einblick in Forschungsarbeiten zu physikalischen
Eigenschaften von Werkstoffen gibt das Institut für Nichtmetallische
Anorganische Materialien; im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Stuttgarter
Max-Planck-Instituten (MPI) werden diese Arbeiten am MPI-Stand
präsentiert. Nur einen indirekten Bezug zur Sonne hat die Präsentation
des Instituts für Sozialwissenschaften: Neben Informationen über die
Studiengänge Politikwissenschaft, Soziologie und den
deutsch-französischen Studiengang Sozialwissenschaften können sich die
Besucher mit dem Programm DISI (Digitales Informationssystem Sozialer
Indikatoren) über die Sozialstruktur Deutschlands sowie über die
Akzeptenz von Forschung in der Gesellschaft informieren und an einem
interaktiven Spiel zu soziodemographischen Fragen teilnehmen.
Ort: Karlsplatz in Stuttgart
Zeit: 10. bis 13. August 1999
(Di Do: 11.00 18.00 Uhr, Fr: 10.00 15.00 Uhr)