In diesem Jahr verleiht die Hamburger Körber-Stiftung den mit 1,5 Millionen DM
dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft an ein internationales
Forscherteam für die Entwicklung neuer technischer Lösungen, die den Bau von 20.000
Meter hochfliegenden, stationär positionierten Höhenplattformen ermöglichen sollen.
Preisträger sind Prof. Dr.-Ing. Bernd-Helmut Kröplin von der Fakultät Luft- und
Raumfahrttechnik der Universität Stuttgart, gleichzeitig Koordinator des Projekts, Per
Lindstrand MSc. (Lindstrand Balloons, Owestry, UK), Dr. John Adrian Pyle (University of
Cambridge, UK) und der frühere Stuttgarter Uni-Mitarbeiter Dr. Michael Rehmet (Dornier
Luftfahrt GmbH, Friedrichshafen). Prof. Kröplin und Dr. Rehmet sind Spezialisten der
Luft- und Raumfahrt, Dr. Pyle ist Atmosphärenforscher und Per Lindstrand Fachmann für
Höhenballone. Prof. Kröplin ist als Ideengeber und Förderer "pfiffiger"
Projekte bereits bekannt; zu nennen sind hier unter anderem der Solarzeppelin
"Lotte", ein Solarboot, Unterstützung für den Solarsegler "Icaré"
oder die Idee für ein riesiges Fachluftliftschiff, den Cargolifter.
Zur Vorstellung des neuesten, mit dem Preisgeld der Körber-Stiftung zu
entwickelnden Projekts laden wir am Donnerstag, den 15. Juli zu einem Pressegespräch an
die Universität Stuttgart ein:
Zeit: Donnerstag, 15. Juli, 11.30 Uhr
Ort: Uni-Bereich Vaihingen, Institut für Statik und Dynamik der Luft- und
Raumfahrtkonstruktionen, Pfaffenwaldring 27, Lesesaal im Erdgeschoß
Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme an diesem Pressegespräch unter Tel.
0711/121-2297, Fax 0711/121-2188 oder e-mail:presse@uni-stuttgart.de
Nach dem preisgekrönten Konzept sollen riesige, luftschiffartige Höhenplattformen mit
Propellerantrieben ausgestattet werden, die es ermöglichen, selbstständig zu starten und
zu landen und ihren Energiebedarf photovoltaisch zu decken, also besonders mit
Sonnenenergie. Ein Teil der verfügbaren elektrischen Energie wird verwendet, um Wasser
elektrolytisch in Wasserstoff und Sauerstoff zu teilen. Mit Hilfe einer Brennstoffzelle
kann dann die Energieversorgung für die Nacht sichergestellt werden und die Plattformen
können sich so in 20.000 Meter Höhe in Position halten.
Es wird erwartet, daß diese Höhenplattformen vor allem für die Telekommunikation
zukünftig große Bedeutung haben werden. Sie ermöglichen Mobilfunk, Hörfunk und
Fernsehen sowie Breitbandkommunikation mit direkter Sichtverbindung ohne
zwischengeschaltete Relais, Funkmasten und damit ohne Zeitverzug. Eine Höhenstation kann
ein Gebiet auf der Erdoberfläche mit einem Radius bis zu 500 km bedienen und wird wegen
des niedrigen Preises Satelliten sinnvoll ergänzen.
Auch die Versorgung wenig besiedelter Gebiete mit Einrichtungen für Telekommunikation
kann mit diesem Konzept verbessert werden. Die Preisträger wollen vor allem Fragen der
für Höhenplattformen zu verwendenden Materialien sowie des Antriebssystems und der
Fluglage mit den Mitteln der Körber-Stiftung lösen und so den Weg freimachen für eine
neue Stufe der Technologie auf dem Weg zur Informationsgesellschaft.
Der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft ist ein Förderpreis, der die
internationale Zusammenarbeit von in Europa tätigen Wissenschaftlern unterstützt. Mit
dem Preis fördert die Körber-Stiftung hoffnungsvolle, innovative und
anwendungsorientierte Forschungsansätze in den Bereichen Biologie, Chemie, Physik,
Technik und Medizin. Die Preisträger entscheiden eigenverantwortlich über die Verwendung
der Mittel in Höhe von 1,5 Millionen DM.
Die Körber-Stiftung vergibt den Körber-Preis in diesem Jahr zum 15. Mal seit 1985.
Ein international besetztes wissenschaftliches Kuratorium unter Vorsitz des Präsidenten
der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Hubert Markl, wählt die Preisträger und ihre
Projekte aus.
Die Verleihung des Körber-Preises für die Europäische Wissenschaft 1999 findet statt
am Dienstag, den 7. September 1999 um 11.00 Uhr im Börsensaal 2 der Handelskammer
Hamburg, Adolphsplatz 1.