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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 46/1999 vom 24.6.1999

 

 
Der Historiker Eberhard Jäckel wird 70

 

Eberhard Jäckel, einer der profiliertesten Professoren der Universität Stuttgart, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere Geschichte von 1967 bis 1997, feiert am 29. Juni 1999 seinen 70. Geburtstag. Besonders mit seinen Forschungsarbeiten über den Nationalsozialismus hat sich der seit dem Sommersemester 1997 emeritierte Historiker internationale Anerkennung erworben.

Nach dem Studium der Geschichte sowie der klassichen Philologie und des Öffentlichen Rechts promovierte Eberhard Jäckel 1955 in Freiburg im Breisgau zum Dr. phil. und habilitierte sich 1961 bei Karl Dietrich Erdmann an der Universität Kiel mit einer Arbeit über Hitlers Frankreichpolitik. 1967 übernahm Jäckel in der Nachfolge von Golo Mann den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart, dem er allen Angeboten von außen zum Trotz bis zu seiner Emeritierung 1997 treu bleib. Prof. Jäckel hat den Ausbau des Historischen Instituts an der traditionell eher technisch orientierten Universität Stuttgart maßgeblich vorangebracht. Auch in der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule hat sich Eberhard Jäckel vielfältig engagiert, etwa als Dekan der Fakultät für Geschichts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und als Mitglied des Großen Senats. Gastprofessuren führten ihn nach Chandigarh (Indien), Oxford und Tel Aviv. Seine Hauptforschungsgebiete waren das Phänomen Hitler, die NS-Zeit und die deutsche Frage. Viele wichtige Publikationen gingen aus dieser Arbeit hervor, beispielsweise "Hitlers Weltanschauung" (1969) und "Hitlers Herrschaft" (1986), "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" (1991) und zuletzt "Das deutsche Jahrhundert" (1996).

Der 1929 in Wesermünde geborene Jäckel hat sich mit zahlreichen Aufsätzen zu Zeitfragen und Problemen der Neueren Geschichte immer wieder in fachhistorischen und öffentlichen Diskussionen zu Wort gemeldet. Er war und ist beliebter, redegewandter Gast in Fernsehdiskussionen und gefragter Interviewpartner zu zeitgeschichtlichen Fragen. Stets hat sich der Historiker politisch engagiert und 1969 gemeinsam mit anderen die Sozialdemokratische Wählerinitiative ins Leben gerufen. Auf dem Moskauer Historikerkongreß 1970 trat er für seine verfolgten Kollegen in der CSSR ein. Häufig war er gefragt als wissenschaftlicher Berater bei historischen Fernsehdokumentationen über die Geschichte des Dritten Reiches. Als Fernsehautor wurde Eberhard Jäckel zusammen mit Lea Rosh durch die vierteilige Dokumentation "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" (1990) bekannt. Zusammen mit Lea Rosh zählt Eberhard Jäckel auch zu den Begründern des Förderkreises für die Idee eines Mahnmals in Berlin.

 Kontakt: Historisches Institut, Prof. Wolfram Pyta, Tel. 0711/121-3450, Fax: -2757;
e-mail: wolfram.pyta@po.hi.uni-stuttgart.de

 

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