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Der Historiker
Eberhard Jäckel wird 70
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Eberhard Jäckel, einer der
profiliertesten Professoren der Universität Stuttgart, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere
Geschichte von 1967 bis 1997, feiert am 29. Juni 1999 seinen 70. Geburtstag. Besonders mit
seinen Forschungsarbeiten über den Nationalsozialismus hat sich der seit dem
Sommersemester 1997 emeritierte Historiker internationale Anerkennung erworben.
Nach dem Studium der Geschichte
sowie der klassichen Philologie und des Öffentlichen Rechts promovierte Eberhard Jäckel
1955 in Freiburg im Breisgau zum Dr. phil. und habilitierte sich 1961 bei Karl Dietrich
Erdmann an der Universität Kiel mit einer Arbeit über Hitlers Frankreichpolitik. 1967
übernahm Jäckel in der Nachfolge von Golo Mann den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an
der Universität Stuttgart, dem er allen Angeboten von außen zum Trotz bis zu seiner
Emeritierung 1997 treu bleib. Prof. Jäckel hat den Ausbau des Historischen Instituts an
der traditionell eher technisch orientierten Universität Stuttgart maßgeblich
vorangebracht. Auch in der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule hat sich Eberhard
Jäckel vielfältig engagiert, etwa als Dekan der Fakultät für Geschichts-, Sozial- und
Wirtschaftswissenschaften und als Mitglied des Großen Senats. Gastprofessuren führten
ihn nach Chandigarh (Indien), Oxford und Tel Aviv. Seine Hauptforschungsgebiete waren das
Phänomen Hitler, die NS-Zeit und die deutsche Frage. Viele wichtige Publikationen gingen
aus dieser Arbeit hervor, beispielsweise "Hitlers Weltanschauung" (1969) und
"Hitlers Herrschaft" (1986), "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland"
(1991) und zuletzt "Das deutsche Jahrhundert" (1996).
Der 1929 in Wesermünde geborene
Jäckel hat sich mit zahlreichen Aufsätzen zu Zeitfragen und Problemen der Neueren
Geschichte immer wieder in fachhistorischen und öffentlichen Diskussionen zu Wort
gemeldet. Er war und ist beliebter, redegewandter Gast in Fernsehdiskussionen und
gefragter Interviewpartner zu zeitgeschichtlichen Fragen. Stets hat sich der Historiker
politisch engagiert und 1969 gemeinsam mit anderen die Sozialdemokratische
Wählerinitiative ins Leben gerufen. Auf dem Moskauer Historikerkongreß 1970 trat er für
seine verfolgten Kollegen in der CSSR ein. Häufig war er gefragt als wissenschaftlicher
Berater bei historischen Fernsehdokumentationen über die Geschichte des Dritten Reiches.
Als Fernsehautor wurde Eberhard Jäckel zusammen mit Lea Rosh durch die vierteilige
Dokumentation "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" (1990) bekannt. Zusammen
mit Lea Rosh zählt Eberhard Jäckel auch zu den Begründern des Förderkreises für die
Idee eines Mahnmals in Berlin.
 Kontakt:
Historisches Institut, Prof. Wolfram Pyta, Tel. 0711/121-3450, Fax: -2757;
e-mail: wolfram.pyta@po.hi.uni-stuttgart.de
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Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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