Festveranstaltung: 10 Jahre Fakultät Informatik - jung für
ihr Alter...
28 Jahre zählt bereits der Diplomstudiengang Informatik der Universität
Stuttgart, doch die Fakultät Informatik feiert erst ihren zehnten
Geburtstag. Die Lehrstühle für Informatik waren lange Zeit in
einer gemeinsamen Fakultät mit der Mathematik beheimatet. Erst am
1. Oktober 1988 wurde als vierzehnte Fakultät der Universität
Stuttgart die Fakultät Informatik eingerichtet. Das Jubiläum
ist Anlaß für eine Festveranstaltung am Freitag, den 27. November.
Über Vergangenheit und Zukunft der Fakultät referiert der Dekan,
Prof. Dr. Kurt Rothermel. Der wissenschaftliche Teil ist dem Schwerpunkt
Software-Engineering gewidmet, dem sich die Fakultät durch den im
Wintersemester 1996/97 eingerichteten Modellstudiengang Softwaretechnik
besonders verpflichtet fühlt. Renommierte Fachleute tragen dazu vor:
Prof. Dr. Manfred Broy (Technische Universität München) über
Grundlagenfragen des Software-Engineerings, Prof. Dr. Dieter Rombach (Universität
Kaiserslautern) über die empirische Softwaretechnik und Prof. Dr.
Hans Grabowski (Universität Karlsruhe) über Anwendungsbereiche
in den Ingenieurwissenschaften. Bereits ab 10.00 Uhr findet eine Kontaktmesse
an der Fakultät statt. Ziel ist, Kontakte zwischen Studierenden, Firmen
und der Fakultät zu vermitteln. Auch das Akademikerzentrum des Arbeitsamtes
Stuttgart (AKZENT) beteiligt sich mit Informationen über den Arbeitsmarkt
und Bewerbungstips. Und einen Geburtstagswunsch haben die Stuttgarter Informatiker
natürlich auch: Von ihrem Exil im Industriegebiet Vaihingen-Möhringen
auf den Uni-Campus in Vaihingen umzuziehen; dies soll spätestens im
Jahr 2004 vollzogen sein.
Zeit: 27. November, 15.00 Uhr (Kontaktmesse ab 10.00 Uhr)
Ort: Industriegebiet Vaihingen-Möhringen, Informatikgebäude,
Breitwiesenstraße 20-22, 70565 Stuttgart
Vertreter der Medien sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen.
Zur Entwicklung der Fakultät
Von 1970 bis 1975 hatte das aus dem Lehrstuhl von Prof. Dr. Walter
Knödel hervorgegangene Institut für Informatik den Diplomstudiengang
Informatik getragen. Anschließend übernahm der Fachbereich Informatik
für knapp vier Jahre diese Aufgabe, die von 1979 bis 1988 der Fakultät
Mathematik und Informatik übertragen wurde. Als eine Gesetzesnovellierung
besagte, daß eine Fakultät mindestens zehn Professuren umfassen
müsse, konnte am 1. Oktober 1988 als vierzehnte Fakultät der
Universität Stuttgart die Fakultät Informatik ins Leben gerufen
werden. Dies wurde durch die Zusage der Landesregierung ermöglicht,
die Informatik mit sechs weiteren Lehrstühlen auszustatten. Zum Wintersemester
1996/97 wurde dann zusätzlich zum Diplomstudiengang Informatik der
Modellstudiengang Softwaretechnik eingerichtet, bei dem die konstruktiven
Aspekte der Informatik im Vordergrund stehen. In diesem Studiengang geht
es vor allem um die Konzeption und Realisierung neuer Software und um die
Anpassung, Restrukturierung und Wiederverwendung bestehender Software.
Einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung soll der voraussichtlich
1999 startende internationale Master-Studiengang Information Technology
(INFOTECH) leisten, der von der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik
und der Fakultät Informatik gemeinsam getragen wird. Das Studium dauert
vier Semester. Für Inhaber(innen) von Fachhochschul- oder Berufsakademie-Diplomen
oder ausländischen BSc-Graden (BSc = Bachelor of Science) beginnt
das Studium mit einem Vorbereitungssemester. Studierende universitärer
Studiengänge können nach dem Vordiplom (+ zwei Semestern) im
zweiten Semester beginnen. Der Master-Studiengang INFOTECH ermöglicht
die Wahl zwischen den zwei Schwerpunkten Communications Engineering and
Media Technology und Embedded Systems Engineering. Die Kurse werden
überwiegend in englischer Sprache gehalten. Bereits im Sommersemester
1999 wird das Vorbereitungssemester erstmalig angeboten.
Breites Forschungsspektrum
In der Forschung deckt die Fakultät Informatik mit ihren 14 Lehrstühlen
ein sehr breites Spektrum ab. Behandelt werden nicht nur Themen der Kerninfor-matik,
wie etwa Datenbanken, Rechnernetze, Compilerbau, Künstliche Intelligenz
und Computersysteme, sondern auch der angewandten Informatik, wie Robotik,
CAD/CAE oder Simulationstechnik. Die Forscher der Fakultät sind an
drei Sonderforschungsbereichen beteiligt, sind Partner in zahlreichen nationalen
und internationalen Verbundprojekten und pflegen viele Industriekontakte.
Hervorragende Berufsaussichten
Pünktlich zum zehnten Geburtstag bescherten die Anfängerzahlen
der Fakultät erneut eine Expansion: Ende Oktober 1998 wurden 282 Erstsemester
in den beiden Diplomstudiengängen Informatik und Softwaretechnik gezählt
- mehr hatte die Fakultät bisher nur einmal, nämlich im Jahre
1989 mit 289 Anfänger(inne)n. Und wenn 1999 noch zwei Dutzend Studierende
des Master-Studiengangs Information Technology hinzukommen, dann sind
über 300 Studierende zu erwarten: eine angesichts der wirtschaftlichen
Bedeutung der Informatik angemessene Zahl. Zur Zeit kommen auf einen Absolventen
der Informatik etwa vier offene Stellen.
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