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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 63/1998 vom 13.10.1998

 
 
 

Physik-Nobelpreisträger Horst Störmer hat an der Universität Stuttgart promoviert

Der diesjährige Nobelpreisträger für Physik, Prof. Dr. Horst L. Störmer, Columbia University, New Jersey, hat an der Universität Stuttgart promoviert. In der 1977 eingereichten Dissertation ging es um das Thema „Magnetolumi-neszenz von Elektron-Loch-Tropfen in Germanium“. Dies war „damals ein in der Grundlagenforschung hochaktuelles Thema“, betont Prof. Dr. Manfred Pilkuhn, Geschäftsführender Direktor des Physikalischen Instituts der Universität, der die Arbeit als Mitberichter an der Universität Stuttgart betreut hat. Störmer wies nach, daß Ladungsträger bei sehr hohen Dichten zu Vielteilchen-Wechselwirkungen führen. Hauptberichter war Prof. Dr. Hans-Joachim-Queisser vom Stuttgarter Max-Planck-Institut, Honorarprofessor der Universität Stuttgart.

Am 6. April 1949 in Frankfurt geboren, legte Horst L. Störmer 1967 am Goethe-Gymnasium in Neu-Isenburg das Abitur ab, begann 1967/68 ein Architekturstudium an der TH Darmstadt, ging im Sommersemester 1968 an die Universität Frankfurt/Main, um dort Mathematik zu studieren und entschied sich letztlich für das Physikstudium. 1970 legte er an der Universität Frankfurt das Vordiplom ab und begann 1972 seine Diplomarbeit am dortigen Physikalischen Institut unter Leitung von Professor Martienssen. In dieser Arbeit ging es um die „Untersuchung der Anisotropie der magnetischen Suszeptibilität von FE2+ in Magnesium“. Nach der Diplomprüfung im Juli 1974 beschäftigte er sich mit Untersuchungen der temperaturabhängigen magnetischen Suszeptibilität von Hämoglobin mit einem SQUID-Magnetometer in der gleichen Arbeitsgruppe und begann im Dezember 1974 mit den Arbeiten für seine Dissertation in der Arbeitsgruppe des Max-Planck-Wissenschaftlers Prof. Dr. Hans-Joachim Queisser im Hochfeldmagnetlabor in Grenoble. An der Universität Stuttgart reichte er seine mit der Note 1 bewertete Dissertation am 24. Januar 1977 ein, das Rigorosum am 15. Februar 1977.
Prof. Störmer befindet sich in Stuttgart in guter Gesellschaft: Wie Prof. Dr. Klaus von Klitzing vom Stuttgarter Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, der ebenfalls an der Universität Stuttgart als Honorarprofessor lehrt, hat auch Horst Störmer in Grenoble die Möglichkeit hoher Magnetfelder untersucht - übrigens ein schönes Beispiel deutsch-französischer Zusammenarbeit. Prof. von Klitzing wurde 1985 der Nobelpreis für die Entdeckung des Quanten-Hall-Effekts zuerkannt.

Der Nobelpreis für Horst Störmer ist natürlich ein Grund zur Freude für die Stuttgarter Physiker der Universität und des Max-Planck-Instituts, zeigt es doch die Qualität der wissenschaftlichen Ausbildung. „Und man kann den Nobelpreis letztlich auch als Anerkennung für das hohe Niveau der wissenschaftlichen Lehre in Stuttgart insbesondere in den Grundlagen werten“, betont der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Dr.-Ing. Günter Pritschow.
 


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