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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 82/1997 vom 4.11.1997

 
 
 

Stuttgarter Experiment nach Ariane-Start erfolgreich abgeschlossen

FIPEX mißt auch kleinste Mengen Sauerstoff

Am vergangenen Donnerstag, den 30.10.97 startete die europäische Trägerrakete Ariane 5 erfolgreich vom südamerikanischen Kourou zu ihrem zweiten Qualifikationsflug. Zu den ins All transportierten Satelliten gehörte auch der Forschungs- und Entwicklungsatellit TEAMSAT, der von Nachwuchsingenieuren unter Anleitung von erfahrenen Projektingenieuren der ESA/ESTEC in Noordwijk gebaut wurde. Von diesem technologieorientierten Satelliten aus wurden zahlreiche Experimente durchgeführt, unter anderem das unter Federführung des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart entwickelte und für diese Mission qualifizierte Experiment FIPEX.

Mit FIPEX kann der verbleibende Sauerstoffgehalt in großen Höhen der Atmosphäre (zwischen 500 und 1000 km Höhe) sehr genau bestimmt werden. Bereits vorliegende Auswertungen haben jetzt erstmals sicher nachgewiesen, daß der in diesen Höhen in atomarer Form verbliebene Sauerstoff in sehr kleinen Konzentrationen von ca. 5 Millionen Teilchen pro Kubikmeter vorkommt. Zum Vergleich: Auf der Erdoberfläche befinden sich die gleiche Anzahl Sauerstoffmoleküle in einem Volumen von einem Kubikmikrometer. Der Restsauerstoff ist in diesen Höhen im Weltraum allerdings immer noch für eine Vielzahl von Effekten verantwortlich, darunter auch die Oxidation und Erosion von nicht besonders geschützten Oberflächen, was sich auf die Lebensdauer von Raumflugobjekten und auch
-stationen in diesen Höhen auswirken kann.

Für die Stuttgarter Wissenschaftler und Ingenieure ist der Erfolg ihres patentierten Verfahrens bei der Generalprobe im Weltraum besonders wichtig, da ihre Methode auch für den Einsatz auf der kommenden Internationalen Raumstation vorgesehen ist. In den nächsten Wochen und Monaten sollen die gelieferten Daten noch einer genaueren Auswertung unterzogen werden. Die neuesten Ergebnisse sind auch über Internet abrufbar (http://www.irs.uni-stuttgart.de/ oder http://www.estec.esa.nl/TEAMSAT).

Erste "spin-off" Ergebnisse der bei diesem Experiment zum Einsatz gekommenen Methode haben ihre Relevanz bereits in irdischen Anwendungen gezeigt. So können ähnlich gebaute Sensoren in der Medizintechnik zur genauen Messung der Sauerstoffaufnahme des Menschen und zur Überprüfung der Reinheitserfordernisse in der Vakuumtechnik eingesetzt werden.


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