"Uniluft" schnuppern bei Informatik-Arbeitsgemeinschaft:
Stuttgarter Informatik nimmt Schülerinnen ins Visier
Auch unter weiblichen Computerfans ist diejenige "Königin",
die die meisten Abkürzungen kennt, in den merkwürdigsten
Maschinensprachen programmieren kann und die Kenndaten und Preise
von allen Festplatten, optischen Platten, Einsteckkarten und dergleichen
im Kopf hat. Entsprechend gilt Informatik bei vielen
Jugendlichen als eine der Gerätekunde oder der Alchimie vergleichbare
Programmierwissenschaft. Um so überraschter sind Abiturientinnen
und
Abiturienten jedoch, wenn sie Informatik studieren und feststellen,
daß dieses Fach auf formalen Modellen, systematischen Strukturen
und methodischem Vorgehen aufgebaut ist. Und vor allem: Geschlechterspezifische
Vorurteile wie "Technik ist männlich" spielen im
Studium keine Rolle.
Um weitverbreiteten Vorurteilen zu begegnen, bietet die Fakultät
Informatik der Universität Stuttgart im Jahr 1997 erstmalig
in dieser Form als Informatik-Arbeitsgemeinschaft für Schülerinnen
zwei Seminare an, in denen ein zutreffenderes Bild der Informatik
vermittelt wird. Diese Seminare wenden sich zunächst ausschließlich
an Schülerinnen; die Stuttgarter Informatiker wollen diese
damit anregen, sich frühzeitig mit den Inhalten der Informatik
auseinanderzusetzen. Unter dem Motto "Probieren geht vor
Studieren" haben die Schülerinnen Gelegenheit, "Uniluft"
zu schnuppern, Kontakte zu "echten" Studierenden und
Lehrenden und Zugang zu Bibliothek und Rechnernetz zu bekommen.
Einzige Voraussetzung ist Spaß und Interesse an Mathematik
und formalem Vorgehen. Wissenschaftlerinnen der Fakultät
leiten die Veranstaltungen. In einem ersten Seminar von Januar
bis März wird schwerpunktmäßig der Bereich Telekommunikation
behandelt, insbesondere Dienste im Internet, WWW, objektorientierte
Ansätze beim Programmieren und verschiedene Formen der Telekooperation.
Die Schülerinnen arbeiten nach einer Einführung durch
die Stuttgarter Informatikerinnen selbständig in kleinen
Gruppen und setzen sich vertiefend an überschaubaren Aufgaben
mit der jeweiligen Thematik auseinander. In einem zweiten Seminar
von April bis Juni wird ein neuer Themenbereich diskutiert, der
aufgrund der Erfahrung der ersten Veranstaltung festgelegt wird.
Die beiden Seminare sind inhaltlich in sich abgeschlossen und
können unabhängig voneinander besucht werden.
Die Idee zu dieser Veranstaltung stammt aus dem Arbeitskreis "Frauenspezi-fische
Fragen der Fakultät Informatik" (Vorsitzende: Dr. Waltraud
Schweikhardt); Ziel dieses Arbeitskreises aus Studierenden und
Wissenschaftlerinnen der Stuttgarter Informatik-Fakultät
ist es, das Informatik-Studium (an der Uni Stuttgart gibt es die
Diplomstudiengänge Informatik und Softwaretechnik) insbesondere
Schülerinnen nahezubringen.
Die Einführungsveranstaltung findet am Freitag, den 17.
Januar 1997 von 15.00 bis 17.00 Uhr im Hörsaal M 2.11
in der Breitscheidstr. 2b im Universitätsbereich Stadtmitte
statt. Diese Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Vor
allem Schülerinnen der Oberstufen von Gymnasien sind herzlich
zur Teilnahme eingeladen.
Die Gymnasien aus dem Großraum Stuttgart erhielten bereits
Einladungen zu den Seminaren. Interessierte Schülerinnen,
vor allem der Oberstufe, können sich auch an Kerstin Schneider
von der Fakultät Informatik (Tel. 0711/7816-217) oder an
das Dekanat der Fakultät Informatik, Breitwiesenstraße
20-22, 70565 Stuttgart (Tel. 0711/7816-371, -334, Fax 0711/7816-220)
wenden.