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Pressemitteilung Nr. 9/1996 vom 24.1.1996

 
 
 

Universität Stuttgart ehrt bedeutendsten Schweizer Brückenbauer:

Ehrendoktorwürde für Professor Menn

Die Würde eines Dr.-Ing. Ehren halber hat der Senat der Universität Stuttgart auf Antrag der Fakultät Bauingenieur- und Vermessungswesen dem emeritierten Professor des Instituts für Baustatik und Konstruktion der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich, Prof. Dr.-Ing. Christian Menn, verliehen. Damit würdigt die Universität Stuttgart die neuartigen und kunstvollen Brückenentwürfe des Schweizer Wissenschaftlers und seine praxisorientierten wissenschaftlichen Arbeiten, der die Stahlbauweise wesentliche Impulse verdankt. Rektorin Prof. Dr. Heide Ziegler wird Professor Menn am 2. Februar im Rahmen einer Feierstunde in Stuttgart die Urkunde über die Ehrendoktorwürde überreichen.

Zeit: Freitag, 2. Februar, 18.00 Uhr
Ort: Senatssaal, Keplerstraße 7, Universitätsbereich Stadtmitte
Vertreter der Medien sind zu der Veranstaltung herzlich willkommen.

Christian Menn wurde 1927 in Chur im Kanton Graubünden geboren, studierte und promovierte an der ETH Zürich, war von 1957 bis 1971 als freischaffender Ingenieur in Chur tätig und folgte 1971 einem Ruf auf die Professur für Baustatik und Konstruktion an der ETH Zürich, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1992 innehatte. Seit 1993 ist er wieder als freischaffender Ingenieur in Chur tätig.

Professor Menn gilt als der bedeutendste Schweizer Brückenbauer der Gegenwart. Viele seiner Kollegen wären sicher bereit, ihm dieses Prädikat auch für Europa oder gar weltweit zuzubilligen, wenn man es auf den Betonbrückenbau einschränkt. Auf diesem Gebiet hat Christian Menn Werke geschaffen, die einnerseits in der Tradition des bedeutenden Schweizer Brückenbauers Robert Maillart stehen, andererseits jedoch völlig überraschend mit der Tradition brechen, zu neuen Formen finden und den Charakter von Kunstwerken haben. So wurden sie, vor allem in der amerikanischen Literatur, zu Kronzeugen der "art of structural engineering". Menns Ganterbrücke am Simplon gilt gemeinhin als das Brückenkunstwerk schlechthin.

Menn hat vor allem in der Schweiz gebaut, dort allein über 100 Brücken. Mit seinen Bogenbrücken gelang ihm eine wohl nicht mehr zu übertreffende Verrfeinerung der Maillart`schen Stahlbogenbrücken. Größte Breitenwirkung erzielten Menns Entwürfe auf dem Gebiet der sehr vielseitig einsetzbaren Hohlkastenbrücken.

Bereits 1978 wurde Menn, der bereits zahlreiche Preise und Ehrungen erhalten hat, mit einer Ausstellung "The Bridges of Christian Menn" an der Priceton University geehrt. Seither gibt es kaum ein Buch über Brückenbaukunst, Baukunst allgemein oder die Beziehung von Technik und Form, in dem seine Werke nicht zitiert werden. Seit seiner Emeritierung ist er nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Kanada und den USA als Brückenbauer tätig.


Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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