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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 68/1996 vom 23.9.1996

 
 
 

2. Mitteleuropäische Geomorphologentagung:

Vom Winde verweht - Geowissenschaftler tagen in Stuttgart

Die großen Wüsten der Erde ziehen nicht nur immer mehr Reisende mit aufregendem Naturschauspiel in ihren Bann. Sie sind auch von Interesse für diejenigen Wissenschaftler, die sich speziell mit der Entstehung der Landschaft durch den Wind befassen.

Wenn sich Luft bewegt, transportiert sie immer auch Staub oder Sand der Erdoberfläche und lagert ihn an anderer Stelle ab. Durch diese äolischen Prozesse, so genannt nach dem griechischen Gott der Winde (Aiolos), entstehen im Lauf der Zeit zum Beispiel Dünen und Staubablagerungen (Löß) oder wird fruchtbarer Boden ausgeblasen. Verbreitung und Aufbau der Ablagerungen geben unter anderem Auskunft über frühere Klimate. So lassen sich Haupt-Windrichtungen, mittlere Windstärken, der Grad der Pflanzenbedeckung und damit sogar Niederschlagswerte rekonstruieren.

Die neuesten Ergebnisse dieser Forschung läßt die

Zweite Mitteleuropäische Geomorphologentagung

erwarten, die mit dem Thema

Äolische Dynamik: Prozesse und Formen

vom 30. September bis zum 4. Oktober

am Institut für Geographie der Universität Stuttgart

unter Leitung von Prof. Dr. Wolf Dieter Blümel stattfindet.

Rund 100 europäische Geomorphologen diskutieren ihre Arbeiten und zeigen die Prozesse und Formen äolischer Dynamik zum Beispiel in den beeindruckenden Weiten der Namibwüste, der Sahara oder der Wüste Gobi und den europäischen und asiatischen Lößgebieten auf. Neben Erkenntnissen zur Landschafts- und Klimageschichte steht auch das weltweite Problem des Bodenabtrags im Vordergrund. Dazu untersuchen etwa die ungarischen Geowissenschaftler Josef Szabó und Josef Lóki die Erosionsanfälligkeit von Böden im Windkanal.

Kontakt: Institut für Geographie, Azenbergstr. 12, Dr. rer. nat. Joachim Eberle, Tel: 0711/121-1474; Fax: 0711/121-1472


Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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