2. Mitteleuropäische Geomorphologentagung:
Vom Winde verweht - Geowissenschaftler tagen in Stuttgart
Die großen Wüsten der Erde ziehen nicht nur immer mehr
Reisende mit aufregendem Naturschauspiel in ihren Bann. Sie sind
auch von Interesse für diejenigen Wissenschaftler, die sich
speziell mit der Entstehung der Landschaft durch den Wind befassen.
Wenn sich Luft bewegt, transportiert sie immer auch Staub oder
Sand der Erdoberfläche und lagert ihn an anderer Stelle ab.
Durch diese äolischen Prozesse, so genannt nach dem griechischen
Gott der Winde (Aiolos), entstehen im Lauf der Zeit zum Beispiel
Dünen und Staubablagerungen (Löß) oder wird fruchtbarer
Boden ausgeblasen. Verbreitung und Aufbau der Ablagerungen geben
unter anderem Auskunft über frühere Klimate. So lassen
sich Haupt-Windrichtungen, mittlere Windstärken, der Grad
der Pflanzenbedeckung und damit sogar Niederschlagswerte rekonstruieren.
Die neuesten Ergebnisse dieser Forschung läßt die
Zweite Mitteleuropäische Geomorphologentagung
erwarten, die mit dem Thema
Äolische Dynamik: Prozesse und Formen
vom 30. September bis zum 4. Oktober
am Institut für Geographie der Universität Stuttgart
unter Leitung von Prof. Dr. Wolf Dieter Blümel stattfindet.
Rund 100 europäische Geomorphologen diskutieren ihre Arbeiten
und zeigen die Prozesse und Formen äolischer Dynamik zum
Beispiel in den beeindruckenden Weiten der Namibwüste, der
Sahara oder der Wüste Gobi und den europäischen und
asiatischen Lößgebieten auf. Neben Erkenntnissen zur
Landschafts- und Klimageschichte steht auch das weltweite Problem
des Bodenabtrags im Vordergrund. Dazu untersuchen etwa die ungarischen
Geowissenschaftler Josef Szabó und Josef Lóki die
Erosionsanfälligkeit von Böden im Windkanal.
Kontakt: Institut für Geographie, Azenbergstr. 12, Dr. rer.
nat. Joachim Eberle, Tel: 0711/121-1474; Fax: 0711/121-1472
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