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Pressemitteilung Nr. 59/1996 vom 16.7.1996 |
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Von der Hochschulforschung zur Anwendung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt zwei Transferbereiche für die
Universität Stuttgart
Die deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat beschlossen, in einem
Modellversuch im Rahmen des Programms der Sonderforschungsbereiche
sogenannte Transferbereiche (TFB) einzurichten, um die
partnerschaftliche Zusammenarbeit von Hochschulforschern mit Anwendern
zu fördern. Die Initiative zur Einrichtung von Transferbereichen geht
von den Hochschulen aus; die ersten Vorschläge haben Wissenschaftler
aus Sonderforschungsbereichen an die DFG herangetragen. Die auf einen
Zeitraum von bis zu drei Jahren angelegten Kooperationen zwischen
Forschungsinstituten und Anwendern arbeiten im vorwettbewerblichen
Bereich; ihre Arbeit endet mit dem Erreichen prototypischer Ergebnisse.
Transferbereiche stehen allen Wissenschaftsgebieten offen. Sie bauen
auf Projekten der Grundlagenforschung auf, die in anderen Programmen
der DFG gefördert wurden. Die DFG finanziert nur die an
Transferbereichen beteiligten Arbeitsgruppen der Hochschulen oder
außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, jedoch nicht die
Anwendungsseite. Anwendungspartner können Industrieunternehmen, vor
allem kleine und mittlere Betriebe, sowie Kliniken und Behörden sein.
Ziel der Transferbereiche ist eine rasche Umsetzung innovativer Ideen
und Ergebnisse der Grundlagenforschung in die praktische Nutzung. Zwei
der insgesamt drei bewilligten Transferbereiche werden an der
Universität Stuttgart eingerichtet. Im Transferbereich "Die Montage im
flexiblen Produktionsbetrieb" arbeiten Wissenschaftler der Universität
Stuttgart mit verschiedenen Firmen aus dem Bereich der Montagetechnik
zusammen. Die zunehmende Internationalisierung der Märkte
und der daraus resultierende verstärkte Wettbewerb, sinkende
Serienstückzahlen bei komplexer werdenden Produkten und zunehmender
Kostendruck stellen extreme Anforderungen an Unternehmen. Um diesen
Herausforderungen des Marktes durch höchste Flexibilität bei
größtmöglicher Wirtschaftlichkeit und Produktivität zu begegnen,
sollen in Transferprojekten die im vorangegangenen gleichnamigen
Sonderforschungsbereich erarbeiteten Ergebnisse zur flexiblen
Gestaltung von Montageprozessen in die industrielle Praxis umgesetzt
werden. So wird etwa bei der Herstellung von Vorschubmotoren, von
Meßgeräten in der Elektronikfertigung oder von sicherheitsrelevanten
Systemen wie Bremsanlagen ein höherer Qualitätsstandard und eine
Reduzierung der Fehlerquote bei kleineren Losgrößen, höhere
Variantenvielfalt und gleichzeitige Verkürzung der Montagezeit
angestrebt.
Der Transferbereich "Ortung und Führung von Vermessungsschiffen"
entwickelte sich aus Kontakten zwischen der Universität Stuttgart und
der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes im Bezirk der
Wasser- und Schiffahrtsdirektion Südwest. Das in einem Teilprojekt des
Sonderforschungsbereichs "Hochgenaue Navigation - Integration
navigatorischer und geodätischer Methoden" der Universität Stuttgart
zur automatischen Schiffsführung entwickelte, rechnergestützte
Navigationssystem soll jetzt bei der routinemäßigen Vermessung von
Wasserstraßen eingesetzt werden. Das Navigationssystem integriert die
Information verschiedener Sensoren wie Radar, Satellit und Wendekreisel
mit elektronischen Flußkarten und mathematischen Schiffsmodellen. Es
soll sowohl zur schiffsautarken Ortung als auch zur automatischen
Bahnregelung von Peilschiffen eingesetzt werden. Da bei der
Tiefenvermessung von Flüssen die Anforderungen an die Bestimmung der
Schiffsposition deutlich höher sind als bei der Streckenfahrt von
Binnenschiffen, soll das Navigationssystem an die speziellen
Anforderungen der Gewässervermessung angepaßt werden.
Kontakt:
Sprecher des Transferfereichs "Die Montage im flexiblen
Produktionsbetrieb" ist Prof. Dr.-Ing. Engelbert Westkämper, Direktor
des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der
Universität Stuttgart und des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für
Produktionstechnik und Automatisierung (Nobelstraße 12, 70565
Stuttgart, Tel. 0711/970-1101, -1100, Fax 0711/970-1399)
Sprecher des Transferbereichs "Ortung und Führung von Vermessungsschiffen" ist Prof. Dr.-Ing. Ernst Dieter Gilles,Direktor des Instituts für Systemdynamik
und Regelungstechnik der Universität Stuttgart (Pfaffenwaldring 9,
70569 Stuttgart, Tel. 0711/685-6303, -6302, Fax 0711/685-6371)
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Keplerstraße 7 70174 Stuttgart Tel. (0711) 121-2297, -2176, -2155; Telefax 121-2188 e-mail: presse@uni-stuttgart.de
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