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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 2/1996 vom 8.1.1996

 
 
 

Wüstenrot Stiftung:

Zukunftsmodelle des Wohnens -
Neue Stiftungsprofessur

Unter Dach und Fach ist nun eine weitere Stiftungsprofessur für die Universitaet Stuttgart: Die Wüstenrot Stiftung wird an der Fakultät Architektur und Stadtplanung für eine Laufzeit von zehn Jahren eine C 4-Professur für Wohnbau einrichten. Fakultät und Stiftung haben sich auf ein in die Zukunft weisendes Profil geeinigt. Mit dem neuen Stiftungslehrstuhl soll die Ausbildung von Architekten an der Universität Stuttgart auf dem Gebiet des Wohnbaus wesentlich verbessert, die Lehre auf diesem Gebiet unter Integration aller beteiligten Fachdisziplinen neu organisiert werden und darin beispielhaft für andere Ausbildungsstätten in Deutschland wirken. Der Lehrstuhl soll zudem über den Aufbau von Forschungskapazitäten besonderes Profil gewinnen und der Wohnbauforschung in Deutschland wirksame Impulse geben. Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen auf Vorhaben ökonomisch und ökologisch verantwortlichen Bauens, auf sozial und kulturell innovativen Konzepten des Wohnens sowie auf Grundlagen der Gebäudelehre, insbesondere des Wohnbaus.

Die neue Stiftungsprofessur geht zurück auf einen Beschluß der Fakultät Architektur und Stadtplanung, unter Verwendung vorhandener Stellen ein neues Institut für Wohnen und Entwerfen einzurichten. Verwirklicht werden kann dieser Beschluß nun mit den Mitteln des Stifters in Höhe von insgesamt 3,95 Millionen Mark. Geplant ist, die C 4-Stelle mit einem Wohnbaupraktiker zu besetzen, während der Schwerpunkt der C 3-Professur Grundlagen und sozial wissenschaftliche Aspekte des Wohnens verstärkt auf den historischen Entwicklungslinien und sozialen Bedingungen liegen soll.

Bundesweit einzigartig - Dies sei der einzige Lehrstuhl in Deutschland mit einer solchen Widmung und stelle eine zusätzliche Attraktion für die Stuttgarter Architekturfakultät dar, betonte Dr. Erich Bracher, Vorstandsvorsitzender der gemeinnützigen Wüstenrot Stiftung in Ludwigsburg, kürzlich bei der Unterzeichnung des Vertrages in Stuttgart.

Mit dem nun fälligen Generationenwechsel an der Fakultät Architektur und Stadtplanung hoffe man auf neue Impulse, erklärte Prof. Dr.-Ing. Werner Durth, Vorsitzender der Berufungskommissionen. Im Bereich des Wohnbaus, dessen überlieferte Formen längst von der gesellschaftlichen Entwicklung überholt worden seien, sei ein "historischer Schritt" erforderlich. Neue Entwicklungen beim Wohnen, Arbeiten und der Freizeitgestaltung und moderne Technologien verlangten nach mehr funktionalen Wohnungen. Akzentsetzungen seien durch das neue Institut auch im regionalen Umfeld zu erwarten, betonte Durth. "Wir erhoffen uns zudem eine intensivere Beteiligung der Fakultät an der städtischen Entwicklung", hob Rektorin Prof. Dr. Heide Ziegler hervor.

Forschung intensivieren "Stuttgart hat jetzt die Chance, die Lehre und die Forschung auch auf dem Gebiet des wirtschaftlichen Wohnbaus erheblich zu intensivieren", sagte der Geschäftsführer der Stiftung, Georg Adlbert. Zudem verbessere dies die Berufsperspektiven: "Wenn sich herumgesprochen hat, daß die Stuttgarter Absolventen gelernt haben, bei hoher Qualität kostengünstig sowie umwelt- und sozialverträglich zu bauen und mit zunehmend begrenzten Budgets umzugehen, braucht man sich um die berufliche Zukunft keine Sorgen zu machen." Daß die neue Stiftungsprofessur nach Stuttgart vergeben wurde, sei auch dem "sehr guten Ruf" der Architekturfakultät zuzurechnen, erklärte Dr. Bracher. Die baden-württembergische Regelung, die Zeit für die Anfinanzierung einer Stiftungsprofessur auf zehn Jahre festzulegen, habe die Entscheidung für Stuttgart teurer und somit schwieriger gemacht. In Leipzig, wo die Wüstenrot Stiftung eine Professur für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft finanziert, betrage die Frist beispielsweise nur acht Jahre.

Beide Professuren werden zeitgleich international ausgeschrieben. Man hoffe, diese zu Beginn des Wintersemesters 1996/97 besetzen zu können, sagte Dekan Prof. Dr. Giselher Kaule. Zudem sei mit Unterstützung der Stiftung ein Symposium zur Richtungsgebung für das neue Institut geplant.


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