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unilogo Universität Stuttgart

Pressemitteilung Nr. 11/1996 vom 25.1.1996

 
 
 

SFB 412 am I. Januar gestartet

Neuer SFB für rechnergestützte Modellierung und Simulation
verfahrenstechnischer Prozesse

Der Sonderforschungsbereich 412 "Rechnergestützte Modellierung und Simulation zur Analyse, Synthese und Führung verfahrenstechnischer Prozesse" wurde im September des vergangenen Jahres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft positiv begutachtet. Seit dem 1. Januar 1996 laufen die Arbeiten in 4 Projektbereichen mit insgesamt 17 Teilprojekten. Dem SFB gehören 12 Wissenschaftler aus 8 Instituten der Universität Stuttgart an. Sprecher des neuen SFB 412 ist Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. mult. E.D. Gilles vom Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik.

Den strengen Vorschriften zur Sicherheit und zum Umweltschutz und den höheren Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der verfahrenstechnischen Produktion muß man heute durch eine stärkere stoffliche und energetische Vernetzung der in der Chemie und in der verarbeitenden Industrie zum Einsatz kommenden Anlagen begegnen. Das damit verbundene komplexe Prozeßverhalten erfordert genauere und leistungsfähigere Verfahren zur Analyse, Synthese und Führung verfahrenstechnischer Prozesse.

Den Werkzeugen der mathematischen Modellierung und Simulation kommt bei der Bearbeitung der sich daraus ergebenden Aufgabenstellungen eine wachsende Bedeutung zu. Diese Werkzeuge sind vor allem auch wichtig, um das komplexe Zusammenwirken der verschiedenen Teilvörgänge in Reaktions- und Stofftrennprozessen besser zu verstehen. Sie können daher auch in der Lehre und Ausbildung sowie in der betrieblichen Schulung und Weiterbildung wertvolle Dienste leisten.

Die im SFB durchzuführenden Forschungsarbeiten gliedern sich in einen System- und methodenorientierten Schwerpunkt sowie einen anwendungsorientierten Schwerpunkt. Beide Schwerpunkte basieren auf einem breiten Fundament von Grundlagen aus den Bereichen der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der numerischen Mathematik sowie der Systemtheorie.

Die Auswahl interessanter Prozesse beschränkt sich nicht nur auf die chemische, thermische und mechanische Verfahrenstechnik, sondern bezieht auch die Bioprozeßtechnik als eine wichtige Zukunftstechnologie mit ein. Wenn es gelingt, das heute verfügbare biologische Wissen über zelluläre Stoffwechselvorgänge und ihre Regulationsmechanismen mit ingenieurwissenschaftlichem und systemtheoretisch orientiertem Denken eng zu verbinden, so eröffnet dies neue Wege, um die Produktivität biotechnologischer Prozesse beträchtlich zu steigern.

Von einer Strukturanalyse des modular hierarchisch aufgebauten Regulationsnetzwerks einer Zelle sind auch interessante Hinweise zu erwarten, wie ein leistungsfähiges Prozeßführungskonzept zur Koordinierung der Stoffflüsse in einer verfahrenstechnischen Produktionsanlage in Analogie zu der sehr effizient wirksamen Stoffwechselregulation in zellulären Systemen zu konzipieren ist.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. mult. E.D. Gilles, Universität Stuttgart,
Pfaffenwaldring 9, 70550 Stuttgart, Tel.(0711) 685-6302,
Fax (0711) 685-6371


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