Von der Monarchie zur Republik

Dr. Florian Brückner

Beiträge zum politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen sozialen und kulturellen Übergang in Hohenzollern, Baden und Württemberg zu Beginn der Weimarer Republik (1918-1923)

Das Projekt „Von der Monarchie zur Republik“ liefert anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Novemberrevolution 1918/19 für den preußischen Regierungsbezirk Hohenzollern sowie die Länder Baden und Württemberg allgemeine Einführungen, die über den Übergangszeitraum 1918 bis 1923 informieren. In weiteren spezifisch gearbeiteten Prolegomena sondiert es politische, wirtschaftliche, soziale, gesellschaftliche und kulturelle Feldverschiebungen von Regierungsbezirk und Ländern in den liminalen Anfangsjahren der ersten deutschen Demokratie. 66 kategorisch gefestigte Fallstudien liefern in 22 für den Demokratisierungsprozess spezifischen Themenbereichen – Friedensschluss, Demobilmachung, Revolution, Rätebewegung, Staatsorganisation, Parlament, Parteien, Wahlen, Justiz, Sicherheit und Ordnung, Besetzte Gebiete, Arbeitswelt, Soziale Situation, Fürsorge, Technische Infrastruktur, Bildungswesen, Kultur, Religion, Freizeit, Frauen, Jugend und Medien – umfangreiche Kontextualisierungen zu historischen Begleitumständen sowie Analysen zahlreicher, bisher nicht ausgewerteter Quellenbestände. Somit leistet es Grundlagenforschung im Bereich politik- und geschichtswissenschaftlicher Transformationsforschung zum Gestaltwandel politischer Systeme.

Als wichtigstes Forschungsergebnis verweist die Projektarbeit in diesem Kontext auf die Systemkonkurrenzen zwischen rechten antidemokratischen Widerstandsversuchen, linksgerichteten Räteorganisationen und auf Anweisung der Siegermächte sowie der OHL demokratisierungspflichtiger provisorischer Übergangsregime. Gerade die personelle Kontinuität der bereits in den badischen und württembergischen Ständeversammlungen und sodann in den provisorischen Volksregierungen tätigen politischen und bürokratischen Funktionseliten charakterisiert den Staat von Weimar zumindest im deutschen Südwesten nicht als Verheißung oder gar Erfüllung eines an die Verfassungstradition von ‚1818/19‘ anschlussfähigen Konstitutionalismus, sondern vielmehr als einen mit deliberativer, appellativer, nomokratischer und, wo notwendig, mit militärischer Amtspflichtigkeit umgesetzten demokratischen Imperativ. Aus dieser sich auch im deutschen Südwesten in dezidiert preußisch-protestantischem Geiste heraus vollziehenden Verwaltungsdynamik lässt sich der Übergangsprozess in Baden, Württemberg und Hohenzollern von November 1918 bis Januar 1919 als Emergenz extern angeordneter Herrschaftsformen typologisieren, die bis zu ihren basisdemokratisch legitimierten Verfestigungen zu den quasipartizipatorischen Republiken Baden und Württemberg im Januar 1919 als traditionale, weil von der zweckrationalen Hoffnung des Volkes  auf einen Friedensschluss getragene Regierungsformen die Demokratisierung Südwestdeutschlands mithilfe bürokratischer Verwaltungsapparate betrieben.

Link zu den Einführungen und Fachartikeln des Projekts: https://www.leo-bw.de/themenmodul/von-der-monarchie-zur-republik

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/von-der-monarchie-zur-republik-freischaltung-der-digitalen-quellensammlung-zur-demokratiegeschichte/