Hindenburg

Von der Beschäftigung mit der Endphase der Weimarer Republik führt ein direkter Weg zum 30. Januar 1933. Der 30. Januar 1933 läßt sich nur vor dem Hintergrund der atemberaubenden politischen Karriere Hindenburgs verstehen, weswegen Wolfram Pyta ein drittmittelgefördertes Projekt einer politischen Biographie Hindenburgs von 1914-1934 durchführte, das in die auf der Eingangsseite vorgestellte große Publikation von 2007 mündete. Wenn auch der persönliche Anteil Hindenburgs an Grundentscheidungen der deutschen Geschichte hierbei im Vordergrund stand, wurde doch seine ständige Rückkopplung an die gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen angestrebt. Dies zeigte sich insbesondere bei der Entstehung des Hindenburg-Mythos, dessen Genese nur dann verständlich wird, wenn man die soziokulturellen Erwartungshaltungen einer gespaltenen Gesellschaft am Vorabend des Ersten Weltkrieges bedenkt, die auf der Suche nach einer symbolischen Repräsentanz ihrer nationalen Identität war.

Die Ergebnisse des Hindenburg-Projekts wurden 2007 publiziert. Wolfram Pyta erhielt für dieses Werk im Jahre 2008 den Forschungspreis für Grundlagenforschung des Landes Baden-Württemberg.