Profil
Das Mittelalter ist die Epoche zwischen 500 und 1500 und teilt sich in Frühes, Hohes und Spätes Mittelalter. Genaue und unbestrittene Abgrenzungen gibt es weder zur Antike noch zur Frühen Neuzeit. Man hat den Beginn der Völkerwanderung (375), das Ende des Weströmischen Reiches (476) oder auch den Beginn der islamischen Expansion (622) als Abschluß des Altertums bezeichnet. Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg (um 1450), die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus (1492) und Luthers Thesenanschlag in Wittenberg (1517) wurden für den Beginn der Neuzeit in Anspruch genommen. Zur Abgrenzung werden auch noch andere Daten benutzt. Heute tritt niemand mehr ernsthaft für konkrete Anfangs- und Enddaten der historischen Perioden ein. Es ist vielmehr selbstverständlich, daß jede Epoche in einem langen Prozeß entsteht und wieder zu Ende geht. Es gibt Übergangsphasen, deren ungefähre Grenzen in erster Linie davon abhängen, welchen Aspekten man im Spektrum der historischen Betrachtungsweise den Vorzug gibt, ob man eher politische, kulturelle oder sozialökonomische Entwicklungen zugrundelegt. Was wir das Mittelalter nennen, ist allmählich geworden und ebenso allmählich wieder vergangen. Gleichwohl tragen die tradierten Epochengrenzen zur gedanklichen Erfassung der historischen Perioden Sinnvolles bei. |
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