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„O beatissime lector“ - Ausstellung zur Kodikologie (8. Stock, K II)

Im Sommersemester 2017 widmeten sich die TeilnehmerInnen der Übung „‘O beatissime lector...'. Einführung in die Kodikologie“ unter der Leitung von Patrizia Hartich M.A. in zwei Projektsitzungen der Gestaltung einer Ausstellung, die thematisch an den Inhalt der Übung angelehnt ist. Das von den Studierenden selbst erstellte Konzept zeigt in mehreren Stationen die wichtigsten Ansatzpunkte der Kodikologie.

Der Ausstellungsteil im rechten Teil der Vitrine zeigt die Herstellung eines mittelalterlichen Codex, bei der die einzelnen, oft schon beschriebenen Lagen vernäht und auf der Heftlade zusammengebunden wurden. Ein (neuzeitlicher) Papiercodex mit deutlich sichtbarer Lagenstruktur sowie ein Fragment, das zur Verstärkung eines Einbandes wiederverwendet wurde, veranschaulichen die zu untersuchenden Spuren, die die mittelalterliche Buchherstellung hinterlassen hat.

Die Ausstellungsstücke auf dem Podest verdeutlichen den Schreibprozess: Im Faksimile der Vita der Mathilde von Canossa aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts ist die Seiteneinrichtung durch Linierung noch ersichtlich. Mit der Dornentinte, Gänsekielen sowie mit Galläpfeln und Gummi arabicum sind die Werkzeuge und Hilfsmittel der Schreiber ausgestellt. Ergänzt wird dies durch eine Übersicht über die wichtigsten Schriftarten des Mittelalters.

Die Objekte darunter widmen sich dem Buchschmuck: Der Prachteinband eines frühmittelalterlichen Evangeliars zeigt eine Möglichkeit der äußeren Ausgestaltung eines Codex. Der innere Schmuck wird anhand eines Faksimiles eines Stundenbuches verdeutlicht, das mit aufwändigen Illuminationen versehen ist. Dem steht als Kontrast ein Beispiel für städtisches Verwaltungsschrifttum, eine Abbildung eines Missivbuches der Stadt Speyer, gegenüber, das keinerlei Buchschmuck enthält.

Der linke Teil der Vitrine hat das Pergament zum Thema, den wichtigsten mittelalterlichen Beschreibstoff. Die unterschiedlichen Erscheinungsbilder, die es aufweisen kann, sind abhängig von seiner Herstellung sowie vom Tier, von dem das Pergament stammt. Mit Hilfe der Mikroskopie kann die Beschaffenheit des Pergaments sowie der Tinte untersucht werden.

Insgesamt vermitteln die gezeigten Stücke detailreich das Erkenntnispotential, das die Untersuchung von Codices birgt. Seit 30. Juni 2017 kann die interessante Ausstellung in der Vitrine im 8. Stock in K II (Keplerstraße 17) besichtigt werden. Ein herzlicher Dank gilt dem Team der Institutsbibliothek für die Bereitstellung der beiden Faksimiles!

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Das Ausstellungsteam (von links nach rechts): Mona Raum-Deinzer, Lea Frey, Jannis Beitinger, Selina Schön, Rudolf Hertwig, Vanitha Jeyathasan, Nick Schulz, Robin Fiore, Clemens Dücker, Dominique Ott, Sergej Fetter, Marcus Borst und Patrizia Hartich (ebenfalls beteiligt, aber nicht auf dem Foto: Lisa Beckh, Charlene Grünhagel und Lisa Waldmann)

 

 

Wilhelm-Zimmermann-Preis an Patrizia Hartich M.A.

Der Verein der Freunde des Historischen Instituts der Universität Stuttgart e.V. widmet sich seit über 25 Jahren auf vielfältige Art der Förderung und Unterstützung unseres Instituts. Im Zuge dessen zeichnet der Verein seit 1996 alljährlich die besten am Historischen Institut angefertigten Dissertationen, Zulassungs- und Masterarbeiten mit der Verleihung des Wilhelm-Zimmermann-Preises aus.

Der Wilhelm-Zimmermann-Preis für die beste im Jahr 2015 am Historischen Institut angefertigte Masterarbeit wurde am 4. Februar 2017 an Patrizia Hartich M.A. im feierlichen Rahmen des Pontischen Abends verliehen und vom Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Eckart Olshausen übergeben. Bei dieser Gelegenheit stellte Frau Hartich ihre Arbeit mit dem Titel „Die Esslinger Missivenbücher. Kommunikation und Kommunikationspraxis der Reichsstadt Esslingen im 15. Jahrhundert“ dem anwesenden Publikum kurz vor. Ihre Forschung im Bereich städtischer Kommunikationsnetze im süddeutschen Raum wird als Dissertationsprojekt in der Abteilung Mittlere Geschichte fortgeführt.
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Die Übergabe der Urkunde durch Prof. em. Dr. Eckart Olshausen
 

 

Ernennung zum korrespondierenden Mitglied

In der Sitzung vom 26. Februar 2016 wurde Dr. Anja Thaller für ihre Forschungen zum Patriarchat Aquileia zum korrespondierenden Mitglied des "Istituto Pio Paschini per la Storia della Chiesa in Friuli" ernannt.

Link zur Website
 

 

DAAD-Preis 2015 für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender der Universität Stuttgart an Michele Remesal Velasco B.A.

Der Deutsche Akademische Austauschdienstes (DAAD) ist eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen. Mit dem DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender werden BildungsausländerInnen an der Universität Stuttgart ausgezeichnet, die sehr gute Studienleistungen erbringen und sich gesellschaftlich-sozial engagieren.

Der diesjährige Preis wurde Michele Remesal Velasco B.A. im feierlichen Rahmen des Erstsemesterabends „Avete Academici“ am 12. Oktober 2015 verliehen und von Rektor Prof. Dr.-Ing. W. Ressel übergeben.


Überreichung der Urkunde durch den Rektor Prof. Dr.-Ing. Wolfram Ressel

Avete Academici 2015 - Verleihung von Preisen und Stipendien


 

Dr.-Walther-Liebehenz-Preis 2015 für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Historischen Hilfswissenschaften an Dr. Anja Thaller

Die Dr.-Walther-Liebehenz-Stiftung hat sich der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern in kulturwissenschaftlichen Fächern, die an der Georg-August-Universität Göttingen vertreten sind, verschrieben. Dafür vergibt sie jedes Jahr Preise für hervorragende Abschlussarbeiten.

Im Jahr 2015 wurden auf Vorschlag des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte zwei Arbeiten ausgezeichnet, die im Fach Historische Hilfswissenschaften entstanden sind. Preisträgerin des Dissertationspreises ist Frau Dr. Anja Thaller (Universität Stuttgart), die für ihre an der Universität Graz eingereichte Dissertation „ Fiat finis et pax. Die Friedensverträge der Patriarchen von Aquileia mit ihren Nachbarn (880–1251)“ ausgezeichnet wurde. Herr Andreas Lehnertz (Universität Trier) erhielt den Dr.-Walther-Liebehenz-Preis für seine Staatsexamensarbeit zum Thema „Judensiegel im mittelalterlichen Aschkenas“.

Am 8. Juni 2015 fand die Preisverleihung in der Kleinen Aula der Georg-August-Universität Göttingen statt. Einer Begrüßung durch die Vizepräsidentin der Universität, Frau Prof. Dr. Ruth Florack, folgte eine Einführung durch Prof. Dr. Werner Rutz, den Vorsitzenden des Stiftungsrats der Dr.-Walther-Liebehenz-Stiftung. In ihrem Vortrag „Wozu Historische Hilfswissenschaften?“ diskutierte Frau Prof. Dr. Hedwig Röckelein anschließend die Relevanz der Historischen Hilfswissenschaften in Forschung und Lehre. Die Würdigung der PreisträgerInnen erfolgte durch PD Dr. Dr. Jörg Bölling für Andreas Lehnertz und durch Prof. Dr. Wolfgang Petke, der die Laudatio für Frau Dr. Anja Thaller hielt. Im Anschluss an die Übergabe der Preise durch den Stiftungsratsvorsitzenden rundete eine Vorstellung der prämierten Arbeiten durch die PreisträgerInnen die Feierstunde ab.

Überreichung der Urkunde durch Prof. Dr. Werner Rutz
 

Presseinfo der Georg-August-Universität Göttingen