Die Flüchtlingshilfe der reformierten Schweiz zugunsten französischer Protestanten im 17. und 18. Jahrhundert
Mirjam Mayer M.A.
Thema: Die Flüchtlingshilfe der reformierten Schweiz zugunsten französischer Protestanten im 17. und 18. Jahrhundert
Projektleiter: Prof. Dr. Joachim Bahlcke
Beschreibung und Zielsetzung des Projekts: Als am Ende des 17. Jahrhunderts der große Hugenottenexodus einsetzte, fungierte die reformierte Schweiz aufgrund ihrer geographischen Disposition als erste Zufluchtsstätte: zunächst als vorläufiges Asyl und vornehmlich als Durchgang in die endgültigen Aufnahmeländer. Um die Massen des Flüchtlingsstroms des "Grand Refuge" zu bewältigen, mussten die reformierten Kantone neue Wege, was Konzeption, Organisation und Finanzierung der - einer langen Tradition verpflichten - eidgenössischen Flüchtlingshilfe anbelangte, beschreiten. Die Hilfeleistungen für die Glaubensgenossen erstreckten sich nicht nur auf das Inland, sog. Liebessteuern für notleidende reformierte - bisweilen lutherische - Kirchen gingen auch ins Ausland. Das Dissertationsprojekt soll der inländischen Perspektive reformiert-eidgenössischer Unterstützungsmaßnahmen zugunsten hugenottischer Flüchtlinge eine ausländische hinzufügen und dabei die Verortung in den europäischen Kontext vornehmen.
Literatur: Mörikofer, Johann Caspar: Geschichte der evangelischen Flüchtlinge in der Schweiz. Leipzig 1876; Meyrat, Walter: Die Unterstützung der Glaubensgenossen im Ausland durch die reformierten Orte im 17. und 18. Jahrhundert. Bern 1941; Scheurer, Rémy: Durchgang, Aufnahme und Integration der Hugenottenflüchtlinge in der Schweiz, In: Thadden, Rudolf von/Magdelaine, Michelle (Hg.): Die Hugenotten 1685-1985. München 1985, 38-54; Klingebiel, Thomas: Huguenot Settlements in Central Europe, In: Lehmann, Hartmut/Wellenreuther, Hermann/Wilson, Renate(Hg.): In Search of Peace and Prosperity. New German Settlements in Eighteenth-Century Europe and America. Pennsylvania 2000, 39-67.
