Abteilung Geschichte der Frühen Neuzeit


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Prof. Dr. Joachim Bahlcke (E-Mail

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Aktuelles (Stand: 25.05.2016)

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 Schlesien


Bahlcke, Joachim/Dingel, Irene (Hg.):
Die Reformierten in Schlesien. Vom 16. Jahrhundert bis zur Altpreußischen Union von 1817.

Göttingen 2016 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte. Beiheft 106,  373 Seiten.
ISBN: 978-3525101407

Schlesien bildete nicht nur mit Blick auf Politik und Gesellschaft, sondern auch hinsichtlich seiner spezifischen religiösen Struktur während der Frühen Neuzeit eine wichtige Brückenlandschaft in Ostmitteleuropa. Sowohl im humanistisch-gelehrten Umfeld der Metropole Breslau als auch im Bereich der einzelnen Territorialherrschaften und regionalen Stadtzentren des Oderlandes sind reformierte Einflüsse seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nachweisbar. Die Beiträge zu diesem Sammelband zeigen neue Forschungsperspektiven auf, um landeseigene wie sachliche und zeitliche Spezifika eines Reformiertentums bis zum 19. Jahrhundert herauszuarbeiten.Mit Beiträgen von Aleksandra Adamczyk, Joachim Bahlcke, Hans-Jürgen Bömelburg, Irene Dingel, Klaus Garber, Mona Garloff, Roland Gehrke, Jan Harasimowicz, Luka Ilić, Henning P. Jürgens, Jiří Just, Dietrich Meyer, Tobias Sarx und Gabriela Waş.

Bahlcke

Joachim Bahlcke, Dan Gawrecki, Ryszard Kaczmarek (Hg.): Geschichte Oberschlesiens.
Politik, Wirtschaft und Kultur von den Anfängen bis zur Gegenwart

Berlin: De Gruyter Oldenburg 2015
(Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 61), 736 Seiten.
ISBN 978-3-11-044182-6

In der Geschichte Oberschlesiens, die von der frühen Besiedlung des Raumes bis zur Gegenwart einen weiten historischen und kulturgeschichtlichen Bogen schlägt, kommen deutsche, polnische und tschechische Historiker gleichermaßen zu Wort. Dabei stehen nicht die Konflikte mit den Nachbarn, sondern die vielfältigen Austauschprozesse mit ihnen im Vordergrund. Entstanden ist ein ebenso informatives wie anschauliches Werk, das dem Leser zugleich vor Augen führt, wie Geschichtsschreibung zur Formulierung politischer Ansprüche benutzt und gelegentlich auch missbraucht wird.

 

 Döring, Detlef

Studien zur Wissenschafts- und Bildungsgeschichte in Deutschland um 1700. Gelehrte Sozietäten - Universitäten - Höfe und Schulen. Hg. v. Joachim Bahlcke und Mona Garloff

Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2015
(Jabloniana. Quellen und Forschungen zur europäischen Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit 5), 284 S.
ISBN: 978-3-447-10425-8

In der geistes- und kulturgeschichtlichen Forschung werden die Anfänge der modernen Wissenschaften in die Zeit um 1700 datiert. Umstritten ist, wo diese „Revolution des Wissens“ stattfand und wer ihre wichtigsten Träger waren. In diesem Band wird die Auffassung vertreten, dass es in erster Linie Institutionen gewesen sind, in deren Rahmen sich der Durchbruch zur neuzeitlichen Wissenschaft vollzog: Universitäten und Sozietäten, in nachgeordneter Bedeutung Schulen und Höfe. Die auf breiter Quellenbasis erarbeiteten Fallstudien verstehen sich als Diskussionsbeitrag zur Wissenschafts-, Gelehrten- und Ideengeschichte der europäischen Frühaufklärung.

 

Gegenkräfte: Studien zur politischen Kultur und Gesellschaftsstruktur Ostmitteleuropas in der Frühen Neuzeit
Marburg: Verlag Herder-Institut 2015, XXXI, 481 Seiten. ISBN: 978-3-87969-396-2

Der Blick auf die eigenstaatliche Entwicklung Ostmitteleuropas während der Frühen Neuzeit war über Jahrzehnte hinweg durch politische Antagonismen und historiographische Verzerrungen verstellt. Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts treten immer deutlicher die Konturen einer Geschichtsregion hervor, die erstaunlich moderne Züge aufwies. Adel, Geistlichkeit und Städte wirkten hier ganz wesentlich mit bei der Gestaltung von Finanzen und Steuern, Rechtsprechung und Militärorganisation. Gegenkräfte zum Macht- und Befehlsstaat, der im westlichen Europa die Regel war, lassen sich in Polen-Litauen, den böhmischen Ländern und Ungarn-Kroatien auch in kultureller und religiöser Hinsicht beobachten. Der vorliegende Band vereint 22 während der letzten zwei Jahrzehnte entstandener Studien, die sich aus wechselnden Perspektiven mit der politischen Kultur und Gesellschaftsstruktur der Länder zwischen Ostsee und Adria auseinandersetzen: mit Föderationsmodellen im Osten des ständischen Europa, Freiheitsvorstellungen der gesellschaftlichen Eliten, kollektiven Identitäten und ideengeschichtlichen Austauschprozessen. Zeitgenössische Geschichtsbilder werden ebenso hinterfragt wie neuzeitliche Interpretamente, so dass der Band über die realgeschichtlichen Befunde hinaus auch einen Beitrag zur Aufarbeitung älterer Geschichtsbilder und Raumvorstellungen leistet. .

 

Geschichte Tschechiens
München:  Verlag C.H.Beck 2014, 128 Seiten, ISBN: 978-3-406-66179-2

Tschechien ist ein junger Nachbarstaat, und doch ein Land mit einer über tausendjährigen, wechselvollen Geschichte. Die Mittlerstellung der böhmischen Länder zwischen Ost und West war stets Herausforderung und Chance zugleich. Das Buch bietet einen Überblick über die politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung eines Staates, der über Jahrhunderte hinweg ein besonderer Partner der deutschen und österreichischen Geschichte war.

 

A magyar püspöki kar es a habsburg monarchia. Együttmüködestöl a konfrontacioig (1686-1790). Budapest 2013. XXII, 558 Seiten.

Die Bischöfe in Ungarn, Kroatien und Siebenbürgen hatten sich im ausgehenden konfessionellen Zeitalter in zweifacher Hinsicht der Integrationsforderungen einer expandierenden Staatsgewalt zu erwehren: als Vetreter autonomer kirchlicher Gewalt und als gesellschaftliche Herrschaftsgruppe. In welchen Phasen vollzog sich während des späten 17. und 18. Jahrhunderts der Übergang vom traditionellen Büdnispartner der katholischen Habsburgermonarchie zum statusbewußten Gegner der Dynastie? Welche Gruppeninteressen  wurden dabei im einzelnen berührt, welche Widerstandsformen entwickelt? Dies sind durchgängige Leitfragen der Untersuchung, die methodisch eine Kombination von Strukturgeschichte und Prosopographie, von Kirchen-, Sozial- und Ideengeschichte darstellt. Auf der Grundlage neu erschlossenen Archivmaterials wird mit dem römisch-katholischen Episkopat eine bisher kaum beachtete Gruppe vorgestellt, der für die Freiheitskultur Ostmittel- und Südosteuropas eine erhebliche Bedeutung zukommt. Die Erstauflage erschien unter dem Titel "Ungarischer Episkopat und österreichische  Monarchie. Von einer Partnerschaft zur Konfrontation (1686-1790)" 2005 im Stuttgarter Steiner Verlag.

 

 Religiöse Erinnerungsorte Cover

Religiöse Erinnerungsorte in Ostmitteleuropa. Konstitution und Konkurrenz im nationen- und epochenübergreifenden Zugriff. Hg. v. Joachim Bahlcke, Stefan Rohdewald und Thomas Wünsch.
Berlin: Akademie Verlag 2013, XXXIV, 1037 Seiten, ISBN: 978-3-05-005658-6

Religiöse Erinnerungsorte sind Signaturen eines Raumes. Sie markieren Haltepunkte, an denen das Bewußtsein der Bewohner einer Region, eines Staates, eines Großraums sichtbar wird. Als Ergebnis eines generationenübergreifenden Prozesses von Gedenken und dessen medialer Repräsentation sind Erinnerungsorte allgemein ein zentraler Forschungsgegenstand für alle historischen und gegenwartsorientierten Wissenschaften. Mit dem Fokus auf die Religion wird darüber hinaus der speziellen Beschaffenheit Ostmitteleuropas Rechnung getragen. Wie in keiner anderen Geschichtsregion Europas entfalten hier die  verschiedenen christlichen Kirchen, aber auch andere Religionen und kleinere Glaubengemeinschaften eine anhaltende Wirksamkeit. Vom Baltikum über Polen, Böhmen und Ungarn bis zum Balkan erstreckt sich eine religiöse Landkarte, die an Vielgestaltigkeit kaum zu überbieten ist. Toleranz und friedliche Koexistenz waren prägend, gleichzeitig aber auch Spannung und Konflikt. Die hier in einer repräsentativen Auswahl versammelten religiösen Erinnerungsorte tragen zu einem tieferen Verständnis von Geschichte und Gegenwart Ostmitteleuropas bei.

 

Toleranţă, Coexistenţă, Antagonism. Percepţii ale diversităţii religioase în Transilvania, între reformă şi illuminism. Hg. v. Joachim Bahlcke und Konrad Gündisch. Cluj-Napoca: Editura MEGA, 2013. 393 Seiten, ISBN 978-606-543-333-5.

Siebenbürgen hat im Laufe der Jahrhunderte eine außergewöhnliche religiöse Vielfalt hervorgebracht: orthodoxe, römisch- und griechisch-katholische, lutherische, calvinistische und unitarische Christen sowie Juden waren und sind hier zu Hause. Auf der Grundlage von Reiseberichten, Autobiographien und Landesbeschreibungen werden die Wahrnehmungen dieser religiösen Vielfalt in dem südosteuropäischen Territorium näher untersucht. So entsteht ein quellennahes Bild von Koexistenz- und Toleranzvorstellungen in der Zeitspanne zwischen Reformation und Aufklärung. Neben der Wahrnehmung der jeweils anderen Glaubensrichtung werden auch die Selbstbilder und Abgrenzungsstrategien der verschiedenen Gruppen behandelt, ebenso die Frage, inwieweit die seit 1570 sprichwörtlich gewordene religiöse Toleranz in Siebenbürgen tatsächlich gelebt wurde.

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Schlesien und der deutsche Südwesten um 1600. Späthumanismus - reformierte Konfessionalisierung - politische Formierung. Hg. v. Joachim Bahlcke und Albrecht Ernst. Heidelberg/Ubstadt-Weiher/Basel 2012.

Pforzheimer Gespräche zur Sozial-, Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte 5).

388 Seiten, ISBN 978-3-89735-751-8

Gerade um 1600 waren die Beziehungen zwischen den böhmischen Ländern und der Kurpfalz von einer ungewöhnlichen Intensität. Der Beitrag schlesischer Protestanten zur reformierten Bekenntnisbildung und intellektuellen Kultur der Kurpfalz ist seit längerem bekannt. Namen wie Zacharias Ursinus, David Pareus, Bartholomäus Pitiscus, Abraham Scultetus und Melchior Adam stehen für die ansehnliche Gruppe philippistisch-calvinistisch orientierter Schlesier, die in den pfälzischen Staats- und Kirchendienst eintraten und als gelehrte Räte, Hofprediger, Mitglieder des Kirchenrats oder Universitätsprofessoren einflußreiche Positionen einnahmen. Das vornehmste weltliche Kurfürstentum und dessen Hauptresidenz, das wissenschaftlich und literarisch ambitionierte Heidelberg mit seiner üppigen höfischen Festkultur, boten diesem Personenkreis attraktive Lebens- und Arbeitsperspektiven. Umgekehrt fanden pfälzische Späthumanisten und auch Politiker in den schlesischen Herzogtümern wichtige Ansprechpartner, um in den gesamten ostmitteleuropäischen Raum hineinzuwirken.

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Schlesische Lebensbilder, Bd. 11. Hg. v. Joachim Bahlcke. Insingen 2012.

671 Seiten, ISBN 978-3-7686-3513-4

 Der Band – ein Gemeinschaftswerk deutscher, polnischer und tschechischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen – stellt in 47 Biographien historische Persönlichkeiten vor, die entweder aus dem schlesischen Kulturraum hervorgegangen sind oder diesen durch ihr Wirken in besonderer Weise geprägt haben: Fürsten und kirchliche Würdenträger, Politiker und Beamte, Wissenschaftler, Theologen, Ärzte, Schriftsteller, Musiker, Verleger, Kaufleute und andere mehr. Es sind Angehörige ganz unterschiedlicher Stände, Bevölkerungsgruppen und Epochen – von dem um 1151 in Breslau gestorbenen Adeligen Peter Wlast, der in der politischen Geschichte des Oderlandes in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielte, bis hin zu dem aus Oberschlesien gebürtigen polnischen Rechtshistoriker Karol Jonca (1930-2008), der von 1961 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 an der Universität Breslau lehrte.

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Landesherrschaft, Territorien und Staat in der Frühen Neuzeit. München 2012 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 91).

170 Seiten, ISBN 978-3486550467

 Gegenstand der Monographie ist die allmähliche Umformung spätmittelalterlicher Fürstenherrschaft zum frühneuzeitlichen Territorialstaat in der Zeit zwischen 1500 und 1800, die Historiker heute kurz als Epoche der Staatsbildung bezeichnen. Im Mittelpunkt steht ein Fundamentalprozeß, der auf Verdichtung, Verräumlichung und Institutionalisierung von Herrschaft abzielte. Gleichzeitig werden verschiedene Sichtweisen auf die Entwicklung des "Staates" in Deutschland diskutiert, die oft mehr über den Zeitpunkt ihres Entstehens als über die Vergangenheit aussagen. Die thematisch gegliederte Bibliographie bietet Lehrenden und Studierenden einen Leitfaden durch das komplexe Forschungsfeld.

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Migration als soziale Herausforderung. Historische Formen solidarischen Handelns von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Hg. v. Joachim Bahlcke, Rainer Leng und Peter Scholz. Stuttgart 2011 (Stuttgarter Beiträge zur Historischen Migrationsforschung 8).

342 Seiten, ISBN 978-3515100878

 Solidarität mit Migranten ist in allen historischen Epochen festzustellen: Euergetisches Handeln, christliche Caritas, Armenfürsorge als religiös motivierte Pflicht, private Almosenstiftungen, ordnungspolitische Maßnahmen des frühmodernen Staates oder staatliche Sozialfürsorge. Welche Normen, Formen und Dimensionen aber liegen solidarischem Handeln zugrunde? Welche Motive fördern solidarisches Handeln mit Migranten und wo liegen die Grenzen der Solidarität? Vor den großen Herausforderungen gegenwärtiger und künftiger Migrationserscheinungen lohnt ein Blick auf die Vergangenheit.

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Historia Górnego Śląska. Polityka, gospodarka i kultura europejskiego regionu [Geschichte Oberschlesiens. Politik, Wirtschaft und Kultur einer europäischen Region]. Hg. v. Joachim Bahlcke, Dan Gawrecki und RystardKaczmarek. Gliwice 2011.

555 Seiten, ISBN 978-83-60470-41-1

Oberschlesien – eine Region in der Mitte Europas, in deren Geschichte sich über lange Jahrhunderte der Kultur-, Wissens- und Ideentransfer zwischen dem europäischen Westen und Osten beobachten läßt. Obwohl das Land politisch und rechtlich stets zu einer der benachbarten Territorialgewalten gehörte, besitzt es schon seit dem Mittelalter eine eigene, unverwechselbare Identität. Das hatte auch zur Folge, daß seine Geschichte immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen dargestellt und umgeschrieben wurde.

Die „Geschichte Oberschlesiens“ ist ein Buch, das von der frühen Besiedlung des Raumes bis zur Gegenwart einen weiten Bogen der Geschichte und Kultur Oberschlesiens schlägt und zum ersten Mal die unterschiedlichen Blickwinkel der deutschen, polnischen und tschechischen Nationalhistoriographie zusammenführt.

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Kriegseisen, Wojciech: Die Protestanten in Polen-Litauen (1696-1763). Rechtliche Lage, Organisation und Beziehungen zwischen den evangelischen Glaubensgemeinschaften. Hg. v. Joachim Bahlcke und Klaus Ziemer. Wiesbaden 2011. (Jabloniana. Quellen und Forschungen zur europäischen Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit 2).

350 Seiten,  ISBN 978-3-447-06559-7

 Nicht nur in der breiteren Öffentlichkeit Westeuropas, auch in der Forschung ist die Auffassung weit verbreitet, Polen-Litauen sei im Jahrhundert der Aufklärung ein Hort des Katholizismus gewesen. Die einst so zahlreichen protestantischen Gemeinden stellte jedoch noch im 18. Jahrhundert eine konfessionell wie politisch bedeutende Minderheit dar, so das Ergebnis von Wojciech Kriegseisens Untersuchung, deren erste Auflage bereits 1996 in polnischer Sprache erschien. Auf der Grundlage breiter, bisher ungenutzter Quellenbestände zeichnet der renommierte Warschauer Historiker ein facettenreiches Bild der einzelnen evangelischen Glaubensgemeinschaften in Polen-Litauen. Erstmals werden überdies die wirtschaftlichen Grundlagen und die rechtlichen Existenzbedingungen der einzelnen Gemeinden in Polen und Litauen genauer untersucht.

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Brückenschläge. Daniel Ernst Jablonski im Europa der Frühaufklärung. Hg. v. Joachim Bahlcke, Bogusław Dybas und Hartmut Rudolph. Dößel 2010.

438 Seiten, ISBN 978-3899232592 

Vor 350 Jahren wurde Daniel Ernst Jablonski (1660-1741) in der Nähe von Danzig geboren. Er wirkte von 1693 bis zu seinem Tod als reformierter Hofprediger in Berlin und war zudem Bischof der Brüder-Unität in Polen. Sein Einfluß reichte jedoch weit über Preußen und Polen hinaus. Als Gelehrter, Wissenschaftsorganisator und Kulturpolitiker schlug Jablonski Brücken über territoriale Grenzen und konfessionelle Lager hinweg. Im Europa der Frühaufklärung fielen seine Ideen von Völkerverständigung, Toleranz und Bildung auf fruchtbaren Boden. Zusammen mit Gottfried Wilhelm Leibniz gründete Jablonski 1700 in Berlin die erste Akademie der Wissenschaften in Deutschland. Sein Wissensdrang zeugt vom Aufbruch einer ganzen Epoche. Jablonskis Bildungsbemühungen sind ebenso modern wie sein Streben nach Gewaltverzicht, Minderheitenschutz und Ökumene. Sein auf Ausgleich und grenzüberschreitende Kommunikation zielendes Wirken macht ihn zu einem Symbol für die Herausforderungen der Gegenwart. Als Vordenker für das Zusammenwachsen Europas ist er neu zu entdecken.

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- polnisch u.d.T.: Budowanie mostów. Daniel Ernest Jabłoński w Europie wczesnego oswiecenia. Hg. v. Joachim Bahlcke, Bogusław Dybas und Hartmut Rudolph. Leszno 2010.

440 Seiten, ISBN 978-83-928439-5-5

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 - tschechisch u.d.T.: Daniel Arnošt Jablonský. Život a dílo vnuka J. A. Komenského. Hg. v. Joachim Bahlcke, Bogusław Dybaś und Hartmut Rudolph. Praha 2011.

207 Seiten, ISBN 978-80-86935-16-4

 

 

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Schulstiftungen und Studienfinanzierung. Bildungsmäzenatentum in den böhmischen, österreichischen und ungarischen Ländern, 1500-1800. Hg. v. Joachim Bahlcke und Thomas Winkelbauer. Wien/München 2011 (Veröffentlichugen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 58).

406 Seiten, ISBN 978-3486704303

Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verdankte sich das Stiftungswesen immer klarer kirchen-, stände- und staatspolitischen Interessen. Daß Bildungsmäzenatentum zwischen Reformation und Aufklärung in einem grundsätzlichen Spannungsfeld von Konfession, Landespatriotismus und frühmodernem Nationsgedanken stand, wird besonders in zusammengesetzten Territorien wie der Habsburgermonarchie deutlich, die sich in beinahe einmaliger Weise über Jahrhunderte hinweg durch konfessionelle Vielfalt und das Nebeneinander verschiedener Ethnien und Sprachgemeinschaften auszeichnete. Der Ausbau einzelner Bildungseinrichtungen, die Förderung von mittellosen Schülern und Studenten und die Vergabe von Stipendien richteten sich hier häufig nicht nur im Sinn christlicher Armenfürsorge nach der Bedürftigkeit junger Menschen, sondern auch und in zunehmendem Maße nach dem konkreten Nutzen für einzelne Gruppen oder Regionen.

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Wallensteinbilder im Widerstreit. Eine historische Symbolfigur in Geschichtsschreibung und Literatur vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Hg. v. Joachim Bahlcke und Christoph Kampmann. Köln/Weimar/Wien 2011 (Stuttgarter Historische Forschungen 12).

406 Seiten, ISBN 978-3412206093

Albrecht von Wallenstein (1583-1634) übt auch heute noch eine ungebrochene Faszinationskraft aus. Der aus Böhmen stammende Adelige, der als kaiserlicher Generalissimus im Dreißigjährigen Krieg berühmt wurde, vereint in seiner Person eine große Zahl konkurrierender Geschichts- und Zeitdeutungen. Unter dem Einfluß des Werkes von Friedrich Schiller wurde Wallenstein zu einer, wenn nicht der Schlüsselfigur deutscher Nationalerinnerung. Erstmals werden hier die Wallensteinbilder von den Zeitgenossen bis hin zu Golo Mann in Geschichtsschreibung, Literatur und Kunst im Wandel der Epochen betrachtet.

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Adel in Schlesien, Bd. 2: Repertorium. Forschungsperspektiven - Quellenkunde - Bibliographie. Hg. v. Joachim Bahlcke und Wojciech Mrozowicz. München 2010 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 37).

841 Seiten, ISBN 978-3486588781

Das von zahlreichen Fachleuten erarbeitete „Repetitorium Adel in Schlesien“ stellt ein unentbehrliches Hilfsmittel für die internationale Adelsforschung dar. Erstmals werden die reichen Quellenbestände zur Geschichte des schlesischen Adels, die sich heute in Archiven und Bibliotheken Polens, Tschechiens und Deutschlands befinden, im Überblick erfaßt und vorgestellt. Zugleich werden Besonderheiten der schlesischen Adelslandschaft vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert aufgezeigt und neue Forschungsperspektiven eröffnet. Eine ausführliche, auch literatur- und kunstgeschichtliche Darstellungen erfassende Auswahlbibliographie dokumentiert nicht nur bisherige Schwerpunkte in verschiedenen Nationalhistoriographien, sondern regt auch gezielt zu neuen und vergleichenden Fragestellungen an.

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Das Haus Schaffgotsch. Konfession, Politik und Gedächtnis eines schlesischen Adelsgeschlechts vom Mittelalter bis zur Moderne. Hg. v. Joachim Bahlcke, Ulrich Schmilewski und Thomas Wünsch. Würzburg 2010.

348 Seiten, ISBN 978-3870573201

Die Schaffgotsch zählten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert zu den führenden Adelsfamilien in Schlesien. Sie gehörten nicht nur zu den größten Grundbesitzern des Landes, sondern brachten auch eine beachtliche Zahl namhafter Politiker, Geistlicher, Generäle und Unternehmer hervor. Spuren ihres Kunst- und Bildungsmäzenatentums, ihrer Bautätigkeit und Sammelleidenschaft unter österreichischer wie unter preußischer Herrschaft finden sich noch heute. Wie gelang es den Schaffgotsch, sich über Jahrhunderte hinweg trotz staatlicher und auch familiärer Krisen zu behaupten und ›oben‹ zu bleiben? Aus verschiedenen Blickwinkeln suchen Historiker und Kunsthistoriker aus Deutschland, Polen und Tschechien Antworten auf diese Leitfrage, die zugleich Einblicke in Strategien kultureller Hegemonie, Sinnstiftung und Symbolpolitik versprechen.

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Conrads, Norbert: Schlesien in der Frühmoderne. Zur politischen und geistigen Kultur eines habsburgischen Landes. Hg. v. Joachim Bahlcke. Köln/Weimar/Wien 2009 (Neue Forschungen zur Schlesischen Geschichte 16).

436 Seiten, ISBN 978-3412203504

Das Herzogtum Schlesien war ein Kernland des Alten Europa, auch wenn es politisch am Rande des habsburgischen Weltreiches lag. Es bildete eine Kulturlandschaft, die alle Entwicklungen des Ständestaates, der Gesellschaft, der Wissenschaft und Religion aufnahm und zu einer eigenen Landeskultur umformte. Trotz seiner politischen Unselbständigkeit nahm Schlesien innerhalb der habsburgischen Länder eine fast beispiellose Sonderstellung ein. Sie gründete auf der beharrlich verteidigten politischen und konfessionellen Landesverfassung, die dem toleranten Grundzug des Landes entsprach.

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Glaubensflüchtlinge. Ursachen, Formen und Auswirkungen frühneuzeitlicher Konfessionsmigration in Europa. Hg. v. Joachim Bahlcke. Münster 2008 (Religions- und Kirchengeschichte in Ostmittel- und Südosteuropa 4).

440 Seiten, ISBN 978-3825866686

Glaubensvielfalt und Glaubensflüchtlinge gehören gleichermaßen zur Signatur eines Zeitalters, das die Praxis staatlichen Konfessionszwangs nur langsam überwandt und erst im Jahrhundert der Aufklärung zu neuen Formen religiöser Toleranz fand. In diesem Buch, das Forschungsergebnisse international renommierter Wissenschaftler versammelt, geht es um Einblicke in eine bedrückende, aber auch faszinierende Vergangenheit: um Flüchtlinge und Auswanderer, rechtliche Aspekte und mediale Inszenierungen der Wanderungsbewegungen und die Verarbeitung konfessioneller Migrationserfahrungen in Geschichtsschreibung und politischer Theorie.

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Migration und kirchliche Praxis. Das religiöse Leben frühneuzeitlicher Glaubensflüchtlinge in alltagsgeschichtlicher Perspektive. Hg. v. Joachim Bahlcke und Rainer Bendel. Köln/Weimar/Wien 2008 (Forschungen und Quellen zur Kirchen- und Kulturgeschichte Ostdeutschlands 40).

258 Seiten, ISBN 978-3412203092

Die Integration von Glaubensflüchtlingen, die über Jahrhunderte das Bild Europas prägten, stellte Alteingesessene, Zuwanderer und Obrigkeiten vor vielfältige Herausforderungen. In diesem Band werden ihre Glaubenspraxis und Glaubenserfahrung im Alltag untersucht: christliche Feiern und Riten, die Bedeutung eigener Liedsammlungen und Gebetbücher, Bibelkreise und Hausandachten, die Gestaltung von Kirchenräumen, Gemeindeleben und liturgisches Geschehen sowie die Organisation als Sondergemeinden. Der Blick von unten auf religiös motivierte Wanderungsbewegungen macht deutlich, daß mit der Ankunft der Flüchtlinge in der neuen Wahlheimat nicht zwingend auch ein Ende ihres Leidensweges verbunden war.

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Daniel Ernst Jablonski. Religion, Wissenschaft und Politik um 1700. Hg. v. Joachim Bahlcke und Werner Korthaase. Wiesbaden 2008. (Jabloniana. Quellen und Forschungen zur europäischen Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit 1).

560 Seiten, ISBN 978-3447057936

Wie kaum ein anderer Zeitgenosse an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert besaß Daniel Ernst Jablonski (1660-1741) eine maßgebliche kulturelle Mittlerfunktion zwischen Ost- und Westeuropa. Der Berliner Hofprediger und Gelehrte beeinflußte die theologische Diskussion und Kirchenpolitik seiner Zeit ebenso wie die Wissenschaftsorganisation und die internationalen Beziehungen zwischen Brandenburg-Preußen, Polen, Ungarn und England. Erstmals und auf breiter Quellengrundlage umreißt der Band Leben, Werk und Wirkung einer faszinierenden Persönlichkeit der Frühaufklärung. Das Buch vereint 22 Beiträge international renommierter Historiker, Theologen, Philosophen und Literaturwissenschaftler, die sich in unterschiedlichen Zugriffen den vielfältigen Facetten und Wirkungsfeldern Jablonskis widmen.

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Kirche - Staat - Nation. Eine Geschichte der katholischen Kirche in Siebenbürgen vom Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert. Az Erdély Katholicizmus múltja és jelene. Hg. v. Joachim Bahlcke und Krista Zach. München 2007 (Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas. Wissenschaftliche Reihe - Geschichte und Zeitgeschichte 98).

611 Seiten, ISBN 978-3980985161

In einem kleinen katholischen Verlag des seit dem Frieden von Trianon zu Rumänien gehörenden Szeklerlandes erschien 1925 ein umfangreiches Werk zur Kirchengeschichte Siebenbürgens in ungarischer Sprache. Es verfolgte wissenschaftliche, zugleich aber auch aktuell-politische Ziele. Das von namhaften ungarischen Fachgelehrten, Juristen, Politikern und Klerikern verfaßte Werk, das hier in einer um bio-bibliographische Informationen erweiterten Übersetzung vorgelegt wird, ist insofern auch ein Zeugnis für die konfliktreichen Beziehungen zwischen Ungarn und Rumänien nach dem Ersten Weltkrieg, für magyarisches Selbstverständnis und Revisionsstreben, vor allem aber für die Lage von Minderheiten im Nationalstaat im allgemeinen und für das Verhältnis der zur Minderheit gewordenen siebenbürgischen Magyaren zum rumänischen Staat im besonderen.

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Schlesische Lebensbilder, Bd. 9. Hg. v. Joachim Bahlcke. Insingen 2007.

467 Seiten, ISBN 978-3768635066

Wie in den früheren Bänden der „Schlesischen Lebensbilder“ stellen die 46 Biographien dieses Bandes abermals historische Persönlichkeiten vor, die entweder aus dem schlesischen Kulturraum hervorgegangen sind oder diesen durch ihr Wirken in besonderer Weise geprägt haben: Fürsten und kirchliche Würdenträger, Politiker und Beamte, Theologen, Philosophen und Literaten, Ärzte, Volkskundler, Architekten, Musiker und andere mehr. Auch dieser Band zeigt einmal mehr: Die individuelle Persönlichkeit behält bei aller notwendigen und richtigen Betonung überpersönlicher kollektiver Identitäten und abstrakter Prozesse und Strukturen nach wie vor ihren Platz in der Geschichte.

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Geschichte der Oberlausitz. Herrschaft, Gesellschaft und Kultur vom Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Hg. v. Joachim Bahlcke. Leipzig 2001 (2. Auflage 2004).

368 Seiten, ISBN 978-3-935693-46-2

Die Oberlausitz – ein Land in der Mitte Europas, das jahrhundertelang eine selbständige politische Einheit war und bis zur Gegenwart ein unverwechselbares Gepräge besitzt. Und dennoch ein Land, dessen reiche Geschichte nahezu unbekannt ist. Denn ein eigenes Herrschaftshaus hat das heute größtenteils im Freistaat Sachsen liegende Marktgraftum nie besessen. Stets gehörte es politisch zu einer der benachbarten Territorialgewalten. Die Randlage bot freilich auch Freiräume für eine eigenständige Landespolitik, die sich besonders am Selbstbewußtsein der Oberlausitzer Sechsstädte erkennen läßt. Erstmals wird mit diesem Buch eine übersichtliche und gut lesbare Gesamtdarstellung der Geschichte der Oberlausitz vom Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts vorgelegt. Politik und Landesverfassung, Adlige, Bürger und Bauern, Kirche, Bildung und Wirtschaft und natürlich Geschichte und Kultur der Sorben: Aus vielen Blickwinkeln wird die historische und kulturgeschichtliche Entwicklung eines Landes geschildert, das immer ein wichtiges Verbindungsglied zwischen West und Ost war.

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 - polnisch u. d. T.: Dzieje Górnych Łużyc. Władza, społeczeństwo i kultura od średniowiecza do końca XX w. Hg. v. Joachim Bahlcke. Warszawa 2007.

408 Seiten, ISBN 978-8371815102

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Die Oberlausitz im frühneuzeitlichen Mitteleuropa. Beziehungen - Strukturen - Prozesse. Hg. v. Joachim Bahlcke. Stuttgart 2007 (Forschungen und Quellen zur sächsischen Geschichte 30).

538 Seiten, ISBN 978-3-515-08983-8

In der historischen Forschung führte die Oberlausitz lange Zeit ein Schattendasein. Zu Unrecht, handelt es sich doch um eine europäische Kernlandschaft, in der sich die Probleme frühneuzeitlicher Geschichte brennspiegelartig bündeln. Als Nebenland der Böhmischen Krone war die Oberlausitz einerseits Teil der Habsburgermonarchie, andererseits stand sie fast zweihundert Jahre lang unter sächsischer Lehensherrschaft. Außer der komplizierten territorialen Situation, Fragen von Raumbewußtsein, Herrschaft und Verwaltung, von konfessionellen Verhältnissen zwischen Reformation, Rekatholisierung und Aufklärung beleuchten die Studien dieses Bandes die Oberlausitz aber auch als europäische Bildungslandschaft und wichtige wirtschaftliche Einflußzone. So entsteht ein facettenreiches Bild der großen historischen Strukturen und Prozesse in der Oberlausitz, aber auch der praktischen Alltagsbewältigung ihrer Bewohner.

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Konfessionelle Pluralität als Herausforderung. Koexistenz und Konflikt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Hg. v. Joachim Bahlcke, Karen Lambrecht und Hans-Christian Maner. Leipzig 2006.

663 Seiten, ISBN 978-3865830814

Das Titelbild deutet nicht nur die thematischen Schwerpunkte des Sammelwerks an, nahmen doch die Entwicklung konfessioneller Pluralität innerhalb der lateinischen Christenheit und ebenso die Geschichte toleranter, auf religiöse Koexistenz abzielender Konfliktlösungen mit der böhmischen Reformation im 15. Jahrhundert ihren Anfang. Es deutet auch und vor allem die Forschungsinteressen von Winfried Eberhard hin, dem die hier versammelten Aufsätze zum 65. Geburtstag gewidmet sind: Kirchenkritik und reformatorischer Aufbruch, religiöse Werte und Wahrheitselemente, Autoritätsprobleme und Toleranzlösungen, Krisenphänomene und Endzeitbewußtsein, Fragen von Gemeinwohl und Staatsräson, von gesellschaftlicher Selbstorganisation und Widerständigkeit oder Grund- und Menschenrechten.

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Historische Schlesienforschung. Methoden, Themen und Perspektiven zwischen traditioneller Landesgeschichtsschreibung und moderner Kulturwissenschaft. Hg. v. Joachim Bahlcke. Köln/Weimar/Wien 2005 (Neue Forschungen zur Schlesischen Geschichte 11).

XX, 740 Seiten, ISBN 978-3412201050

Schlesische Geschichte wird heute in drei Ländern Mitteleuropas - in Deutschland, Polen und in Tschechien - als Teil der jeweils eigenen Geschichte begriffen. Entsprechend vielfältig ist die Forschung zum historischen Raum Schlesien, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Der Band bietet entmals einen umfassenden Überblick über die Genese und Entwicklung der historischen Schlesienforschung. Internationale Fachleute aus dem Bereich der Geschichtswissenschaft und ihren Teil- und Nachbardisziplinen stellen Schwerpunkte und Ergebnisse der älteren und neueren Schlesienforschung vor. Die Beiträge eröffnen auf methodisch innovative Weise Perspektiven weiterer Forschung vor dem Hintergrund aktueller Tendenzen in den Kulturwissenschaften.

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Huber, Kurt Augustinus: Katholische Kirche und Kultur in Böhmen. Ausgewählte Abhandlungen. Hg. v. Joachim Bahlcke und Rudolf Grulich. Münster 2005 (Religions- und Kulturgeschichte in Ostmittel- und Südosteuropa 5).

816 Seiten, ISBN 978-3825866877

Seit dem Beginn christlichen Lebens sind die kirchlichen Strukturen von Tschechen und Deutschen innerhalb Böhmens eng miteinander verbunden. Daß die Geschichte beider Ethnien von selbstverständlichem Zusammenwirken und Gemeinsamkeit mehr geprägt war als von spannungsreichem Nebeneinander und Konflikten, vermag gerade die Kirchen-, Religions- und Kulturgeschichte anschaulich zu zeigen. Die vorliegende Aufsatzsammlung eines der bedeutendsten Forscher zur katholischen Kirchengeschichte Böhmens, für die zwei Dutzend Abhandlungen aus den vergangenen fünf Jahrzehnten ausgewählt wurden, will dieses reiche Erbe bewußt machen und Impulse für eine neue, unbefangene Auseinandersetzung mit ihm geben.

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Ungarischer Episkopat und österreichische Monarchie. Von einer Partnerschaft zur Konfrontation (1686-1790). Stuttgart 2005 (Forschungen zur Geschichte und Kultur im östlichen Mitteleuropa 23).

516 Seiten, ISBN 978-3515087643

Die Bischöfe in Ungarn, Kroatien und Siebenbürgen hatten sich im ausgehenden konfessionellen Zeitalter in zweifacher Hinsicht der Integrationsforderungen einer expandierenden Staatsgewalt zu erwehren: als Vertreter autonomer kirchlicher Gewalt und als gesellschaftliche Herrschaftsgruppe. In welchen Phasen vollzog sich während des späten 17. und 18. Jahrhunderts der Übergang vom traditionellen Bündnispartner der katholischen Habsburgermonarchie zum statusbewußten Gegner der Dynastie? Welche Gruppeninteressen wurden dabei im einzelnen berührt, welche Widerstandsformen entwickelt? Dies sind durchgängige Leitfragen der Untersuchung, die methodisch eine Kombination von Strukturgeschichte und Prosopographie, von Kirchen-, Sozial- und Ideengeschichte darstellt. Auf der Grundlage neu erschlossenen Archivmaterials wird mit dem römisch-katholischen Episkopat eine bisher kaum beachtete Gruppe vorgestellt, der für die Freiheitskultur Ostmittel- und Südosteuropas eine erhebliche Bedeutung zukommt.

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Zach, Krista: Konfessionelle Pluralität, Stände und Nation. Ausgewählte Abhandlungen zur südosteuropäischen Religions- und Gesellschaftsgeschichte. Hg. v. Joachim Bahlcke und Konrad Gündisch. Münster 2004 (Religions- und Kulturgeschichte in Ostmittel- und Südosteuropa 6).

384 Seiten, ISBN 978-3-8258-7040-5

Die Aufsatzsammlung vereint zwölf in Deutschland, Rumänien und Großbritannien erschienene Beiträge aus drei Jahrzehnten sowie zwei bisher unveröffentlichte Studien. Im Mittelpunkt steht die Pluralität der ethnisch-konfessionellen Struktur Siebenbürgens, die aus wechselnden Perspektiven dargestellt wird, quellennah und eine vielsprachige Forschungsliteratur einbeziehend. Hinzu kommen Studien zur politisch-rechtlichen Verfaßtheit des frühneuzeitlichen Ständestaates und zur konfessionellen Toleranz, ohne die das komplizierte Zusammenspiel von Konfession, Sprache und Ethnikum in dieser multikulturellen Region nicht angemessen zu würdigen ist. Dies zeigt sich auch beim vergleichenden Blick auf andere Regionen Ostmittel- und Südosteuropas wie Bosnien, Slawonien, Syrmien oder den historisch-geographischen Kleinraum Karaschowa.

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Welt - Macht - Geist. Das Haus Habsburg und die Oberlausitz 1526-1635. Hg. v. Joachim Bahlcke und Volker Dudeck. Görlitz/Zittau 2002.

456 Seiten, ISBN 978-3932693618

Der Ausstellungskatalog erinnert an den Beginn der habsburgischen Herrschaft über die Oberlausitz, der sich 2001/02 zum 475. Male jährte. Die Exposition soll dazu beitragen, die historischen Gemeinsamkeiten der Oberlausitz mit Böhmen, aber auch mit Schlesien, Mähren, Österreich und Ungarn erneut bewußt zu machen. Dabei geht es nicht nur darum, die großen europapolitischen Veränderungen zwischen 1526 und 1635 deutlich zu machen und ihrem Echo in der Oberlausitz nachzuspüren. Es wird auch das Ziel verfolgt, Einflüsse der großen Umbrüche im Geistesleben, in Wissenschaft, Technik und Kunst jener Zeit in der Oberlausitz aufzuzeigen. Das von den Städtischen Museen Zittau initiierte Ausstellungsprojekt machte das Wissen um die alte und neue Mitte Europas im allgemeinen Bewußtsein stärker als bisher präsent und gab der Wissenschaft neue Impulse.

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Die Konstruktion der Vergangenheit. Geschichtsdenken, Traditionsbildung und Selbstdarstellung im frühneuzeitlichen Ostmitteleuropa. Hg. v. Joachim Bahlcke und Arno Strohmeyer. Berlin 2002 (Beihefte der Zeitschrift für Historische Forschung 29).

364 Seiten, ISBN 978-3428107957

Die im Titel genannten Begriffe sind Ausdruck eines von der komparativen Nationalismusforschung ausgegangenen intensiven Nachdenkens über die Bildung und Veränderung politischer Identitäten, die Frage nach der Reichweite, Tiefe und Funktionalität des historischen Bewußtseins sowie über Formen der Aneignung und Vergegenwärtigung von Vergangenheit, Zeitbewußtsein und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. Die hier vorgelegten Beiträge knüpfen an konzeptionelle und inhaltliche Überlegungen dieser Diskussion an und machen sie für eine historische Region fruchtbar, die in der deutschsprachigen Forschung bisher nur marginal wahrgenommen wurde: das östliche Mitteleuropa. Gerade hier, im multiethnisch geprägten Osten der kontinentalen Mitte, ist es von besonderer Wichtigkeit, die Konkurrenz verschiedener Erinnerungskulturen grundsätzlich über einen sehr viel längeren Zeitraum hin zu verfolgen.

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Handbuch der historischen Stätten Böhmen und Mähren. Hg. v. Joachim Bahlcke, Winfried Eberhard und Miloslav Polívka. Stuttgart 1998.

1020 Seiten, ISBN 978-3520329011

Dieses Handbuch beschreibt in 724 alphabetisch angeordneten Artikeln die Geschichte von Städten, Marktflecken, Burgen, Adelssitzen und Klöstern von den Anfängen bis 1992. Alle Orte, für die ein historischer deutscher Name existierte, werden unter diesem aufgeführt. Eine Ortsnamenkonkordanz ermöglicht ihre Erschließung vom heutigen Ortsnamen aus. Bei bedeutenden Orten ergänzen historische Stadtpläne die Darstellung. Der von deutschen und tschechischen Autoren gemeinsam verfaßte Band stellt die lokale Geschichte Böhmens und Mährens als eine Geschichte von Tschechen, Deutschen und Juden dar, deren Neben-, Mit- und Gegeneinander die Geschicke dieses Raumes in besonderer Weise geprägt hat.

polnische Ausgabe

- tschechische Ausgabe u.d.T.: Lexikon historických míst Čech, Moravy a Slezska. Hg. v. Joachim Bahlcke, Winfried Eberhard und Miloslav Polívka  Praha 2001.

811 Seiten, ISBN 80-7203-402-2

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Schlesien und die Schlesier. München 1996 (Studienbuchreihe der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat 7). Zweite, überarbeitete Auflage München 2000.

358 Seiten, ISBN 978-3784427812

Die letzten fünfzig Jahre haben das Gesicht des Oderlandes grundlegend gewandelt: territorial und politisch ebenso wie ethnisch. Bei diesen Veränderungen war die Bevölkerung meistens nur Objekt und nicht Subjekt des Handelns. Schlesien, dem Preußen seinen Aufstieg zur deutschen Führungsmacht verdankt, ist uns heute fast fremd geworden. Seitdem sich Polen und Deutschland an Oder und Neiße als demokratische Staaten begegnen, wird auch wieder neu über Schlesien gesprochen, debattiert und geschrieben - offen, unverkrampft und mit Blick auf die Zukunft. Mit diesem Buch legen Wissenschaftler der jüngeren Generation erstmals eine an den neuesten Forschungsergebnissen ausgerichtete übersichtliche Gesamtdarstellung dar.

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- polnische Ausgabe u.d.T.: Śląsk i Slazacy. Warszawa 2001.

447 Seiten, ISBN 83-88495-06-2

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Petry, Ludwig: Breslau und seine ersten Oberherren aus dem Haus Habsburg (1526-1635). Edition der zweibändigen Breslauer Habilitationsschrift von 1936 (Bd. 1: Textband, Bd. 2: Ergänzungsband). Hg. v. Joachim Bahlcke. St. Katharinen 2000 (Beihefte zum Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau 10).

166 Seiten, ISBN 978-3895900983

Die vorliegende Habilitationsschrift Ludwig Petrys wurde im November 1936 in zwei Teilbänden, einem Textband (154 gez. Bl.) sowie einem Ergänzungsband über den 'Briefwechsel zwischen der Stadt und den Mitgliedern des Herrscherhauses 1526-1635' (204 nicht gez. Bl.), an der Philosophischen Fakultät der Universität Breslau eingereicht. Text, Zusammenfassung und Anmerkungsapparat wurden, abgesehen von sprachlichen Korrekturen sowie kleineren Ergänzungen der bibliographischen und archivalischen Angaben, unverändert übernommen. Auf einen vollständigen Abdruck der Kurzregesten Petrys mußte dagegen verzichtet werden. Im Nachwort werden die Entstehungshintergründe der Breslauer Habilitationsschrift Petrys und das Wirken des gebürtigen Darmstädters an der schlesischen Landesuniversität beleuchtet.

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Konfessionalisierung in Ostmitteleuropa. Wirkungen des religiösen Wandels im 16. und 17. Jahrhundert in Staat, Gesellschaft und Kultur. Hg. v. Joachim Bahlcke und Arno Strohmeyer. Stuttgart 1999 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 7).

439 Seiten, ISBN 978-3515075831

Das Ziel des von renommierten Fachwissenschaftlern gestalteten Sammelbandes ist ein doppeltes: Zum einen werden aktuelle Paradigmata der internationalen Frühneuzeitforschung – Konfessionalisierung, Staatsbildung, Modernisierung – auf die Frage nach deren Übertragbarkeit auf das östliche Mitteleuropa hin untersucht. Zum anderen wird mit Hilfe ausgewählter Fallstudien eine gleichsam konvertierbare Begriffsbildung angestrebt, die dazu beitragen soll, die weitgehend unverbundenen nationalgeschichtlichen Diskurse zusammenzuführen. Bei der Auswahl der Fragestellungen schien es geboten, sich auf vier zentrale Problemkreise zu beschränken: Konfessionalisierung als wissenschaftliches Paradigma; Frühmoderne Staatsbildung und Bedeutung des Konfessionellen; Ständische Kultur und Konfessionalisierung; Sozialverfassung und Konfessionalisierung.

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Ständefreiheit und Staatsgestaltung in Ostmitteleuropa. Übernationale Gemeinsamkeiten in der politischen Kultur vom 16.-18. Jahrhundert. Hg. v. Joachim Bahlcke, Hans-Jürgen Bömelburg und Norbert Kersken. Leipzig 1996 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 4).

353 Seiten, ISBN 978-3931922238

Ständische Strukturen in Gesellschaft und Verfassung haben die Kernländer des östlichen Mitteleuropa seit dem Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert so nachhaltig und tiefgreifend geprägt wie kaum irgendwo in Europa. Die Ständeverfassung gehört somit zu den wesentlichen strukturbildenden Elementen Ostmitteleuropas. Deren Blütezeit in den großen Monarchien Polens, Böhmens und Ungarns - aber auch Österreichs - war gewiß das 15. bis 17. Jahrhundert. Ständische Freiheiten und das Selbstbewußtsein der Adelsnation haben bis weit in das 19. Jahrhundert hineingewirkt und als emanzipative Komponente die nationalen Bewegungen spürbar mitgeprägt.

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Regionalismus und Staatsintegration im Widerstreit. Die Länder der Böhmischen Krone im ersten Jahrhundert der Habsburgerherrschaft (1526-1619). München 1994 (Schriften des Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte 3).

XI, 571 Seiten, ISBN 978-3486560466

Das Zentrum Mitteleuropas bildete in der Frühen Neuzeit die böhmische Ländergruppe. Sie ist als Staatsgefüge weitgehend in Vergessenheit geraten, ihre inneren Bindekräfte werden allgemein unterschätzt. Diese Bindekräfte kamen besonders im Rahmen der Konföderationsbewegung Anfang des 17. Jahrhunderts zum Ausdruck, die in der Habsburgermonarchie Kontakte wie Konflikte gleichermaßen hervorriefen. Um diese angemessen verstehen und beurteilen zu wollen, muß man freilich wichtige Weichenstellungen bis zum Spätmittelalter zurückverfolgen. In der auf breiter Quellenbasis erarbeiteten Untersuchung wird das Zusammenwirken von Verfassungsrecht, institutioneller Verzahnung und Ereignisdynamik, Religionspolitik und Ideentransfer, Prägung durch Traditionen und Neuorientierung der Ständeopposition in allen Teilgebieten der Wenzelskrone (Böhmen, Mähren, Schlesien, Ober- und Niederlausitz) dargestellt.