Limesexkursionen

 

  In jedem Sommersemester (zumeist an einem Wochenende im Juni) veranstaltet die Abteilung Alte Geschichte die mittlerweile schon traditionelle Exkursion an den raetischen Limes. Die zweitägige Exkursion führt zu verschiedenen Zielen am einstigen römischen Limes in Baden-Württemberg und Bayern. Dabei kann der in der Prüfungsordnung für Geschichte vorgeschriebene Exkursionsschein erworben werden. Die Anmeldefrist beginnt immer am Anfang der Vorlesungszeit des jeweiligen Sommersemesters.

Erste Station ist der rekonstruierte Wachtturm bei Rainau-Buch an der Limesstrecke 12. Der Sockel des einstigen Steinturmes Wp. 12/77 sowie ein Mauerrest wurden dort konserviert. Von dort aus geht es weiter zur sogenannten Feldwache bei Dalkingen (Wp. 12/81). Das Gebäude mit seiner komplizierten Baugeschichte ist einzigartig am raetischen Limes. Im frühen 3. Jh. n. Chr. erhielt die Feldwache auf ihrer Südseite eine Schaufassade. Bei den Ausgrabungen in 1970er Jahren wurde dort eine Panzerstatue des Kaisers Caracalla gefunden.
Bei der Limes-Exkursion wird indes nicht nur mit dem Bus gefahren, sondern auch gewandert. Die nächste Etappe führt von Oberhochstatt bei Weißenburg (Bayern) nach Raitenbuch entlang der Limesstrecke 14. Während dieser Wanderung wird das Kleinkastell (burgus) in der Harlach besichtigt. Dieser Bau aus dem 3. Jh. n. Chr. weist diverse architektonische Besonderheiten auf, deren Ursprünge vermutlich in Kleinkastellen Nordafrikas liegen.

Nach einer Busfahrt von Raitenbuch nach Pfahldorf wird die Wanderung durch den Wald fortgesetzt. Auch hier folgt man der Limesstrecke 14. Ziel der Wanderung ist Kipfenberg. Von dort aus fährt man mit dem Bus nach Ingolstadt, wo in der Jugendherberge übernachtet wird.

Am zweiten Exkursionstag geht es weiter mit dem Bus von Ingolstadt nach Ried. Dort beginnt die Wanderung entlang des Limesstrecke 15, an der noch zahlreiche Steinturmreste zu entdecken sind (etwa Wp. 15/42). Die Wanderung endet an der "Hadrianssäule", die König Max II. von Bayern im Jahre 1861 am vermeintlichen Endpunkt des raetischen Limes, 2 km nördlich von Hienheim, aufstellen ließ. Einige hundert Meter weiter, direkt am Ufer der Donau, befindet sich dann tatsächlich das Ende der "Teufelsmauer", wie der Limes im Volksmund genannt wurde.
  Mit der Fähre wird dann bei Hienheim die Donau überquert und nach einem kurzen Fußmarsch - als Abschluß der Exkursion - das Kastell Eining (Abusina) besichtigt. Nach einer Stärkung im Kloster Weltenburg geht die Fahrt mit dem Bus zurück nach Stuttgart.

Jochen W. Mayer