Historisches Institut - Abteilung für Alte Geschichte

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Peter Scholz: Der Hellenismus. Der Hof und die Welt, München: C.H. Beck 2015.

ISBN 978-3-406-67911-7
€16,95 [D], 352 Seiten

In diesem Überblickswerk wird ein breites historisches Panorama entworfen, das von den makedonischen Königen über Alexander, die Diadochen und ihre Nachfolger bis zum Untergang der letzten Königin aus dem Geschlecht der Ptolemäer, Kleopatra VII. (30 v. Chr.), reicht. Der Band schildert das Leben an den prächtig ausgestatteten Höfen der hellenistischen Herrscher, an denen die intellektuelle und künstlerische Elite der damaligen Welt zusammenfand. Er  berücksichtigt aber auch die nach wie vor starke Stellung der griechischen Städe, in deren öffentlichen Bauten und Denkmäler sich das nach wie vor stolze Bürgerbewußtsein im Laufe spiegelte.

Der Aufstieg der Makedonen zur Vormacht in Griechenland begann um die Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. und bildete die Voraussetzung für die Entstehung des Hellenismus – jener Epoche, in der die antike Welt eine grundlegende Umgestaltung erfuhr. Alexander der Große wurde zum Motor dieses Prozesses, als er seit 336 v. Chr. militärisch ein Gebiet von unerhörten Ausmaßen eroberte. Allerdings wird die historische Gestalt des bekannten Makedonenkönigs hier höchst kritisch betrachtet. Peter Scholz wendet sich gegen verschiedene neuere Deutungen der Forschung (so etwa Robin Lane Fox oder Alexander Demandt), die das Wirken Alexanders insgesamt eher positiv bewerten. Persönliches Ruhmstreben erscheint als wesentliche Triebfeder des Handelns von Alexander. Ein übergeordnetes strategisches oder politisches Konzept wird ihm weitgehend abgesprochen. Zwar zerfiel mit dessen frühen Tod (322 v. Chr.) das gewaltige Alexanderreich in mehrere Teilreiche, doch war seitdem die Hellenisierung der unterworfenen Völker und Gebiete in Gang gesetzt.

Die mangelnde politische Gestaltung des riesigen Reiches zog unmittelbar nach seinem Tod – scheinbar folgerichtig – den Zerfall desselben nach sich. Seine Nachfolger schlossen sich in der Legitimation ihrer Teilherrschaften an ihren verstorbenen Befehlshaber an. Sie erhoben sich selbst zu Königen und stellten sich fortan als siegreiche Eroberer und Wohltäter der griechischen Städte dar. Die nachfolgenden Herrschergenerationen sorgten für die weitere Verfestigung der Reiche mit dynastischer Nachfolge, waren allerdings durch die starke Zentriertheit aller Bindungen auf die Person des Königs vor allem damit beschäftigt, innere und äußere Konflikte zu überstehen. Mit Rom trat seit etwa 250 v. Chr. mehr und mehr ein neuer Akteur im machtpolitischen Ringen der hellenistischen Welt auf, der den Herrschern kompromißlos enge Grenzen setzte. Diese vermochten der neuen Großmacht im Westen militärisch wie diplomatisch nichts entgegenzusetzen, so daß die Königreiche nach und nach in den römischen Herrschaftsbereich integriert wurden. 

Die historische Bedeutung der hellenistischen Epoche sieht Peter Scholz nicht in den machtpolitischen Auseinandersetzungen der Königsdynasten, sondern vielmehr auf kulturellem Gebiet. Die hellenistische Welt brachte nicht nur noch heute bekannte Kunstwerke wie den Pergamonaltar oder die Nike von Samothrake, alexandrinische Gelehrsamkeit oder philosophische Weisheit in vielfältiger Form hervor, sondern eröffnete durch Handels- und Entdeckungsreisen auch gänzlich neue Welten und Horizonte. Eine weitere zentrale Errungenschaft stellt ferner die allgemeine Verbreitung des Griechischen als Verkehrs- und Literatursprache im gesamten östlichen Mittelmeerraum dar. Vor allem diese Entwicklung war eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Ausbreitung des Christentums, die sich in der anschließenden Epoche der römischen Kaiserzeit vollzog.

[rezensiert in DAMALS 01/2016, von Michael Sommer.]

 

 

 

Peter Scholz; Dirk Wiegandt (Hgg.): Das kaiserzeitliche Gymnasion. Berlin: Walter de Gruyter 2015.

ISBN 978-3-05-004641-9
€99,95 [D], 250 Seiten

Im Anschluss an die Publikation zum „Hellenistischen Gymnasion“ (Akademie-Verlag: Berlin 2004) bietet der im vergangenen Jahr erschienene Sammelband eine Fortsetzung des historischen Überblicks über die Entwicklung der Institution des Gymnasions im griechischen Osten während der römischen Kaiserzeit. Er setzt mit einer Spurensuche nach der ‚römischen’ Haltung zum hellenistischen Gymnasion in der literarischen Überlieferung ein. Zudem präsentiert er verschiedene Analysen archäologischer Befunde, die darauf hinweisen, daß sich mit dem Einbau von Warmbadeanlagen in späthellenistischer Zeit das Gymnasion zunehmend zu einer Institution der allgemeinen Freizeitgestaltung wandelte. Darüber hinaus wird in dem Band aus sozialhistorischer Perspektive die Rolle der städtischen Jugend im Gymnasionsbetrieb und der Zusammenhang zwischen der Leitung eine Gymnasions und der Zugehörigkeit zur lokalen Führungsschicht, aus kulturhistorischer Sicht der Musenkult und die musischen Agone und aus wirtschaftshistorischem Blickwinkel die Frage nach den Formen und dem Ausmaß von Investitionen in eine solche Bildungsinstitution und die Ausstrahlung auf das Bildungsideal und –niveau breiter Schichten erörtert. Schließlich lassen epigraphische Fallstudien  (zu Aphrodisias und Metropolis) sowie archäologische Beiträge zu gut dokumentierten Gymnasionsanlagen (in Pergamon, Priene, Milet und Ephesos) ein differenziertes Bild dieser für die griechische Kultur auch in der Kaiserzeit noch zentralen städtischen Einrichtung entstehen, das die Deutungen und Befunde zum hellenistischen Gymnasion ergänzt.

 

 

Peter Scholz; Uwe Walter (Bielefeld) (Hgg.) unter Mitarbeit von Christian Winkle: Fragmente Römischer Memoiren – Text, Übersetzung und Kommentar, Berlin: Verlag Antike 2013.

ISBN: 978-3-938032-59-6
€49,90 [D], 187 Seiten

Autobiographien und ihre Verfasser haben ein fides-Problem. Wer wird dem Glauben schenken, der seine eigenen Taten lobt? Dennoch hatten Memoirenwerke einen festen Sitz in der politischen Kultur der Römer während er letzten Generationen der Republik. Sie sollten die Fähigkeit des jeweiligen Verfassers auf politischem und militärischem Gebiet und seine außerordentlichen Verdienste um die res publica für die Zeitgenossen dokumentieren und der /memoria/ überantworten. Daß sie in der Regel zügig und ohne literarische Ambitionen niedergeschrieben wurden, hat ihre Überlieferung nicht eben befördert.
Ziel der vorliegenden Sammlung, Übersetzung und Kommentierung der Fragmente römischer Memoiren, die mit einer einläßlichen Betrachtung und Definition dieser Gattung beginnt, ist es, diese Texte als literarisches Phänomen wie als Teil der politischen Kultur der späten römischen Republik stärker ins Bewußtsein zu heben und sie für Forschung und Lehre leicht zugänglich zu machen.

 

 

 

Peter Scholz; Johannes Süßmann (Hgg.): Adelsbilder von der Antike bis in die Gegenwart, München: Oldenbourg 2012.

ISBN: 978-3-486-71794-5
€44,80[D], 132 Seiten

Sind Bildzeugnisse doch mehr als bloße Propaganda?
"Adelsbilder" - das sind die Bildwerke, die der Adel von sich erschaffen ließ. Das sind die Sozialbezüge, die er damit herstellte. Und das sind die Vorstellungen, die wir uns heute von ihm machen. Wie diese drei Adelsbilder zusammenhängen, zeigt der Band an Beispielen von der Antike bis zur Gegenwart mit einem Ausblick auch auf außereuropäische Gesellschaften.
[Tagungsbericht HT 2006: Adelsbilder von der Antike bis zur Gegenwart. 19.09.2006-22.09.2006, Konstanz, in: H-Soz-u-Kult, 18.10.2006, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=1213. ]

 

 

Christian Mann; Peter Scholz (Hgg.): Demokratie im Hellenismus. Von der Herrschaft des Volkes zur Herrschaft der Honoratioren? Berlin: Verlag Antike 2012.

ISBN: 978-3-938032-40-4
€ 42,90 [D], 171 Seiten

Im Zuge einer generellen Neubewertung der hellenistischen Polis wird in der aktuellen Forschung auch die Entwicklung der politischen Ordnung intensiv diskutiert. Gegen die einstige Vorstellung, eine „Demokratie“ habe im Hellenismus nur noch formal bestanden, faktisch sei die Willensbildung in der Polis von einer kleinen Elite kontrolliert worden, vertreten jüngere Arbeiten die These, die Macht des Volkes sei ähnlich stark gewesen wie im klassischen Athen; erst die Dominanz Roms über das östliche Mittelmeer im 2. Jahrhundert v.Chr. habe zu einer Oligarchisierung geführt.

Die Beiträge dieses Bandes, aus einer Sektion des Deutschen Historikertages 2008 hervorgegangen, sind durch die Auffassung verbunden, daß die Diskussion über eine hellenistische Demokratie nicht allein auf verfassungsrechtliche Aspekte beschränkt bleiben darf, sondern, stärker als bisher geleistet, auch die sozialen Bedingungen politischen Handelns berücksichtigen muß.

Das Spektrum der gewählten Ansätze ist deshalb weit, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen: Die in den Dekreten zum Ausdruck kommenden Gleichheitsvorstellungen werden ebenso in den Blick genommen wie die Entwicklung der Volksgerichte, die Konzentration von Ämtern in den Händen aristokratischer Familien, die allgemeinen Vorstellungen der städtischen Führungsschichten über die Kennzeichen einer demokratischen Ordnung und die diesbezüglichen philosophischen Diskurse.

[rezensiert in: H-Soz-u-Kult, 26.08.2013, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2013-3-101, von: Volker Grieb: Rezension zu: Mann, Christian; Scholz, Peter (Hrsg.): „Demokratie“ im Hellenismus. Von der Herrschaft des Volkes zur Herrschaft der Honoratioren? Mainz 2012.]

 

 

Peter Scholz: Den Vätern folgen. Sozialisation und Erziehung der republikanischen Senatsaristokratie, Berlin: Verlag Antike 2011.

ISBN: 978-3-938032-42-8
€ 64,90 [D], 424 Seiten

Diese Studie widmet sich der Sozialisation und dem äußeren wie auch inneren Erziehungsgang römischer nobiles in der späten Republik. Sie legt dar, wie die Söhne römischer Ritter und Senatoren ihre bestimmende Prägung durch den persönlichen Umgang mit familiären Autoritäten erhielten, wie sie in Kindheit und Jugend auf die mit der politischen Laufbahn verbundenen Aufgaben vorbereitet wurden und wie sie die Jahre der intellektuellen, politisch-zivilen und militärischen „Lehrzeit“ durchliefen. Aufgrund dieser familiären Erfahrungen und Formen praktischer Bewährung bildete sich ein spezifischer Habitus aus, der sich in einer ausgeprägten physischen und intellektuellen Wehrhaftigkeit sowie im Streben nach öffentlicher Wirksamkeit und Geltung ausdrückte und die Senatsaristokratie wesentlich auszeichnete.

Die Untersuchung plädiert dafür, die spätestens seit 200 v.Chr. zu beobachtenden Veränderungen in der Sozialisation und Erziehung nicht länger mit dem Verweis auf die „Hellenisierung“ der römischen Oberschicht zu erklären, sondern besser als Prozess einer umfassenden „Intellektualisierung“ des aristokratischen Habitus zu beschreiben.

[rezensiert in: Sehepunkte, Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften, Ausgabe 12 (2012), Nr. 7/8,                       http://www.sehepunkte.de/2012/07/19574.html, von: Anthony Corbeill.]

[rezensiert in: Das Historisch-Politische Buch 60 (2012), Heft 4, S. 362-363, von: Ulrich Lambrecht.]

 

 

 Joachim Bahlcke; Rainer Leng; Peter Scholz (Hgg.):Migration als soziale Herausforderung. Historische Formen solidarischen Handelns von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, Stuttgart: Franz Steiner-Verlag 2011.

ISBN 978-3-515-10087-8
€ 64,00 [D], XVIII, 342 Seiten

Solidarität mit Migranten ist in allen historischen Epochen festzustellen: Euergetisches Handeln, christliche Caritas, Armenfürsorge als religiös motivierte Pflicht, private Almosenstiftungen, ordnungspolitische Maßnahmen des frühmodernen Staates oder staatliche Sozialfürsorge. Welche Normen, Formen und Dimensionen aber liegen solidarischem Handeln zugrunde? Welche Motive fördern solidarisches Handeln mit Migranten – und wo liegen die Grenzen der Solidarität? Vor den großen Herausforderungen gegenwärtiger und künftiger Migrationserscheinungen lohnt ein Blick auf die Vergangenheit. In dem Sammelwerk, das erstmals Einzelstudien verschiedener Epochen zusammenführt, gilt das Hauptinteresse den Reaktionen der aufnehmenden Gesellschaften. Dies bereichert die Migrationsforschung um einen neuen Aspekt.

[Tagungsbericht Migration als soziale Herausforderung – Historische Formen solidarischen Handelns von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. 28.01.2010-29.01.2010, Stuttgart, in: H-Soz-u-Kult, 23.03.2010, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3044.]

 

 

 

Hans Beck; Peter Scholz; Uwe Walter (Hgg.): Die Macht der Wenigen. Aristokratische Herrschaftspraxis, Kommunikation und ‚edler’ Lebensstil in der Antike und Frühen Neuzeit, München: Oldenbourg 2008 [Historische Zeitschrift Beihefte].

ISBN: 978-3-486-58726-5
€ 74,80[D], VIII + 411 Seiten

Der Sammelband stellt das Phänomen "Macht der Wenigen" als verbindendes Element der politischen Kulturen der Antike heraus. Dabei gewinnt der Begriff "Aristokratie" im Spannungsfeld zwischen prinzipieller Offenheit und Öffentlichkeit der Statusgruppe einerseits und der Exklusivierung von Status und Herrschaft andererseits neues Profil. Zwei Beiträge aus ethnologischer und aus weberianischer Sicht bieten grundlegende Konzeptualisierungen. Den Hauptteil des Bandes machen sieben Studien zu den Konfigurationen adliger Existenz und Herrschaft in der Antike aus, ergänzt um eine Fallstudie zur bildlichen Repräsentation. Der Kontrastierung und dem exemplarischen Vergleich dienen drei Aufsätze zur Aristokratie in Byzanz und in der Frühen Neuzeit. Eine bilanzierende und weitere universalgeschichtliche Perspektiven aufzeigende Bilanz und ein ausführliches Register verleihen dem Band Geschlossenheit und machen ihn zu einem lange entbehrten Referenzwerk zur antiken Aristokratie.

[rezensiert in: Sehepunkte, Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaftausgabe 9 (2009), Nr.11, http://www.sehepunkte.de/2009/11/14802.html, von: Mireille Cébeillac-Gervasoni, Rezension zu: Hans Beck / Peter Scholz / Uwe Walter (Hgg.): Die Macht der Wenigen.]

 

 

 

Alexander Becker; Peter Scholz (Hgg.): Dissoi Logoi – Zweierlei Ansichten. Ein sophistischer Traktat. Text –Übersetzung – Kommentar, Berlin: Akademie Verlag 2004 [Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 9].

ISBN: 9783050040813
€ 59,80 [D], 165 Seiten
Altgriechisch-Deutsch. Herausgegeben von Peter Scholz und Alexander Becker.

Die Dissoi Logoi - "Zweierlei Ansichten" - sind ein kurzer Traktat, der als Anhang zu den Schriften des kaiserzeitlichen Skeptikers Sextus Empiricus überliefert wurde. Der von einem anonymen Autor wahrscheinlich an der Wende vom 5. zum 4. Jh. verfasste Text gibt einen einzigartigen Einblick in die Debatten und den Unterricht der Sophisten. Im Traktat werden am Beispiel verschiedener Gegensatzpaare, dem vom Guten und Schlechten, vom Schicklichen und Unanständigen, vom Gerechten und Ungerechten, von Wahrheit und Falschheit, von Sein und Nichtsein erörtert, wobei an der Debatte weniger der jeweils verhandelte Inhalt interessiert als vielmehr die Argumentationsweise, da gezeigt wird, dass alle Unterscheidungen bloß relativ und damit letztlich gleichgültig seien.
Weitere Themen dieser Schrift sind die Lehrbarkeit von Tugend und Klugheit, die richtige Auswahl der Beamten, das für die politische Betätigung und Rede nötige Wissen sowie die Gedächtnistechniken. Das wesentliche Anliegen der vorliegenden Ausgabe besteht darin, diesen Text, der einen unmittelbaren Einblick in die sophistische Lehrsituation bietet, einem weiteren Leserkreis als bislang zugänglich zu machen und nahezubringen - sprachlich durch einen neugestalteten griechischen Text und eine beigegebene moderne deutsche Übersetzung, inhaltlich durch eine eingehende Erläuterung der Argumentation in den einzelnen Kapiteln und Analyse der philosophisch durchaus eigenständigen, häufig unterschätzten Position des Autors und schließlich historisch durch eine Skizze des historisch-politischen und intellektuellen Umfelds, aus dem die Schrift hervorgegangen ist.

[rezensiert in: Süddeutsche Zeitung, Literaturbeilage vom 30. November 2004, von Johann Schloemann, S. 10; H-Soz-u-Kult, 21.03.2005, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/ 2005-1-206 von Charlotte Schubert; Anzeiger für Altertumswissenschaft 57 (2004), 221f., von B. Braun; Philosophischer Literaturanzeiger58 (2005), von Martin F. Meyer; Philosophische Rundschau 52, 1 (März 2005) S. 4081; Information Philosophie 2005, 1; Historische Zeitschrift 283 (2006), 740-742, von Kai Trampedach ]

 

 

 

Daniel Kah; Peter Scholz (Hgg.):Das hellenistische Gymnasion, Berlin: Akademie Verlag 2004 [Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 8].

ISBN: 3-05-004078-5
€ 69,80[D], 465 Seiten

Das Gymnasion zählte zu den öffentlichen Einrichtungen, über die eine Stadt im griechischhellenistischen Kulturraum verfügen mußte, um den Rang einer Polis beanspruchen zu können. Obwohl einzelne Gymnasien bereits seit archaischer Zeit in griechischen Städten belegt sind, bildete sich  das Gymnasion erst in hellenistischer Zeit als öffentlich verwaltete und architektonisch gestaltete Anlage aus.
Die Beiträge des vorliegenden Bandes thematisieren die ideellen und institutionellen Grundlagen und die Funktionen der Gymnasien sowie ihren Beitrag zur Hellenisierung. Dabei wird insbesondere die Übernahme neuer Funktionen hervorgehoben und nachgewiesen, wie sich diese städtische Institution, die ursprünglich einen Ort adliger Muße und sportlichen Wettbewerbs bildete, auch zum Ort militärischer Ausbildung entwickelte und sich schließlich in ein exklusives Bildungsinstitut verwandelte.
„So stellt der vorliegende Tagungsband insgesamt eine hervorragende Einführung in alle mit dem hellenistischen Gymnasion verbundenen Forschungsfragen dar und legt die Basis für jede zukünftige Beschäftigung mit diesem Thema.“ Dorit Engster in: H-Soz-u-Kult (März 2005)
„Obgleich es sich bei Das hellenistische Gymnasion“ nicht um ein Handbuch handelt, wird das Phänomen des gymnasion in hellenistischer Zeit auf breiter Basis multiperspektivisch und facettenreich abgehandelt.“ Matthias Haake in: sehepunkte (6/2006)

[rezensiert in: H-Soz-u-Kult, 14.03.2005, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-1-189>, von Dorit Engster: Rezension zu: Kah, Daniel; Scholz, Peter (Hrsg.): Das hellenistische Gymnasion. Berlin 2004.]

[rezensiert in: BMCR 2005 (nr. 2005.06.10), von Signe Isager: http://ccat.sas.upenn.edu/bmcr/2005/2005-06-10.html; H-Soz-u-Kult 14.03.2005, http://hsozkult. geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-1-189 von Dorit Engster; Sehepunkte 6/2006 von Matthias Haake]

 

 

 

Carsten Kretschmann; Henning Pahl; Peter Scholz (Hgg.):Wissen in der Krise. Institutionen des Wissens im gesellschaftlichen Wandel, Berlin: Akademie Verlag 2004 [Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 7].

ISBN: 3-05-004006-8
€  59,80 [D], 236 Seiten

Institutionen des Wissens dienen der Pflege, Verstetigung oder dauerhaften Bewahrung von tradiertem und der Hervorbringung von neuem Wissen. Die verschiedenen Formen institutionalisierter Wissenspraxis spiegeln in besonderer Weise die Eigenart einer Wissenskultur wider. Zugleich sind sie für die Ausformung der Identität einer Gesellschaft bedeutsam: Wissensinstitutionen stoßen gesellschaftlichen Wandel an, sind aber selbst in diesen eingebunden. In Krisenzeiten, verstanden als eine Art verdichteter gesellschaftlicher Wandel, werden traditionelle Wissensbestände und Weltdeutungen nachdrücklich in Frage gestellt. Zugleich geraten die Institutionen, die dieses Wissen bereitstellen, unter starken Legitimationszwang. Sie sind gezwungen, auf den Relevanzverlust zu reagieren, ihre Aufgaben neu zu bestimmen und sich neu zu strukturieren. Der interdisziplinär angelegte Sammelband, der Fallstudien aus verschiedenen historischen Epochen und Kulturen, untersucht den theoretischen wie praktischen Umgang verschiedener Wissensinstitutionen mit zeitgenössischen gesellschaftlichen und politischen Umbruchssituationen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, in welchem Maße die Bewältigung fundamentaler Krisen durch die Wissensinstitutionen gesellschaftliche und institutionelle Wandlungsprozesse in Gang setzt.

[rezensiert in: Historische Zeitschrift 281 (2005), von Achim Landwehr; H-Soz-Kult 16.11.2005, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-4-100 von André Schüller-Zwierlein]

[rezensiert in: H-Soz-u-Kult, 16.11.2005, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-4-100, von: André Schüller-Zwierlein: Rezension zu: Kretschmann, Carsten; Pahl, Henning; Scholz, Peter (Hrsg.): Wissen in der Krise. Institutionen des Wissens im gesellschaftlichen Wandel. Berlin 2004.]

 

 

 

Alexander Becker; Wolfgang Detel; Peter Scholz (Hgg.):Ideal and Culture of Knowledge in Plato - Concept, Historical Conditions and Social Impact, International Conference 1 – 3th September 2000 at Frankfurt/Main, Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2003 [Philosophie der Antike 15].

ISBN: 978-3-515-08337-9
€ 48,00 [D], 288 Seiten

The volume collects the contributions to an international conference held at the University of Frankfurt on the relationship between epistemic practices (culture of knowledge) and the concept of knowledge (ideal of knowledge) in Plato. For Plato, both aspects of knowledge were not only of equal importance, he was also well aware of their interdependence, taking into account that no philosopher has yet reached the epistemic level of knowledge. His acknowledgement of this interdependence is, as the papers of this volume show, further counter-evidence against the traditional reading that attributes to Plato a two-worlds-view which tries to keep ordinary belief and philosophical knowledge ontologically distinct. The contributions include essays from both ancient philosophers and ancient historians. Topics of the essays are e.g. the conception of education in the "Republic", the epistemic ascent in the "Symposion", the knowledge of knowledge in the "Charmides", the role of perception in the "Theaetetus" and the sophistic environment of Plato.
[rezensiert in: BMCR 2005 (nr. 2005.10.28) http://ccat.sas.upenn.edu/bmcr/2005/ 2005-10-28.html]

 

 

 

Jörn Kobes; Peter Scholz: Klaus Bringmann, Ausgewählte Schriften zur Alten Geschichte, Frankfurt am Main: Marthe Clauss Verlag 2001 [Frankfurter Althistorische Beiträge 6].

ISBN 3-934040-03-9
€ 50 [D], 399 Seiten

In diesem Band werden wichtige Beiträge zu zentralen Themen der griechischen und hellenistischen Geschichte und Historiographie, Forschungen zur Römischen Republik, zum Prinzipat, zur Spätantike und zur Geschichte des frühen Christentums aufgenommen, die teilweise an abgelegenen Stellen publiziert wurden. Ausführliche Indizes, ein Schriftenverzeichnis und ein Publikationsnachweis beschließen den Band.
[rezensiert in: Gymnasium 110 (2003), 614f. von Karl-Wilhelm Welwei]

 

 

Peter Scholz: Der Philosoph und die Politik - Die Ausbildung der philosophischen Lebensform und die Entwicklung des Verhältnisses von Philosophie und Politik im 4. und 3. Jh. v. Chr., Stuttgart: Franz Steiner Verlag 1998 [Frankfurter Althistorische Beiträge 2].

ISBN: 978-3-515-07054-6
€69,00 [D], XI, 434 Seiten

In dieser für die antike Bildungs- und Ideengeschichte wegweisenden Untersuchung wird nach einer sozialhistorischen Einführung, die den anfänglich prekären Status des "Intellektuellen" in der athenischen Gesellschaft erörtert, in fünf Einzelstudien das theoretische und praktische Verhältnis der Begründer der Philosophenschulen und der ersten beiden Schülergenerationen zur Politik analysiert.
Erstmals wird aufgezeigt, wie sich im 4. und 3. Jh. v. Chr. der Status der Philosophen – von Außenseitern und Sonderlingen zu anerkannten Vermittlern intellektueller Bildung – wandelte und wie im Zuge dieser gesellschaftlichen Etablierung die bis dahin für die philosophische Lebensform konstitutive Auseinandersetzung mit der Politik in Biographie und Werk zunehmend an Bedeutung verlor.
„Diese gründliche interdisziplinäre Studie kann man Philosophen, Althistorikern und auch Politikwissenschaftlern empfehlen.“ Historische Zeitschrift
 [rezensiert in: FAZ vom 21. September 1998 (Nr. 219), S. 55, von Uwe Walter; HZ 267 (1998) 443- 444, von Johannes Engels; BMCR 1998 (nr. 98.11.40), von M. Finkelberg; Forum Classi-cum 1/1999, 40-41, von Hansjörg Wölke; Klio 81 (1999), 521-524, von Kai Trampedach; Zeitschrift für Politikwissenschaft 1999, Heft 1, 357; CR 49 (1999), 439-440, von James O’Neil; Tyche 15 (2000), 239, von Herbert Grassl]
[rezensiert in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/6131-der-philosoph-und-die-politik, veröffentlicht am 01.01.2006, von Michael Henkel, Rezension zu: Peter Scholz: Der Philosoph und die Politik, Stuttgart 1998.]