Forschung

Hauptsächliche Arbeitsgebiete:

Die Alte Geschichte befaßt sich in Forschung und Lehre mit der griechischen und römischen Antike. In der Lehre deckt die Abteilung vornehmlich den Zeitraum von der Entwicklung der griechischen Schrift (im 8 Jahrhundert. v. Chr.) bis zum Ende des Römischen Reichs im Westen (480 n. Chr.), die Sozial- und Kulturgeschichte sowie die Einführung in den Umgang mit den historiographischen, epigraphischen, numismatischen und archäologischen Quellen ab. Der geographische Rahmen reicht vom Atlantik bis Indien, von Schottland bis in den Sudan.

Die Forschungsaktivitäten der Abteilung konzentrieren sich auf die Schwerpunkte Geschichte und Kultur der hellenistischen Zeit und der römischen Republik, Bildung und Erziehung in der Antike, Sozialgeschichte der Eliten, Sportgeschichte (insbesondere die Geschichte der Institution des griechischen Gymnasions), Erinnerung in der antiken Historiographie und politischen Kommunikation sowie Historische Geographie der alten Welt.

Einen neu etablierten Forschungsschwerpunkt bildet die Historische Stimmforschung, bei der in enger Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Lehrstuhl für Bauphysik/Akustik antike Redesituationen in akustisch-visuellen Simulationen rekonstruiert und ausgewertet werden. Ein besonderes Forschungsinteresse gilt dabei der Person des Redners und den ihm abverlangten physischen und stimmlichen Voraussetzungen sowie den sozialen und räumlichen Bedingungen des öffentlichen Redens in der Antike. 

Einrichtungen:

Umfangreiche Abteilungsbibliothek. Münzsammlung. Bilddatenbank.

 

Es folgen einige der aktuellen Forschungsprojekte.

Interdisziplinärer Forscherverbund - Reden ohne Mikrophon

Simulation und Analyse historischer Räume und Praktiken

In einem in Deutschland wie auch international einzigartigen interdisziplinären Forscherverbund widmen sich Historiker, Architekturhistoriker, Rhetoriker, Visualisierungsforscher und Akustiker der Universitäten Stuttgart und Tübingen einem gleichermaßen historisch wie gegenwärtig bedeutsamen Thema: Wir wollen den Zusammenhang zwischen räumlicher Situation und gesprochener Rede sowie die physischen, stimmlichen und rhetorischen Anforderungen untersuchen, die an unterschiedlichen Rednertypen in verschiedenen oratorischen Praktiken und historischen Epochen und Kulturen gestellt wurden. Zugleich sollen die gesellschaftlichen Funktionen und Voraussetzungen oratorischer Praktiken und deren räumliche und technische Rahmenbedingungen bestimmt werden. "Oratorische Praktiken" definieren wir als Redeakte, die in einem architektonisch erfassten Raum von sozialen, religiösen und politischen Autoritäten oder von Akteuren in Gerichtsverfahren mit der Intention gesprochen wurden, ein größeres Publikum anzusprechen, es zu informieren sowie zu bestimmten Haltungen oder Handlungen zu bewegen. (Interdisziplinärer Forscherverbund Reden ohne Mikrophon)

 

NUMiD: Geschichte prägen / Werte bewahren

Netzwerk universitärer Münzsammlungen in Deutschland

Die Abteilung Alte Geschichte des Historischen Instituts der Universität Stuttgart beteiligt sich ab dem 01.04.2017 an einem Digitalisierungsprojekt antiker Münzsammlungen, welches von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Kooperation mit dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin ins Leben gerufen wurde. Der Ursprung dieses Digitalisierungsverfahrens numismatischer Quellen findet sich in der CRRO (Coinage of the Roman Republic Online), eine Webseite, welche von der ANS (American Numismatic Society), in Kooperation mit dem British Museum und dem schon erwähnten Münzkabinett, im Januar 2015 veröffentlicht wurde. Ziel ist also, eine möglichts umfangreiche und trotzdem einheitliche Sammlung numistmatischer Quellen für Lehre und Forschung online zur Verfügung zu stellen.

Besonders der Bereich der Lehre soll hierdurch mit neuen Mitteln unterstützt werden: nicht nur durch Online-Tutorien zum Umgang mit den Quellen, sondern auch um eine Basis an Materialien für Seminarzwecke, Klausuren etc. verfügbar zu machen (NUMiD | Netzwerk universitärer Münzsammlungen in Deutschland).