Ein Meilenstein in der Literatur zur Quantenmechanik:
Das Compendium of Quantum Physics ist erschienen

 

Unter Beteiligung von exakt 100 beitragenden Autoren, darunter mit Klaus von Klitzing, Alfred Seeger, Jürgen Weis, Daniela Wünsch sowie einem der Herausgeber auch fünf der Universität Stuttgart bzw. dem in Stuttgart angesiedelten MPI f. Festkörperforschung verbundene Forscher, erschien im Sommer 2009 endlich das schon seit 2005 in Vorbereitung befindliche englischsprachige Nachschlagewerk Compendium of Quantum Physics. Concepts, Experiments, History and Philosophy. Neben Klaus von Klitzing, der 1985 den Nobelpreis für den Quanten-Hall-Effekt erhielt, über den er hier auch schreibt, finden sich noch zwei weitere Nobelpreisträger unter den über den ganzen Globus verteilten Autoren, und zwar Frank Wilczek (gegenwärtig am MIT) und Anthony Leggett (Univ. of Illinois und Univ. of Waterloo), die hier u.a. über quantum field theory bzw. Bell‘s theorem und Bose-Einstein-condensation schrieben. Wie im Untertitel des Werkes schon angedeutet, versammelt das Lexikon auf 900 eng gesetzten Seiten über 200 je nach Wichtigkeit und Komplexität zwischen 2 und 15 Seiten lange Sachbeiträge und experimentelle und theoretische, historische und philosophische Aspekte der frühen Quantentheorie (1900-Anfang 1925) sowie der Quantenmechanik (ab 1925), und anderer neuerer Spezialbereiche quantisierter Materie- und Feldtheorien wie etwa QED, QCD, bis hin zu den neuesten Entwicklungen. Die verschiedensten Interpretationen der Quantenmechanik werden ebenso dagestellt wie ihre z.T. eigenartigen Effekte (~> non-locality, wave-function collapse oder zero-point-energy).

Einer der drei Herausgeber des Compendiums ist Prof. Dr. Klaus Hentschel, Wissenschaftshistoriker und Leiter der Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik (GNT) der Universität Stuttgart. Seine Zuständigkeit im Herausgeberteam, dem außerdem noch der renommierte Quantenphysiker Daniel Greenberger (CCNY) und der bekannte Natur- und Wissenschafts-Philosoph Friedel Weinert (Bradford University, UK) angehören, bestand in der Findung geeigneter Autoren insbesondere für alle historisch orientierten Beiträge sowie in der Prüfung aller, auch der eher systematisch-physikalisch orientierten Beiträge auf historische Richtigkeit und Ausgewogenheit. Ferner hat Hentschel selbst von atomic models bis Zeeman effect selbst ein gutes Dutzend eigener Artikel beigetragen, so z.B. diejenigen über Photonen (~>light quantum) sowie über die kurze, aber heftige Krisenzeit der alten Quantentheorie 1922-Anfang 1925 kurz vor Durchbruch zur Quantenmechanik von Heisenberg und Schrödinger (~> quantum theory, crisis period). Er ist erleichtert darüber, daß das nervenaufreibende Mammutprojekt nun erfolgreich abgeschlossen ist und hofft auf eine breite und positive Resonanz auf das Nachschlagewerk, das für Physiker ebenso nützlich sein sollte wie für interessierte Chemiker, Materialwissenschaftler, Mathematiker, Informatiker, Ingenieure und in Teilen sogar für den interessierten Laien. Für Studenten wird bald eine erschwingliche Paperback-Version erscheinen. Kh

Bezugsquellen:

 

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CL
21.08.09