Forschung

Alexander Lippisch, ein Querdenker der Luftfahrt

Alexander Lippisch ist als Konstrukteur sehr erfolgreicher Segelflugzeuge in den 1920er und 1930er Jahren bekannt. Daneben hat er seit den 1920er Jahren das Konzept der schwanzlosen und Nurflügel-Flugzeuge entwickelt und propagiert. Schon vor dem Serienbau seines Raketenflugzeugs Me 163 hat er seinen Arbeitgeber Messerschmitt verlassen (müssen?). Nach dem 2. Weltkrieg wurden Lippischs Ideen zum Schnellflug in USA und in anderen Ländern aufgegriffen, jedoch ohne daß Lippisch selbst wesentlich an den betreffenden Entwicklungen beteiligt wurde und ohne daß die amerikanische Historiographie davon besonders Notiz nimmt. Auch mit seinen Ideen zu Bodeneffekt-Geräten und zum Senkrecht-Start drang Lippisch gegen den mainstream der Entwicklung nicht durch.

Dr. Reinhard Neunhöffer, der dieses Projekt bearbeitet, möchte genauer verstehen, warum Lippisch mit seinen unkonventionellen Ideen insgesamt so wenig Resonanz und Anerkennung fand. War er ein verkanntes Genie, dessen Konzepte ihrer Zeit zu weit voraus waren? War er ein Querkopf, der seine fixen Ideen auch in aussichtslosen Situationen nicht aufgeben konnte?

Erste Ergebnisse der Untersuchung Neunhöffers beruhen hauptsächlich auf der Auswertung von Lippischs Nachlaß, der bei der Iowa State University in Ames, Iowa, USA liegt.

Siehe Reinhard Neunhöffer: Alexander Lippisch, die Me 163 und der Deltaflügel, Universität Stuttgart: Themenheft Forschung Nr. 9 (2013), S. 92-103, online abrufbar hier.

 

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